Totgesagte Leben länger, heißt es im Volksmund. Es heißt aber auch, daß Jemand, der schon begraben liegt, liegen gelassen und nicht in seiner Totenruhe gestört werden soll. Anscheinend ist dies an einer gewissen hessischen Person, die einst mit der um Jürgen Walter versammelten ‚Aufrechten‘ vorbei gegangen oder es fehlt einfach an der dafür notwendigen Bildung.

Jemand, der bereitwillig politischen Suizid begeht, muß nicht unbedingt noch von der Presse hofiert werden. Normalerweise werden solche Personen von der Journaille in diesem Land totgeschwiegen. Nicht jedoch in diesem besonderen Fall.

Carmen Everts blättert im ECHO und liest mit Entsetzen, dass die Frankfurter Genossin Uli Nissen nun für ein Bundestagsmandat kandidieren soll und von achtzig Prozent der SPD-Ortsvereine dabei unterstützt wird.

Dr. Carmen Ewerts, berühmt geworden dadurch, daß sie mithalf, Andrea Ypsilanti zu stürzen und die Macht eines Roland Koch in Hessen noch zu festigen, gibt sich total uneinsichtig. Nicht, daß dies gegen diese Frau sprechen würde. Aber sich auf ein politisches Gewissen zu berufen, während man nur neoliberale Politik vertritt, entbehrt nicht unbedingt einer gewissen Ironie. Gleichzeitig zeigt es aber auch die totale Uneinsichtigkeit dieser Person auf – die die Bürger wohl nicht so schnell vergessen werden.

Nur der SPD-Unterbezirk Groß-Gerau straft sie mit Verachtung. Der örtliche Parteivorstand hatte Everts nach der geplatzten Ypsilanti-Wahl nicht mehr für die Neuwahl des Landtags aufgestellt. Halt findet sie im SPD-Ortsverband Erfelden, dessen Vorstand sie noch immer angehört. Nun wartet sie auf das gegen sie beantragte Parteiausschlussverfahren.

Es ist schon schlimm genug, daß sie es überhaupt 2008 in den Landtag mit dem Versprechen geschafft hat: KOCH MUSS WEG. Dann sich jedoch auf die Seite des kleinen, beleidigten Herrn Walter zu schlagen, zeugt nicht eben von politischen Kalkül, sondern einfach nur davon, daß man von Politik absolut keine Ahnung hat.

Das sie aber immer noch die beleidigte Leberwurst spielt, weil sie eben nicht für eine Tolerierung durch die Partei DIE LINKE einstand, sondern selbst Politik machen wollte, entbehrt jeglicher Grundlage. Hier nun so zu tun, als ob sie mit ihrer Kunst ihr Auskommen sichern könnte, zeigt eigentlich nur, daß diese Frau auch moralisch inzwischen ziemlich am Ende angekommen ist.

Vergangene Woche traf sie in Wiesbaden noch einmal auf ihre Landtagskollegen. Es gab eine Abschiedsfeier für jene, die dem neuen Landtag nicht mehr angehören. Einige hätten mit ihr gesprochen, viele andere nicht. Vor allem viele aus der SPD nicht. Zu denen, die sie ignorierten, gehörte Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel, obwohl er nur zwei Meter von ihr entfernt gesessen habe.

Jetzt noch zusätzlich beleidigt zu tun, weil Herr Schäfer-Gümbel sie entsprechend ihres fraktionsfernen Betragens mit Ignoranz abstraft, zeigt hierbei auch eindeutig, daß Frau Ewerts absolut kein Schuldbewußtsein besitzt. Ihr ist eine Regierung unter Roland Koch jedenfalls lieber, als vielleicht selbst in einem Ministerium eine wichtige Rolle zu spielen. Und diese Möglichkeit hätte für sie bestanden, wäre sie der Landesparteiführung gegenüber loyal geblieben. Die SPD stand von jeher nicht gerade auf der Seite von Parteimitgliedern, die Extratouren fuhren und mußte sich jedes Mal erpressen lassen, um solche Parteigenossen gewähren zu lassen. Im Falle von Frau Ewerts hat der Plan nicht funktioniert. Die Erpressung verpuffte und es kam zu Neuwahlen – bei denen sie dann nicht aufgestellt worden war. Zum Glück für Hessen.

