In diesem, mir inzwischen so unbekannten, Land, scheint so einiges quer zu laufen. Früher nannte man solches demokratische Willensbildung. Wie man es heute bezeichnen möge, ist mir völlig unbekannt. Denn mit Demokratie und freier Willensbildung hat das aktuelle Getue herzlich wenig zu tun. Eher im Gegenteil. Die Abwesenheit eines funktionierenden Verstandes wird als der größte Inbegriff des Deutschseins gefeiert. Besonders gut ersichtlich, wenn man den Nasen des AfD einmal auf Ortsebene beim Reden zuhört. Da wundert man sich dann schon, wie ein Großbauer den Realschulabschluß geschafft haben kann, um dann einem Lügenbold wie dem Höcke auf den Leim zu gehen. Ja, höhere Schulen verpflichten eben nicht zum Selbstdenken. Aber wo wäre dieses Land, wenn wir nur Hauptschüler hätten?

Gehen wir nach der Blödipedia wenn es um die Definition von Demokratie geht, erhalten wir zwei unterschiedliche Artikel. Einmal den der Wikipedia Ö, dann den der Wikipedia DE. Beide sind nicht sonderlich vielsagend. Grundtenor in beiden Artikeln ist jedoch, daß weder die Bürgerlichen, noch der Adel, wirklich demokratische Verhältnisse in den deutschsprachigen Reichsgebieten haben wollten. Ja, das Bürgertum machte gemeinsame Sache mit dem Adel. Kommt das Jemanden bekannt vor? Sollte es besser auch, denn aktuell haben wir wieder dieses Obrigkeitsgetue, wo sich Adel und selbsterklärtes Bürgertum gegen den Rest des Volkes zusammentun. Besonders deutlich wird dies bei dem Mitgliederreigen des AfD. Aber dort ist es nur am offensichtlichsten zu sehen. Ganz böse erwischte diese Entwicklung die SPD, die seitdem um ihr Überleben ringt, anstatt sich auf die Grundprämissen ihrer Gründer zu besinnen, und endlich wieder soziale anstatt neoliberale Politik zu machen. Für neoliberale Politik ist der Loserverein um den Herrn Lindner zuständig, nicht die SPD, die vor 15 Jahren mehr als nur ihre Prinzipien, sondern gleichzeitig auch die Demokratie, verriet. Und dies nicht aus Machtdünkel, was ja noch verzeihlich wäre, sondern aus reiner Dummheit.

Doch dies hat wenig mit Demokratie zu tun, die man sowieso weder in AfD, noch in SPD ernsthaft zu finden hofft. Selbst die vielgelobte CDU hat hin und wieder ernsthafte Demokratieprobleme. Leider schlagen die dort nicht so hart durch, wie bei anderen Parteien. Warum ich DIE GRÜNEN an dieser Stelle bewußt auslasse? Ganz einfach, die GRÜNEN sind und waren niemals eine demokratische Partei. In ihren Gründerjahren hatten die hochschwangeren Strickmamseln dort das Sagen. Dann kamen die homophoben Homosexuellen ans Ruder, die nicht zu ihrer eigenen Geschlechtlichkeit stehen konnten, und nun sind inzwischen die rabiaten Fundis am Ruder, die aus den GRÜNEN eine ademokratische Verbotspartei machen wollen, weil sie der Meinung sind, daß der Mensch nur dann glücklich wird, wenn er dazu gezwungen wird. Wobei man nicht mißverstehen darf, wie die einzelnen Parteigruppen Glück denn nun wirklich definieren. Glück hat in einer Demokratie nämlich nichts verloren. Glück ist etwas für Dummschwätzer, die Hoffnungsvollen. All jene, die nichts aus ihrem Leben machen können, weil es der „bösen“ Gesellschaft nicht gefällt.

Aber Demokratie wagen und demokratisch sein, sind in diesem Land, und nicht nur hier, zwei verschiedene paar Schuhe. Das eine stülpt man sich über, wenn es darum geht, dem Nachbar zu sagen, was denn bitte schön fein demokratisch ist. Das andere wendet man nur an, wenn man sich die eigenen Diäten erhöht und gleichzeitig die Sozialhilfe rabiat zusammenkürzt. Denn beides ist immer im gleichen Jahr demokratisch zwingend notwendig. Denn der Bund verfügt nur über eine begrenzte Summe an Geldern, die er über das Jahr ausgeben darf. Und was wäre demokratischer, als die Hauptsache diesen Geldes in die Taschen jener fließen zu lassen, die demokratische Politik zu betreiben. Bis zur Kanzlerschaft eines gewissen Herrn Schröders mag dies zugetroffen haben. Doch inzwischen hat sich das politische Klima deutlich abgekühlt. Sozial befindet sich Europa in einem eiszeitbasierenden mentalen Tiefflug. Und irgendwann wird der Albatros steifgefroren irgendwo aufschlagen und zerbrechen – und mit ihm die Demokratie.

