Einst war das Leben in diesem Land schön. Wirklich richtig schön. Damals gab es keine extremen Vegetarier/Veganer, die sich einbildeten, sie seien die neuen Herrenmenschen – und deshalb AfD gewählt haben. Damals gab es keine extremistischen Containertaucher, die lieber eine Haftstrafe in Kauf nehmen, anstatt bei der Marktleitung zu fragen, ob sie die abgelaufenen Lebensmittel bekommen dürfen.

Doch heutzutage ist es so, daß Menschenrechte nur am Rande interessieren. Vegetarier/Veganer interessieren Menschenrechte nicht, solange es nicht ihre Menschenrechte sind, die mit Füßen getreten werden. Meistens kommt dann der Vorwurf, daß diese Menschenrechte eben von jenen getreten werden, die einfach nicht bereit sind, sich der faschistischen Doktrin des Nichtfleischessens anzuschließen.-

Ja, einst war das Leben in diesem Land noch ein Leben. Da gab es keine Bevormundung durch extremistische Vegetarier/Veganer, die sich für den Nabel der Welt hielten. Und halten. Es gab keine Supermärkte, extra für Vegetarier, die einfach kein Fleisch oder fleischhaltige Lebensmittel in ihrem Sortiment hatten. Es gab noch das gute alte Büdchen, wo jeder sein Bierchen zischen konnte, ohne gleich als Alkoholiker verunglimpft zu werden.

Das Leben damals war wirklich besser. Die Ortschaft hatte nicht acht verschiedene Supermärkte, sondern maximal einen einzigen, wo es dann aber auch alles gab. Selbst Gemüse, obwohl im Ort genug Bauern ansässig waren, die Hofverkäufe tätigten. Doch heute? Die Gemeinde hatte einmal 150 Vereine, heute sind es gerade einmal nur noch 30. Die Gemeinde hatte einmal ein Dutzend Landwirte, die Fleisch und Wurst verkauften, neben dem Gemüse. Heute sind es gerade einmal drei, von denen einer noch nicht einmal wirklich aus dem Ort kommt, sondern aus einem Stadtteil. Und Fleisch und Wurst kann man nicht mehr direkt vom Hof kaufen. Dank den Vegetarierern! Maximal kann man heute im Hofladen noch Gemüse und Eingemachtes erwerben, aber Fleischwaren nur noch in der Metzgerei.

Von den Metzgereien hatte der Ort früher fünf im Ortskern, und zwei außerhalb in den etwas größeren Stadtteilen gehabt. Davon sind heute nur noch zwei übrig, und von den Stadtteilmetzgern gibt es keinen mehr. Dementsprechend nahm die Fleischqualität ab. Und früher konnte man sich in der Ortschaft noch etwas auf das Fleisch einbilden.

Nun kann man nicht die Schuld dafür den Vegetariern/Veganern im Ort geben. So viele haben wir auf eine Gemeindebevölkerung von knapp 20K gar nicht. Im Bundesdurchschnitt haben wir 1,5%, im Gemeindedurchschnitt erreichen wir noch nicht einmal 1%. Und dies, obwohl hier regelmäßig die Klapperer auftauchen und für eine ungesunde, weil vegane. Lebensweise werben. Dies nimmt hier im Ort teilweise Formen an, daß einem Angst und Bange wird. In den beiden Konferenzzentrem im Ort finden regelmäßig Events statt, die einem Normalsterblichen klar machen sollen, wenn er sie denn aufsucht, wie gesund es doch ist, vegan zu leben. Und das eine vegane Lebensweise Jemanden dazu berechtigt, sich als Herrenmensch zu sehen.

Früher war wirklich alles besser. Der Ort hatte nicht so viele Supermärkte, so daß man in der Kreisstadt einkaufen mußte. Der Ort hatte mehr Amüsementbetriebe, inklusive Gemeindepuff, und es war auch relativ mehr los. Heute hat der Ort einen Bücherschrank, wo man umsonst Bücher tauschen und mitnehmen kann. Heute hat der Ort drei Kebabs, ein asiatisches Restaurant, zwei italienische Restaurants, einmal Spitzengastronomie und zwei Eisdielen. Ok, die Eisdielen sind etwas Besonderes, weil die „neue“ Eisdiele ein deutlich besseres Eis als die alteingesessene macht.

Aber wirklich Ernst nimmt das keiner im Ort, der den Ort kennt! Das Kaff war schon immer ein Kaff und wird immer ein Kaff bleiben. Das dumme daran ist nur: Es ist mein Kaff. Früher hatten wir noch nicht einmal normale Cafés hier. Da gab es nur die Bäckerei, und bis zu Beginn der 1980er gab es dort noch nicht einmal Coffee-to-go! Stattdessen noch handwerklich gut gefertigte Brote und Brötchen, die in ihrer Qualität ihresgleichen suchten. Da kam nicht einmal der alte Alsbacher Bäcker mit. Nun, diese Bäckerei gibt es heute nicht mehr. Der hat dicht gemacht. Zumindest die hauseigene Bäckerei, den Verkauf gibt es noch.

