Unsere Gesellschaft hat mehrere Probleme. Das wohl schwerwiegenste, welches unsere moderne Zivilisation heutzutage hat, ist die Gleichbereichtigung in der Gesellschaft von Mann und Frau. Wie ich bereits schon einmal an anderer Stelle hier beschrieb, sind Frauen gezwungen (sofern sie einen regulären Ausbildungsberuf nachgehen) für gut ein Drittel weniger Gehalt gut die Hälfte mehr als ein Mann zu leisten. Aber dies ist nur ein Teil des Problems.

In der standardisierten Werbung heutzutage sind mehr halbnackte und nackte Frauenkörper zu sehen als noch vor einigen Jahren (ich gebe zu, der Anteil geht mittlerweile wieder zurück, aber dies ist nur das Zurückschwappen einer Welle, die sich bald wieder aufbauen wird). Die Frau wird nicht als Subjekt in der Werbung gesehen, sondern nur als Objekt. Meistens als Lustobjekt für den Mann. Frauen bewerben nackt Automobile, Parfüm oder auch ganz schlicht und einfach Joghurt.

Mir geht es aber heute darum, aufzuzeigen, daß es eben nicht OK ist, wenn man den weiblichen Körper einfach als Lustobjekt für den Mann bereit stellt. Egal in welcher Form. Nur um meine Ansicht entsprechend darlegen zu können, bin ich gezwungen, auf einige Beispiele zurück zu greifen. Dies macht es zwar auch nicht einfacher, die entsprechenden Gedankengänge eindeutig zu erklären, aber vielleicht sind sie dann leichter zu begreifen.

Die Frau als Objekt der Begierde (Werbung)

Jeder Mensch findet einen nackten oder halbnackten Frauenkörper schön, unabhängig jetzt vom Geschlecht des Betrachters. Es gibt darüber einige Studien, die gezielt von der Werbebranche in Gang gesetzt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Nun ist es jedoch so, daß sich durch diese Studien auch sehr leicht über die Jahrzehnte der Geschmack der Geschlechter aneinander auch ziemlich genau nachvollziehen läßt, nämlich dieser ist ständig im Wandel begriffen.

Nach den deutschen Wirtschaftswunderjahren, nachdem Deutschland reich und fett geworden war, entdeckte die Werbung in Europa den Hungerhaken. Quasi den bulimisierten Frauenkörper (in den 60’er & 70’er Jahren stand Twiggi dafür Pate). Frauen, die aus nicht mehr als Haut und Knochen bestanden, kaum Busen besaßen und auch ziemlich lange, schmale Beine vorweisen konnten. Diese Art Frau wurde für gut zwei Jahrzehnte zum europäischen Geschmacksleitbild erklärt. Frauen, die nicht bereit waren, im Rahmen der Emanzipation, sich entsprechend Pfunde abzuhungern, galten bald nicht mehr als begehrenswerte Frauen.

Selbst die altbekannten Männermagazine (und dies beinahe schon global) richteten sich nach dem neuen Frauenbild, nachdem eine Frau ausgehungert auszusehen hatte. Selbst bei den Fotomodellen jener Tage war eine chronische Unterernährtheit festzustellen. Aber es war Chic, es war weiblich!

Das hierbei der Beginn und der Maßstab eines Frauenbildes geschaffen wurde, in dem die Frau einfach nur ein Lustobjekt für den Mann zu sein hatte, wurde von der Gesellschaft billigend in Kauf genommen. Obwohl die Werbung international offenherziger und vor allem freier von jeglicher Prüderie als heute war, stellte sie die Frau zumeist auch in befreiten Posen dar. Wenn auch ausgehungert!

Frau ließ sich eine solche Klassifizierung auf ein Rollenschema gefallen. Und Frauen, die im herkömmlichen Berufsleben erfolgreich sein wollten, mußten entweder mit hervorragenden Kenntnissen der Arbeitsmaterie und Arbeitswelt glänzen oder sich diesem Klischee unterordnen. In der Werbung der 70’er Jahre, die mehr im europäischen Ausland die Frau versuchte vom Objekt wieder zum Subjekt zu machen,  steht die Frau in Deutschland jedoch nur als Hausmütterchen da, deren einzige Karriere darin bestand, möglichst viele Kinder zu zeigen und vernünftig Kaffee kochen zu können. Eine Kunst, die nicht einmal die Männer richtig beherrschen.