Die SPD hat mit ihren asozialen Hartz-Gesetzen den Weg für braune Gemeinschaften wie den AfD bereitet, und dabei gleichzeitig auch noch bewiesen, daß es der FDP niemals um die Demokratie, sondern nur um die eigene Klientel ging. Der aktuelle Zustand des Landes ist dem mangelndem Demokratieverständnis der SPD geschuldet. Man darf aber nicht vergessen, als vor 15 Jahren der Sozialstaat abgeschafft wurde, waren ALLE Parteien des Bundestages daran beteiligt. Dummerweise wußten auch alle Parteien jener Zeit, daß der Sozialstaat genau das Zünglein ist, der die Bundesrepublik auf der Seite der demokratischen Staaten dieses Planeten hält. Mit der Selbstabschaffung des Sozialstaates schuf man das Fundament für den modernen Neofaschismus, der sich auf den ersten Blick noch nicht einmal wirklich falsch anhört, aber genauo wie die Verbotspolitik der GRÜNEN absolut grundfalsch und antidemokratisch ist. Doch jedes Mal, wenn man dies beiläufig erwähnt, muß man auf diversen sozialen Plattformen mit einem regelrechten Shitstorm gegen die eigene Person rechnen. Sonderlich demokratisch fühlt sich dies dann auch nicht an.

Und wenn wir schon dabei sind: Fake News, wie sie GRÜNE, FDP und AfD unaufhörlich verbreiten, haben nichts mit Demokratie zu tun. Die wichtigsten Fake News-Schöpfer sitzen bei der AfD, unbestritten. Das die Partei damit nur belegt, daß Demokratie nicht ihr Steckenpferd ist, begreift deren Vorstand auch irgendwie nicht. Doch die Grenze, ab wann etwas Fake News ist, und ab wann nicht, wird paradoxerweise nicht von jenen gezogen, die die Demokratie wirklich verteidigen wollen (siehe Don Alphonso, NDS oder andere Blogs), sondern von jenen, die diese Fake News auch noch verbreiten. Der Bock behauptet also der Gärtner zu sein. So beginnt der Untergang der Demokratie.

Im deutschsprachigen Europa ist man gerade dabei, die Demokratie abzuschaffen und gegen etwas zu ersetzen, was Niemand so genau definieren kann. Was es genau ist, und wie viele Tote es diesmal fordern wird, ist noch nicht ganz raus. Fest steht aber, daß dieses asoziale und antidemokratische Verhalten letztlich die wirklich spinnerten Briten dazu animierte, aus der €U auszutreten. Was ich ihnen anhand der Faktenlage noch nicht einmal Übel nehmen kann. Ich meine, in einem Land, in dem die Demokratie von Anfang an immer wieder getreten wurde, tut man sich eben damit schwer, wenn man auf größerer Ebene sieht, daß dort das gleiche Fehlverhalten einreißt, welches man von Daheim gewohnt ist. Demokratie, und was dann? Ja, was folgt, wenn wir erfolgreich die Demokratie abgeschafft haben? Die Schweizer versuchen dies nun schon geschlagene 500 Jahre lang in ihrem Land, und es gelingt einfach nicht, weil wir immer noch eine Handvoll Bergbauern haben, die ihre Almen zeitlebens noch nie verließen und deshalb keinerlei Einblick in die große Welt haben. In Deutschland ist es ähnlich. Nur geht die Abschaffung der Demokratie solange voran, solange man SPD, FDP, GRÜNE und AfD einfach gewähren läßt, anstatt Mitgliedern dieser Parteien deutlich klar zu machen, daß es so nicht weitergehen kann. Vor allem, daß nach deren Verhaltensmuster Demokratie nicht funktionieren kann. Zwingend nicht funktionieren kann, denn Demokratie bedeutet, zuerst die Ärmsten der Armen, die Schwachen und Getretenen einer Gesellschaft bevorzugt zu behandeln, und die Reichen und Wohlhabenden außen vor läßt, damit eben jene Armen und Geschundenen die Möglichkeiten erhalten können, sich ein normales Leben aufzubauen. Verfolgt man die aktuelle Politik jedoch weiter, vernichtet man nicht nur die Lebensgrundlage der Ärmsten der Gesellschaft, sondern die der gesamten Gesellschaft. Eine Zivilisation kann nur überleben, wenn sie den Mut hat, den Ärmsten als König zu behandeln. Nur haben die Armen in diesem Land keine Lobby, und werden auch niemals eine haben. Denn schon unter den alten Demokratievertretern in diesem Land galten die Armen und Arbeitslosen nur als entsorgungswürdiger Abschaum, den man verhungern lassen konnte. Und davon machte schon die Weimarer Republik Gebrauch, bevor die Armen dann im Dritten Reich mit Juden und Zigans vergast wurden. Und dies hatte auch herzlich wenig mit Demokratie zu tun.

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