In unserem modernen, so weit entwickelten Land, sollte sich eigentlich nicht mehr die Frage stellen, welchen Wert ein anderer Mensch besitzt. An dieser Stelle möchte ich gerne die Wissenschaft zitieren, daß die Grundmaterialien, aus denen ein Mensch besteht, gerade einmal einen Wert von € 2,34 besitzen. Also noch nicht einmal einen Standard-Mindestlohn, der gnädigerweise in diesem Land gezahlt wird. Doch an dieser Stelle möchte die Redaktion einmal eine Lanze für die Frauen auf dieser Welt brechen, und wie sie im Allgemeinen behandelt werden. Der Wert einer Frau bemißt sich nicht daran, wie viel ich ihr als Stundenlohn bezahle, noch weniger bemißt er sich daran, was sie alles für mich tun könnte. Denn die Weiblichen einer Spezies besitzen immer einen besonderen Stellenwert, sind sie es doch, die am effektivsten zur Arterhaltung beitragen. Dies sollte man sich einmal vor Augen führen, bevor man wieder irgendwelchen hanebüchenen Vorurteilen folgt.

Doch gehen wir erst einmal die handelsüblichen Vorverurteilungen durch, denen sich Frauen in modernen Zeiten stellen müssen. Auch wenn Saudi-Arabien, oder der gesamte Nahe Osten – Israel inklusive – sich inzwischen zu einer hochtechnisierten und bauwütigen Kultur gemausert hat, bedeutet dies nicht, daß sich kulturell irgendetwas geändert hätte. Noch heute kann man in Israel für eine entsprechende Menge an Schafen oder Ziegen (obwohl es eigentlich gesetzlich verboten ist) eine junge Frau von ihrer Familie regelrecht kaufen. Entweder als Gattin für den Sohn, oder als Nebenfrau für sich selbst. Weder Araber, noch Israelis, machen in dieser Hinsicht Unterschiede. Da diese Traditionen existieren, werden sie auch dementsprechend respektiert. Da mag im Gesetzbuch stehen, was will, die Tradition hat immer Vorrang.

Die Möglichkeit, eine Frau für den eigenen Gebrauch zu kaufen, zieht sich vom Nahem Osten bis Indien, bis schließlich hoch nach Vietnam und China. Auch wenn es in einigen fernöstlichen Ländern nicht mehr so oft praktiziert wird, auch im fernen Osten gibt es noch die Möglichkeit des Brautkaufes. Von Exilchinesen wird diese Praktik übrigens verwandt, falls sie in den Ländern, in denen sie leben, keine passalbe chinesischstämmige Partnerin finden. Dies nur am Rande. Es ist ein kleines Detail, aber keines, welches uns direkt ins Auge fällt.

Modernen Frauen werden zwar in den Ländern vom Nahem bis zum Fernen Osten so einige Rechte zugestanden, doch nur auf dem Papier. Geht es um die wirkliche Rechtsprechung und den wirklichen juristischen Status, den eine Frau in diesen Gebieten hat, landen wir völlig woanders. Dagegen ist das christliche Mittelalter sogar richtig modern und zivilisiert. Fangen wir im Nahem Osten an. Es ist ein Irrglaube, daß im Koran geschrieben steht, daß die Frau effektiv weniger Wert sei als ein Mann. Dies steht in verschiedenen Fatwen, die in den Jahren zwischen 900 und 1100 n.Chr. von diversen angeblichen Nachfolgern des Propheten verfaßt wurden. Diese Fatwen werden jedoch von den verschiedenen islamischen Glaubensströmungen als Grundlage für ihre eigenen Traditionen genommen. Darunter gibt es auch einige Fatwen, die genau bestimmen, ab welchem und bis zu welchem Preis eine junge Frau verkaufbar ist. In einer Fatwa fand ich auch eine ungefähre Preisliste, die altersbezogen war. Die kleine Glaubensgruppierung, die diese Liste benutzt, ist in Deutschland nicht als islamische Glaubensrichtung akreditiert. Doch dies nur am Rande. Bleiben wir erst einmal beim juristischen Status.