Die emanzipierte Frau wurde demnach auch bis Ende der 80’er Jahre (also ein Jahrzehnt später) offen und zum Teil sehr vulgär als Lustobjekt dargestellt. Und die Frau ließ es sich gefallen. Nicht aus höheren Beweggründen, sondern nur deshalb, weil die Anerkennung als männliches Lustobjekt für die Frau von Welt bereits Befriedigung genug darstellte. Die Frauen verrieten also dadurch schon die emanzipatorische Bewegung, indem sie sich bereitwillig zur Schau stellten und auch nichts dagegen hatten, dafür Pfunde herunter zu hungern, die sie vielleicht später noch gut gebrauchen konnten.

Wie man hieraus bereits ersehen kann, trägt an dieser Entwicklung nicht der Mann die Schuld, sondern Frau selbst steuerte diesen Weg. Nicht wegen irgendwelcher gesellschaftlicher Konventionen, sondern weil Frau sich dadurch von Fesseln befreite, die sie vorher an Haus und Hof ketteten. Auch dieser Umstand sollte berücksichtigt werden. Man(n) allein war nicht in der Lage Frau so etwas anzutun. Das es damals dann auch Männer gab, die offen die Frauenbewegung unterstützten und absolut kein Problem damit hatten Emanzen zu hofieren und diesen bei der politischen und beruflichen Karriere zu helfen, versteht sich da von Selbst. Immerhin waren es damals Zeiten, in denen die gesellschaftliche Gleichheit beinahe erreicht war.

Die Werbung war hier Vorreiter, aber auch nur deshalb, weil die Frauen sich bereitwillig und freiwillig selbst zum Lustobjekt erhoben, um danach als Kunstsubjekt sich zu vermarkten und aufzuzeigen, daß sie durchaus mit den Männern Schritt halten konnten. Eine Sicht der Dinge, die heute noch in den eher katholischen Gebieten unserer Welt als der Beginn des Untergangs des Abendlandes gefeiert wird.

Die Frau als selbstbestimmtes Wesen (Esoterik)

Der nächste Schritt in der Gesellschaft, die den Frauen Anfangs beeindruckende Erfolge bescherte, sich jedoch später in ihr Gegenteil verkehrte, war die Selbsterkenntniswelt, wie sie von Frauen erfahren wurden. Schon in den 60’er Jahren gingen viele junge Frauen nach Indien, um sich dort entsprechend fortzubilden, Hilfe zu leisten und einfach nur selbstbestimmt ihr Schicksal in die Hand zu nehmen.

Ashrams wie Poona in Indien wurden nicht nur Zentren der sexuellen Befreiung der männlichen Dominanz im Bett (übrigens ein Problem, mit dem wir heute noch zu kämpfen haben), sondern gleichzeitig auch zu wahren Schmelztiegeln von Ansichten und esoterischen Wissens. Frauen, die ihre sexuelle Befreiung von männlicher Dominanz feierten, erkannten bald, daß ihnen diese Selbstsicherheit auch die Möglichkeit bot, sich auch auf andere Art und Weise zu befreien. BH-Verbrennungen in Deutschland (ähnlich wie die Korsettverbrennungen bei der deutschen Revolution 1848/49) lösten eine kleine Revolution aus. Frau emanzipierte sich. Jedoch nicht über eigene Leistung zuerst, sondern vornehmlich über die Sexualität. Frauen wußten was sie wollten und Mann hatte seine Leistung zu erbringen. Das Rollenbild begann also allmählich zu verschwimmen.

Träumten in den 50’er Jahren die Mädchen noch davon, Stewardess zu werden, so war in den 70’er & 80’er Jahren der große Wunschtraum als Abteilungsleiterin Karriere zu machen. Ja, manche Frauen schufen sich sogar ihre eigenen Magazine und Verlage (siehe Alice Schwarzer) und kämpften von nun an mit der Feder für eine weiblichere Welt. Das jene jedoch nicht eben friedlicher abläuft, wie bei den Männern, erkannten Frauen jedoch erst in den späten 90’er Jahren. Zu dieser Zeit war die Esoterikwelle auf ihrem Höhepunkt und beinahe jede vierte Frau in Europa war mit einem Mal Medium für irgendeine geistige Entität.

