Die Nationen, die Feuerwerkskörper ins All schicken können, werden immer mehr. Die amerikanische Politik der Separation und der Embargos greift nicht mehr richtig. Die westliche Welt atmet erschreckt ein, weil eine angebliche kriegsfreundliche Nation (mehr als Amerika?) es fertig gebracht hat, ohne westliche Hilfe einen eigenen Satelliten ins Orbit zu feuern.

Fakt an besagter Situation ist nun einmal, daß der Iran des Herrn Ahmadinedschad es aus eigener Kraft schaffte, einen kleinen Satelliten ins Orbit zu schießen. Wie unabhängige Quellen erklärten, konnte vom Flug des Satelliten die Transport- und Hauptstufe vom Boden aus ausgemacht und die Angaben der iranischen Wissenschaftler bestätigt werden. (Und dies hat Amerika gewiss nicht gefreut.) Es wird sehr viel über den Iran behauptet. Auch mir ist klar, das die islamische Revolution, die damals mit der Rückkehr des Ajatollah Khomeini einen weitaus größeren Flurschaden anrichtete, als ursprünglich geplant. Kam der Gottesmann doch durch die Mithilfe der Großgrundbesitzer und Industriellen im Land erst an die Macht, die sich durch den Schah Reza Pajlevi in ihrer eigenen Machtausübung beschnitten fühlten. Das auch die Intellektuellen auf diesen Zug aufsprangen – und dann in der Revolution selbst zum Opfer wurden – ist hier nur ein typisches Beispiel dafür, daß Revolutionen grundsätzlich ihre Kinder fressen. In Europa wußte man dies schon seit der französischen Revolution, die auch hier ungefähr 3/4 aller intelligenten Menschen vom europäischen Kontinent hinwegfegte.

Doch der Iran ist anders. War schon immer anders. Wenn der Libanon das Frankreich des Nahen Ostens ist, so stellt der Iran eindeutig das Rußland des Nahen Ostens dar. Und die Iraner waren schon immer ideenreich. Auch wenn die Revolution so an sich nicht falsch war, sind ihre Auswirkungen dennoch fatal für das Land gewesen. Die Sittenwächter der Mullahs urteilen ein wenig zu streng über den Bekleidungsstil bei Frauen und im Falle von Homosexualität wird meines Erachtens auch viel zu schnell aufgehängt.

Aber dies sind Kleinigkeiten, Spitzfindigkeiten, mit denen sich die UN-Geschäftsstelle für Menschenrechte auseinandersetzen sollte. Der Iran hat sein erstes größeres Ziel erreicht. Auch wenn Israel neidisch auf ihn schaut und ihm ständig die im Aufbau befindlichen Atomanlagen wegbombt, heißt dies nicht, daß der Iran zu einer atomaren Gefahr für die Gegend werden würde, wenn man schon weiß, daß die Israelis mehr als genug amerikanische Atombomben in ihrem Besitz haben und sich bisher nur aus einigen wenigen Gründen gescheut haben, diese auch zum Einsatz zu bringen. Obwohl der Legende nach 1967 ein israelischer Jet mit einer Atombombe bestückt auf dem Weg nach Kairo war, um den Krieg noch mehr abzukürzen – jedoch noch vor dem Ãœberflug des Gaza-Streifens wieder zurück beordert wurde, weil sich die Amerikaner gegen den Einsatz ausgesprochen hatten.

Der Iran wiederum stellt eine wirklich unabhängige Nation auf diesem Planeten dar. Zudem ist er nicht der böse Kriegstreiber. Zumindest nicht wirklich. Jetzt den Iranern wegen eines erfolgreichen Satellitenstarts gleich wieder das Brandmal aufzudrücken, daß sie den iranisch/irakischen Krieg angezettelt hätten, ist ein wenig vorschnell. Alle Welt weiß, daß es die amerikanische Marionette Saddam Hussein seiner Zeit gewesen ist, der beide Kriege hat ausbrechen lassen. Aber auch daran darf man die Amerikaner nach Möglichkeit nicht erinnern. Es würde sonst zu peinlich.

Iran wäre der neunte Staat der Welt, der mit einer eigenen Trägerrakete einen selbst gebauten künstlichen Erdsatelliten ins All gebracht hat. Bisher war das nur der Sowjetunion, den USA, Frankreich, Japan, China, Großbritannien, Indien und Israel gelungen.

Das der Iran nun mit Israel in der Raketentechnik gleichgezogen hat, sollte eignetlich eher die Gemüter in der Gegend entscheidend abkühlen lassen. Nun ist Israel nicht mehr die einzige Nation, die nach Belieben die Nachbarländer mit Mittelstreckenraketen bombardieren kann. Ich gehe jedoch davon aus, daß die islamische Revolution im Iran nun nicht gleich wieder zu den Waffen greifen und Israel angreifen wird. Ich gehe eher davon aus, daß das aktuelle Forschungssatellitenprojekt gleichzeitig auch den Sinn hat, herauszufinden, wie viel spaltbares und als atomwaffenfähiges deklariertes Material Israel in Wirklichkeit hat, offen zu legen. Obwohl Israel den Iran ständig provoziert, reagieren dessen Herrscher anders als gedacht. Auch daran sollte sich Israel ein Beispiel nehmen.

Das Iran diesen Satelliten ausgerechnet zum 30. Jahrestag der Revolution in den Himmel schoß, zeigt nur eindeutig, daß wir es hier mit einer souveränen Nation zu tun haben, die das tut, was sie tun muß, um den Schaden, den die eigene Revolution einst angerichtet hat, wieder gut zu machen. Zuerst dem eigenen Volk gegenüber, später dann auch bei den Nachbarn. Das Israel und die USA dies nicht erkennen wollen, erkennt man aus ihren Handlungen in dieser Weltgegend. Dort jedoch eine raumfahrende Nation nun vorzufinden, würde bedeuten, daß die Weltpolitik sich rasch ändern muß, um weiteres Leid zu verhindern. Auf allen Seiten. Deshalb trägt der Satellit ja auch seinen Namen „Omid“ = Hoffnung!

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