Im Koran steht, daß die Frau dem Manne ebenbürtig ist. Verschiedene Fatwen haben diese Aussage des Korans ins Gegenteil verkehrt. Je nach islamischer Glaubensrichtung schwankt der juristische Wert einer Frau zwischen einem Achtel (als niedrigstem, feststellbaren, Wert) und einer Hälfte (höchster, feststellbarer, Wert) des Wertes eines Mannes. [Nicht ihres Ehemannes, da verändern sich die Wertigkeiten noch einmal je nach Anzahl Söhne sie bereits für diesen geboren hat. Jedoch erreicht die Frau niemals den Wert 1, der dem eines Mannes entspricht, sondern bleibt immer darunter.]

Wenn man nun jedoch denkt, dies sei nur im Nahem Osten so, den muß ich enttäuschen. In Israel hat nur eine Frau, die in der Armee gedient hat, den juristisch feststellbaren Wert von Eins – also dem eines Mannes. Eine Frau, die nicht gedient hat, dafür aber in einem Kibbuz gearbeitet hat, besitzt immer noch den juristischen Wert von 0,8! Und dies ist selbst für israelische Verhältnisse viel. Ist die Frau keine Hausfrau, sondern in der freien Wirtschaft tätig, kann sie selbst in Israel nur einen juristischen Nennwert von 0.96 erreichen. Was von einigen Richtern mit dem Wert eines Mannes gleichgesetzt wird, jedoch nicht immer. Bei bestimmten Verbrechen, die gegenüber der Frau begangen werden, wird hier unterschiedlich gewichtet.

Ganz kraß fällt das alles in Indien aus, wo die Frau weniger Wert ist als eine Kuh oder ein Hausschwein. Auch in Indien ist es heute noch üblich, daß die Familie des Mannes einen Brautpreis bezahlt. Meist besteht dieser in Goldschmuck oder ähnlichem, meist jedoch aber in Immobilien. Der Brautpreis kann jedoch von der Familie der Braut nur dann vollständig beansprucht werden, wenn die frisch verheiratete Tochter innerhalb eines Jahres eines Stammhalter gebiert, ansonsten muß die Hälfte des Brautpreises rückerstattet werden. Dies verrät sehr viel über den wahren Wert einer Frau in Indien. Juristisch stehen Frauen in Indien in der gleichen Wertigkeit wie in islamischen Ländern. Folgt man jedoch den alten Hindu-Traditionen, erkennt man, daß es hier inzwischen zwei Strömungen gibt. Die erste Strömung sieht in der Frau nur die willfährige Dienerin ihres Ehegattens, die zweite Strömung, jene nach Ghandi, steht ihr wenigstens die grundlegenden Menschenrechte zu. Die Dienerin ihres Gatten darf mit ihm bei dessen Beerdigung, sollte er vor ihr sterben, lebendig mitverbrannt werden. Eine Tradition, die heute noch teilweise in Indien durchgeführt wird.

In Asien nun ist der Wert einer Frau schon dadurch zu bemessen, wenn wir einmal nachschauen, wie hoch der Frauenanteil in den einzelnen Gesellschaften wirklich ist. Aktuell haben Vietnam und Thailand bei der Anzahl der Frauen in ihren Gesellschaften die Nase vorn. Hier beträgt der Frauenanteil (laut Statistik) zwischen 54 und 64%, Ladyboys abgerechnet. Problematisch wird es jetzt jedoch nur, wenn man sich einmal anschaut, wie hoch der Wert einer Frau wirklich bemessen wird. Vietnam und Thailand haben eine deutlich frauenfreundlichere Politik, als man es diesen Ländern vom Westen her beobachtet eigentlich zutraut. Nach den Kriegen gegen die USA war der Wert einer Frau sogar noch weiter gestiegen. Von vollständiger Gleichstellung ist man jedoch immer noch Milliarden Lichtjahre entfernt. Dies erkennt man an den Löhnen, die die meisten internationalen Konzerne in diesen Ländern wirklich bezahlen.