Das die Esoterik und das aus Indien importierte Wissen gleichzeitig befreiend wirkte (sich jedoch nicht gesellschaftlich auswirkte), lag daran, daß zu der gleichen Zeit der Beruf des Heilpraktikers in Deutschland Anerkennung fand und die eigentliche Esoterik und magische Welt in den Hintergrund gedrängt wurde. DEie europäischen Kirchen sind daran nicht ganz unschuldig, lieferten sie sich doch von Anfang an mit den östlichen Religionen größere und kleinere Grabenkriege, die zum Teil bis heute anhalten.

Das beim Heilpraktikertum auch eine gute Portion Glauben mit dazu gehört, wissen nur die Eingeweihten! Das jedoch das Heilpraktikertum die Frauen gleichzeitig wieder zurück an Haus und Hof brachten, übersahen die meisten Frauen. Also wurden sie wieder nicht Lehrerinnen (obwohl sie dies schon seit Jahrzehnten im staatlichen Schuldienst leisteten), sondern abermals wieder zu einem selbsterklärten Objekt männlicher Gelüste. Auch Frauen mit Hirn brauchen Sexualität. Also begannen sich Frauen, eben auch jene nun entstehenden Akademikerinnen, wieder mehr um ihren Körper und mehr um ihren Nachwuchs zu sorgen. Das Haus kam mit dem Mann quasi automatisch. Und wieder war die Gleichberechtigung an einer wichtigen Stelle gescheitert.

Die Frau als Pornoheldin (Kunst & Kultur)

Hervorstechendes Merkmal waren hier ein übergroßer Busen und ein ansonsten fragiler Körperbau, der schon wieder an die alten Twiggi-Zeiten erinnerte. Hier tat sich in den 90’er Jahren besonders Gina Wild (Michaela Schaffrath) hervor, die mit einem solchen Körperbau innerhalb weniger Jahre zu einem europäischen Kultobjekt moderner Weiblichkeit avancierte. Jedoch war hier von Selbstbestimmung wenig zu sehen.

Die Pornobranche, die in den 70’er Jahren noch so amüsante Filmchen wie Josefine Mutzenbacher (berühmtes österreichisches Sittengemälde) zustande brachte, suchte sich einen leicht manipulierbaren Frauentyp heraus. Also Frauen, die vielleicht Lust an ihrem eigenen Körper hatten, jedoch nicht allzu viel Wert darauf legten, auch dabei wirklich das Kommando zu führen. Also keine Alpha-Weibchen, sondern reine Betas, die sich alles gefallen ließen. Besonders hervorheben muß man hier Dolly Buster, die zwar auch diesem Frauenbild entsprach, sich jedoch sehr rasch in der Branche emanzipierte und danach mit ihrem Ehemann selbst begann Filme zu produzieren, die zwar dem Marktgeschmack entsprachen, die Frau jedoch nicht mehr als entwürdigtes Sexobjekt zeigten.

Auffallend hierbei ist, daß die eigentliche Pornoindustrie heutzutage sich weniger auf die Filme als eher auf die Magazin- und Broschüreherstellung spezialisiert hat. Hier sind die Frauen noch leichter zu manipulieren und werden zumeist von Ihresgleichen entsprechend abgerichtet. Männer sind hierbei zwar abermals Nutznießer der Entwicklung, aber wieder nicht aktiv beteiligt. Frauen fühlen sich auch zumeist in der Pornobranche wohl, obwohl es doch eigentlich anders sein sollte. Der Nachwuchs stirbt also nicht auf, weil es immer wieder Frauen gibt, die ihre Emanzipation dadurch festlegen, in dem sie zu einer Pornoqueen werden.

Oder um es einfacher zu sagen: Wenn die Frau als Künstlerin erfolgreich sein will, wird sie früher oder später nicht umhin kommen, sich zu prostituieren. Und zwar in jeglicher Form. Frauen, die es ohne sexuelle Gefälligkeiten an die Spitze schaffen, müssen nicht nur härter als Männer arbeiten (da man ihnen als Schriftstellerinnen auch andere Zeitvorgaben macht), sondern auch bedeutend gnadenloser bei ihren Verhandlungen sein. Letztlich kommt es aber immer auf einen Ausverkauf des eigenen Körpers oder der eigenen Seele hinaus.

Gleichberechtigung, aber wie?