Damals hat sich auch Niemand um die Umwelt geschert. Und trotzdem ging es der gut. Zumindest besser als jetzt, wo man Teile des Odenwaldes mit Gewalt verurwalden lassen will, und trotzdem noch jeden nutzbaren Baum aus dem Gehölz holt. Umwelt interessierte keinen. Nicht einmal, ob der Nachbar nun einen Diesel oder einen Benziner mit Turbolader fuhr. Das war wurscht. Wir Kinder mußten zu unserer Schule laufen, selbst wenn sie einen Kilometer entfernt war. Da kam kein Bus vorbei, der uns abholte. Nada, niente. Die Gemeinde sparte sich den Bus.

Und es gab jedes Jahr zu Sankt Martin auf dem Gemeindeplatz ein wunderschönes großes Feuer bei dem die großen Zuckerbrezen an wirklich jeden verteilt wurden, selbst die einfachen Besucher, die ohne Laterne vorbei kamen, um sich das Ereignis anzuschauen, erhielten eine Zuckerbrezen zur Feier des Tages. Die Gemeinde und ihre drei Kindergärten ließ sich damals nicht lumpen. Es war für alles gesorgt. Die Mütter, die mitgelaufen waren, bekamen sogar Glühwein, wenn sie wollten. Und die Männer einen Schnaps, der von einem ortsansässigen Brenner stammt. Der war damals sogar noch bei der Gemeinde angestellt. Heute gibt es weder dieses Winterfeuer, noch den Sankt Martins-Umzug, noch die nachfolgende Festivität auf dem Gemeindeplatz. Aus Umwelt- und Kostengründen abgeschafft. Und der ortsansässige Brenner brennt nicht mehr.

Aber wenn das Alles wär. Die Gemeinde war einmal. Da hielt das Kaff und seine Käffer noch richtig zusammen. Heute ist man in der Gemeinde froh, wenn man einen Bürgermeisterkandidaten von außerhalb findet, der Scheiße bauen kann, und trotzdem nicht in Haftung genommen werden kann – da er ja ein Auswärtiger ist. Ein Alteingesessener würde bei der aktuellen politischen Konfiguration im Gemeinderat auch nicht Bürgermeister werden wollen. Sofort würde ihm von der ortsansässigen Veggie-Partei unterstellt, daß es ihm nur um die eigene, persönliche, Macht ginge, und nicht um das Wohl der Gemeinde.

An der Stelle muß man einhaken und feststellen, daß die neue Umweltpolitik unserer Gemeinde wohl weniger etwas mit dem Wohl der Gemeinde zu tun hat, als eher mit dem Säckelchen, welches ein Gemeinderatsvertreter Abends mit nach Hause nimmt. Das Gemeinwohl, und vor allem das Gemeindewohl ist in den Hintergrund getreten. So wie früher die Umweltpolitik, die nicht vorhanden war. So ist heute in der kommunalen Gemeindepolitik der Begriff „Gemeinwohl“ nicht mehr vorhanden. Es werden stellenweise ernsthaft grenzwertige Entscheidungen im Gemeinderat getroffen und hinterher gesagt, es sei nur zum Wohl der Gemeinde. Das die Gemeinde dann in überforderter Gemeindepolitik die Kontrolle über die Müllberge verliert und der Abholer dann Wochen braucht, um eine einfache Ladung gelber Säcke aus der Gemeinde abzuholen, obwohl die Abfuhrtermine völlig anders lagen, interessiert niemanden. Zudem die Gemeinde die Versäumnisse bei der Abholung von Seitens des Abholers auch noch selbst bezahlen muß. Sie erhält keinen Schadenersatz vom Abholer, sondern bezahlt mehr.

Und das ganze, inklusive dieser ganze Mülltrennungsunfug, wird dann dem Bürger in Rechnung gestellt. Als Umwelt- oder noch besser ökologische Müllpolitik verkauft. Wir brauchen keinen Kölner Korruptionsdickicht, hier vor Ort herrschen Zustände, da würde jeder Korruptionsbeauftragte sich die Haare ausreißen und von der nächsten Autobahnbrücke springen. Aber – es schont ja die Umwelt.

So sieht es auf Gemeindeebene aus, mit dem Kreis möchte ich an der Stelle nicht fortfahren. Es ist zu schrecklich, was da passiert. Aber wichtig ist, die Umwelt wird geschützt. Das wir im Ort noch keine Fahrverbote für Dieselfaherzeuge haben ist irgendwie ein kleines Wunder. Aber keine Sorge, das DUH wird auch das hinkriegen, sobald feststeht, daß man unsere kleine Gemeinde genauso abzocken kann. Dann wird wenigstens die Umwelt geschont, oder zumindest das, was sich verschiedene Leute einbilden, was die Umwelt sei.