Weiter geht es mit China, Südkorea und Japan. In allen drei Ländern hat die Frau einen anderen Stellenwert. In China kann inzwischen durch ein allzu offenherziges Auftreten der soziale Stellenwert einer Frau dermaßen abgesenkt werden, daß ein normales Reisen durch das Land unmöglich wird. Wobei man nicht vergessen darf, daß Frauen für eine Reise quer durch das Land schon immer einen zusätzlichen Antrag stellen mußten. Unabhängig davon, ob sie verheiratet oder unverheiratet sind. In Südkorea nun läuft es ein wenig anders. Südkorea ist industriell und auch gesellschaftlich eine Vorzeigegesellschaft. Frauen haben einen hohen Stellenwert, und werden auch entsprechend verehrt. Unabhängig davon, ob sie in der Idolindustrie tätig sind oder waren. Frauen haben in Südkorea einen hohen Wert. Sie können hier sogar, ohne gesellschaftliche Einschränkungen Ministerpräsident werden. Hohe politische Ämter sind also kein Problem, entsprechende Führungspositionen in Industrie und Wirtschaft gleichfalls nicht. Der einzige Punkt, der ein wenig Unmut verursacht, ist der Umstand, daß es mit der Bezahlung nicht so weit her ist. Und eine alleinstehende Frau, die bereits in jungen Jahren ein Vermögen mit anständiger Arbeit machte, gerät in Südkorea leicht in Verdacht, sich für bestimmte Dienste bezahlen zu lassen. Südkorea hat mit das rigidiste Prostitutionsgesetz ganz Asiens. Wird eine Frau beispielsweise bei einer mit der Prostitution gleichgesetzten Arbeit erwischt, drohen ihr hohe Haftstrafen. Dafür hapert es in Südkorea nur mit der Bezahlung von Frauen. Jene ist nicht einmal halb so hoch wie bei uns in Europa. Dennoch dürfen Frauen für diesen Hungerlohn entsprechende Führungsposten einnehmen.

Japan ist nun ein ganz besonderer Fall. In Japan ist nicht klar ersichtlich, wo die Wertbemessungsgrenze ist. Besonders intelligente, junge, Frauen, abseits der Idolindustrie, gründen in Japan ihre eigenen Firmen. Dies ist in Japan die einzige Möglichkeit, wie eine Frau es hinbekommen kann, unabhängig von ihrem Geschlecht, entsprechend Geld und Einfluß zu gewissen. Und es gibt in Japan eine Menge junger Frauen, die mit kleinen Selfmade-Betrieben ihren Unterhalt bestreiten. dies völlig fernab jener sexualisierten Industrie, die in Japan heute bereits den größten Teil des BIP ausmacht.

Um das alles hier zu einem Ende zu bringen, muß man darauf hinweisen, daß Primaten noch niemals viel vom anderem Geschlecht gehalten haben. in Primatenhierarchien sind es immer die Männchen, das angebliche Patriarchat, was letztlich das Sagen hat. In Wirklichkeit ist es so, daß zwar der Patriarch nach außen hin den Ton vorgibt, innerhalb der Gruppe jedoch die Matriarchin sagt, was die ganze Gruppe tut oder läßt. Frauen haben in unserer Gesellschaft eine ganze Menge zu sagen, unabhängig von ihrem wirtschaftlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Status. Denn diese Stati werden völlig überbewertet. Es kommt nicht darauf an, wo man in der Nahrungsfolge hockt. Letztendlich nicht. Den Rest kümmert nur noch die Evolution. Und auch in unseren modernen Zeiten gilt wieder: Die Intelligenz pflanzt sich nicht in dem Maße fort, in dem sie es eigentlich sollte. Stattdessen pflanzen sich die Dummen und weniger Intelligenten immer in größerer Masse fort. Woran dies liegt? Unter anderem daran, wie wir als Spezies unsere weiblichen Mitglieder unserer globalen Gesellschaft behandeln. Es gibt nur noch wenige Gemeinschaften, in denen die Frauen wirklich als gleichberechtigt angesehen werden. Will man dies verdeutlichen, sollte man nicht verhehlen, den Blick einmal gen Ostblock zu richten (oder das, was er früher einmal war) und darauf zu schauen, unter welchen Bedingungen noch heute dort Frauen gezwungen sind zu leben. Und zu arbeiten. Darüber erspare ich mir aber an dieser Stelle jedes weitere Wort, weil es zuviel und ein völlig neues Kapitel wäre.