Wenn Mann und Frau zusammen kommen, muß nicht unbedingt der direkte Geschlechterkampf ausbrechen. Eigentlich ist es eher so, daß beide Seiten auf einen Kompromiß hinarbeiten, mit dem beide leben können. Und dabei noch ihren Lebensunterhalt verdienen. Unsere Gesellschaft sieht es nach wie vor nicht gerne, wenn eine Frau in der Politik (Heide Simonis, Andrea Ypsilanti, Andrea Nahles) oder im Beruf Karriere machen. So etwas stört das gesellschaftliche Gleichgewicht, daß zum Teil noch nach Normen funktioniert, die heute bereits so etwas von archaisch sind, daß man sie eigentlich längst hinter sich gelassen haben sollte.

Frauen machen sich freiwillig zum Lustobjekt für Männer, verkaufen ihren Körper als Prostituierte, oder arbeiten freiwillig auf Hungerlohnbasis in diversen Betrieben, ohne Aufstiegschancen, ohne echte Gleichberechtigung. Der Vorwurf, daß heute eine minderqualifizierte Frau einem gut qualifizierten Mann vorgezogen wird, bei gleichzeitig niedrigerem Lohn, kann ich so nicht recht zustimmen. Für mich sieht es so aus, daß Frauen zwar jeden Beruf lernen, ihn jedoch nach der Ausbildung in den seltensten Fällen dann auch ausüben dürfen.

Viele Industriebereiche sind reine Männerdomänen und Frauen müssen sich auch hier, wenn sie beruflich erfolgreich sein wollen, prostituieren. Und dies in jeder Form. Entweder ein körperlicher Verkauf des eigenen Selbst (und damit die eigene Emanzipation mit Füßen treten) oder aber ein geistiger Verkauf der eigenen Talente, damit man selbst den Job behält, ein Mann aber die dafür anstehende Beförderung erhält. [Skeptiker, die nun behaupten, daß diese Aussagen nicht zutreffend seien, sollen mir bitte Gegenbeispiele liefern. Mir sind genügend Berichte von Frauen bekannt, wo es genau so lief.] Die Frau wird auch in der Arbeitswelt bei männlichen Kollegen eher als Sexobjekt wahrgenommen (daran ist die Rolle der Frau in der Werbung nicht ganz unschuldig) oder aber überhaupt nicht.

Eine wirkliche Gleichberechtigung hier herbei zu führen, wäre nur auf sehr komplizierten Wegen möglich, da man zuerst einmal gesellschaftliche Konventionen aufbrechen müßte, die sich über Jahrhunderte hinweg heraus gebildet haben. Und dies fängt bei der frühkindlichen Erziehung bereits an. Kleinen Mädchen gibt man im Kindergarten typisches Mädchenspielzeug in die Hände, keine Spielzeugautos. Nein, es müssen unbedingt Puppen sein. Werkzeuge? Ein Mädchen und Werkzeuge schließen sich bereits im Kindergarten einander aus.

Die Erschaffung des Kunstobjektes Frau

Jeder kennt den alten Frankenstein Klassiker „Frankensteins Braut“. In diesem Film verliebt sich das Monstrum in eine Dorfschönheit, bringt sie um, damit sein Schöpfer daraus für ihn ein Spielzeug bastelt. Die Verlobte des Barons Frankenstein ist von der Idee gar nicht angetan, da sich aber das Monstrum artikulieren kann (einer der ersten Filme, in denen es sogar sprechen konnte), sieht sie schließlich ein, daß ein glückliches Monstrum wohl eher ein friedfertiges und freundliches Monstrum sein wird. Der Baron baut schließlich aus der Gemordeten und einigen anderen Leichenteilen eine wirklich gut aussehende Braut für das Monstrum zusammen, jedoch macht er dabei den Fehler, dieser das Gehirn der vom Monstrum Getöteten einzusetzen. Die ganze Geschichte endet in einem Drama. Die Gemordete nimmt Rache indem sie zuerst die Verlobte des Barons tötet, bevor das Monstrum sich dann gezwungen sieht, die für sich geschaffene Braut höchstselbst aus der Welt zu schaffen. Vorher jedoch bringt es seinen Herrn und Meister um, weil jener bei seiner Aufgabe versagt hat.

Die tiefere Moral dieser Geschichte ist offene Gotteskritik. Der Bibel nach schuf Gott Adam nach seinem Bilde. Weil jenem jedoch langweilig war, baute er ihm zuerst Lilith. Lilith ist das Idealbild einer Frau. Lange Beine, gute Figur, lange, schwarze Haare, Glutaugen und einen Intellekt, der dem des Adam überlegen war. Kein einfaches Frauchen, dem man einfach Kommandos geben konnte oder die sich für eine Mahlzeit prostituierte. Nein, eine Frau, die an der Seite des Mannes stehen und genauso schwer wie er arbeiten konnte, ohne etwas von ihrer Lieblichkeit zu verlieren. Jedoch wurde Lilith Adam zu anstrengend, weil er ihre strengen Qualitätsansichten einfach nicht erfüllen konnte. Er war ein einfacher Geist. Da Gott jedoch sah, daß Lilith gut war, er Adam aber gleichzeitig nicht verprellen wollte, nahm er Adam eine Rippe und baute ihm daraus das dumme Blondchen Eva zusammen. [Und hier gehe ich nur nach den mittelalterlichen Darstellungen dieser beiden Frauenbilder, weil sie sehr bezeichnend für das Problem unserer Gesellschaft auch in heutiger Zeit sind.] Eva war auch langbeinig, besaß auch lange Haare, jedoch in Blond. Ihr Intellekt war dem des Adam unterlegen und sie ließ sich gerne kommandieren. Sehr wahrscheinlich hat sie sich sogar gerne für eine Mahlzeit prostituiert, was damals ja noch nicht als Sünde galt!

So weit die gesellschaftliche Grundtendenz. Eine Blondine nimmt unsere Gesellschaft nicht Ernst (eben wegen jenes Vorurteils, daß durch die Bibel und ihre Darstellungen geschaffen wurde) und eine dunkelhaarige oder schwarzhaarige Frau wird wegen der geistigen Überlegenheit, die man hier vermutet, gleich mit von der Gesellschaft abgestraft. Richtig kraß wird es jedoch, wenn man daran denkt, welche Vorurteile die Gesellschaft rothaarigen Frauen gegenüber schuf. Die Gesellschaft sieht, gezwungen durch ein mehr als archaisches Glaubensbild (in der Religion), in diesen Frauen schlichtweg Hexen. Es liegt wohl daran, daß die Rothaarigen eine nahe Verwandtschaft zu Lilith zu besitzen scheinen.

Die Erschaffung dieser systematisch der Frau aufgezwungenen Rollenbilder hat nun den Vorteil, daß in einer von Männern dominierten Gesellschaft Frauen grundsätzlich diskriminiert werden können, ohne das die Gesellschaft deshalb Gewissensbisse bekommen muß. Es ist einfach ein überlieferter Fakt, daß Frauen nun einmal so sind, wie die Gesellschaft sie darstellt. Das dieses künstliche Erschaffen eines Dominanzmodells hier in erster Hinsicht nur denjenigen hilft, die eine absolute Gleichberechtigung der Geschlechter ablehnen, versteht sich schon von Selbst.

Das Frau dabei grundsätzlich zu einem reinen Sexobjekt herabgewürdigt wird, ignoriert die Gesellschaft eigentlich in dieser Form. Immerhin zählt in dieser Gesellschaft nur Aussehen, nicht Intelligenz oder vorhandenes Hirnschmalz, wenn man als Frau geboren wird. Womit wir wieder bei der künstlichen Erschaffung des Frauenbildes sind. So wie im Film „Frankensteins Braut“ dieses selbstverständliche unterwürfige Frauenbild hervorgehoben und beim Publikum verinnerlicht wird, so ist es ganz natürlich, daß einer Frau nicht die gleichen Rechte wie einem Mann zugestanden werden. Alles andere würde bedeuten, beide Geschlechterrollen miteinander austauschbar zu machen. Und dies würde die Macht einiger homophiler Vereinigungen durchaus untergraben.

Wertschätzung der Frau (in der Gesellschaft)

Im Orient

In orientalischen Kulturkreisen ist eine Frau nur das wert, daß sie als Gegenleistung in der Familie ihres zukünftigen Ehemannes einbringen kann. Dies sind in erster Hinsicht ihre kulinarischen, ihre sexuellen und ihre laboranten Fähigkeiten. Und nicht zu vergessen ihre Fortpflanzungsfreudigkeit. Im Orient kommt eine junge Frau eher an einen Ehegatten, wenn sie diese Talente auf sich vereint. Dabei kann sie halbblind oder taub sein, dies spielt keine Rolle, solange sie dem Manne nur entsprechend dienlich ist. Entweder als Mutter seiner Kinder (der häufigste Grund) oder einfach nur als einfache, unbezahlte Helferin ihres Mannes. Meistens jedoch muß die Frau dann nicht nur das Geschäft des Mannes führen, sondern auch noch ein Rudel Kinder gebären, damit sie vor der Mutter des Mannes Anerkennung findet. In den orientalischen Kulturen muß Frau dann auch noch gleichzeitig stark im Glauben sein. [Ist übrigens bei Juden und Moslems so geregelt.]

In Japan

In asiatischen Kulturkreisen jedoch sieht es anders aus. Und wir haben hier auch gleich zwei bemerkenswerte davon abweichende Sichtweisen der Frau. In Japan beispielsweise gilt eine Frau als gute Frau, wenn sie ohne ein verbales Kommando ihres Mannes genau das tut, was er gerade von ihr gemacht haben will. Gleichzeitig soll sie den ganzen Tag sich um Kinder und Haushalt kümmern und wenn dann noch genügend Zeit ist entweder einen anständigen Beruf lernen oder ein wenig Haushaltsgeld dazu verdienen, da das Gehalt des Mannes meistens nur reicht, um die Miete der winzigen Wohnung zu bezahlen.

In China

In der Volksrepublik China ist man da jedoch schon ein wenig weiter. Frauen werden hier voll in den Produktionsprozeß eingebunden. Vollständig. Nur noch jede dritte Frau lebt zu Hause und kümmert sich um Haus und Familie, während die restlichen Frauen bereits voll in Beruf oder Armee integriert sind. Als gleichberechtigte Partner ihrer männlichen Kollegen. China betreibt diese Sicht auf die Frau seit der zweiten Kulturrevolution mit inzwischen beachtlichen Erfolg. Um die gleichzeitig mit dieser vom Staat gefördeten Emanzipation anwachsende Geburtenrate kontrollieren zu können, wurde in den 70’er Jahren in China die Ein-Kind-Gesetzgebung geschaffen, um die Geburtenrate zumindest halbwegs steuern zu können. Nach der Rückgabe von Hongkong jedoch lockerte man das Statut und änderte es auf Zwei Kinder pro Familie ab. Frauen verdienen hier das gleiche wie Männer und sind in jeder Hinsicht gleichgestellt. Auch wenn die Volksrepublik noch das eine oder andere Problem mit den Menschenrechten selbst hat, wird hier die Frau nicht als Hausmütterchen ausgenutzt, sondern kann sich voll in die Gesellschaft einbringen und ist dabei auch noch voll akzeptiert.

Im Westen

Im westlichen Kulturkreis sieht es jedoch so aus, als wäre die Frau wirklich nur das Anhängsel des Mannes, ohne eigene Rechte und mit einem Pflichtenkatalog, der sich eher wie eine Gebrauchsanweisung liest. Die Frau hat dem Mann untertan zu sein und auf sein Wort zu hören, da der Mann die Inkarnation Gottes darstellt. In einer solchen Kultur, mag sie auch noch so aufgeklärt sein, wird Frau immer nur die zweite Geige spielen. Egal ob sie nun die sexuelle und geistige Revolution erfahren hat, sie wird immer nur das fünfte Rad am Wagen sein, ohne eigene Rechte. Allein deshalb ist es schon bemerkenswert, daß man in Europa erst so spät Frauen das Wahlrecht zubilligte, obwohl im archaischen Japan die Frau dieses Recht bereits bei der Eheschließung hatte – und später auch in anderen Fragen erhielt.

Der Westen sieht die Frau als Werkzeug und Dauergeliebte des Mannes an. Dies ist nicht menschenrechtskonform, aber dem hiesigen Glaubensbild entsprechend. Die Frau hat das zu tun, was man(n) ihr sagt. In jedem anderen Fall ist sie eine Aufrührerin (wie Rosa Luxemburg) oder gar eine Sofragette, die in eine Irrenanstalt eingewiesen gehört. Frauen haben in westlichen Gesellschaften sich zwar einen bestimmten Stellenwert erkämpft, dies heißt und bedeutet gleichzeitig jedoch nicht, daß sie damit wirklich einen anderen Status als den eines Objektes hätten. Im Gegenteil: Je schöner eine aus dem Westen stammende Frau ist, umso eher wird sie sich prostituieren müssen, um gesellschaftliche Anerkennung zu finden. Die ihr dann jedoch sofort wieder aberkannt wird, wenn heraus kommt, daß sie durch Prostitution in ihre gesellschaftliche Stellung aufgerückt ist.

[wird fortgesetzt mit Teil II)

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