Doch ihre früheren Kolleginnen und Kollegen sieht sie womöglich bald wieder. Für den Februar bekommt sie noch die Grundvergütung als Landtagsabgeordnete. Ab dem 1. März könnte sie wieder bei der Hessen-SPD arbeiten, wo sie vor ihrer Wahl in den Landtag als Referentin für Wirtschaft, Verkehr und Europa tätig war. Der promovierten Politikwissenschaftlerin steht ein Rückkehrrecht in ihren früheren Job zu. Wie die Hessen-SPD damit umgeht, bleibt abzuwarten.

Rein rechtlich besteht diese Möglichkeit für sie. Aber, wenn sie jetzt abermals ihre politische Unfähigkeit unter Beweis stellen will, wird sie versuchen wieder als Referentin tätig zu werden. Ein weiterer Sargnagel für die hessische Demokratie. Es ist schon erschreckend, was heutzutage alles Landtagsabgeordneter werden kann. Gleichzeitig erschreckt es aber auch die Bürger aus dem Kreis Groß-Gerau, daß Frau Ewerts nicht das geringste Schuldbewußtsein offenbart.

Mit ein klein wenig mehr Hirn hätte sie dafür Sorge tragen können, daß eine sozialere und vor allem umweltfreundlichere Politik in Hessen betrieben wird. So jedoch vernichtete sie nicht nur nahezu perfekt ihre politische Karriere, sondern auch noch die von Frau Ypsilanti. Und diese Sichtweise teilen viele gestandene SPD-Mitglieder, wie über Telefonate zu erfahren war. Auch wenn die komplette Landespartei hinter Frau Ypsilanti stand, konnte dies nicht den Parteiverrat von ‚4 Aufrechten‘ verhindern. Aber es zeigt, daß die Politik heutzutage nur noch zur Selbstprofilierung und nicht mehr dem Bürgervotum dient.

Wahlen mögen zwar wichtig sein, jedoch setzen Wahlen immer Voraus, daß die am besten geeignetste Person für einen Posten ausgesucht wird. Heutzutage sieht es jedoch so aus, daß eine selbsterklärte, arbeitsscheue Elite sich erlaubt, darüber zu befinden, was denn wirkliche Arbeit ist. Und wenn solche Personalien sich dann auch noch erdreisten, offen gegen ein Bürgervotum zu entscheiden und einen Politikwechsel in einem Bundesland unmöglich machen, so zeigt dies, daß hier nur das persönliche Profil im Vordergrund stand – und nicht die vom Volk gewünschte Politik. So etwas outet den betreffenden Politiker als eigensinnig und egoistisch. An dieser Stelle wäre ein Parteiausschlußverfahren das Vernünftigste für beide betroffenen Seiten. Und aus diesem Grund befürworte ich auch den Ausschluß von Frau Ewerts. Allein um sichtbar zu machen, daß die rechtsgerichtete, neoliberale Politik in Deutschland nicht einmal mehr innerhalb der SPD eine Chance mehr hat.

Quelle der Auszüge: hier

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8 Kommentare on Die Hobby-Sozialdemokratin

  1. Kowalski sagt:

    Vollkommen d’accord mit Deinem Artikel. Aber glaubst Du nicht auch, dass nach einer kleinen Schamfrist ein Angebot von Fraport, Deutsche Bank oder was ähnliches kommt?
    Ich glaube nicht, dass sich die „Fanta 4“ sehenden Auges in den Abgrund stürzen wenn sie nicht sanft aufgefangen werden. Man mag sie vielleicht für doof halten aber dumm sind sie mir Sicherheit nicht.

  2. Kowalski sagt:

    Vollkommen d’accord mit Deinem Artikel. Aber glaubst Du nicht auch, dass nach einer kleinen Schamfrist ein Angebot von Fraport, Deutsche Bank oder was ähnliches kommt?
    Ich glaube nicht, dass sich die „Fanta 4“ sehenden Auges in den Abgrund stürzen wenn sie nicht sanft aufgefangen werden. Man mag sie vielleicht für doof halten aber dumm sind sie mir Sicherheit nicht.

  3. Andreas E. sagt:

    Deutsche Bank ist angeblich so gut wie Pleite, wenn man den Spatzen in Frankfurt bei der Börse trauen kann. Was FraPort angeht, so muß ich gestehen, daß immer öfters gewisse Abteilungen von denen (auch von der Lufthansa) hier in den Blog schauen. Anscheinend warten sie darauf, daß ich die Quelle meiner parteiinternen Infos endlich offenbare, damit sie direkt handeln können!

    Sollte die FraPort im Falle eines Herrn Walter wirklich ihre Finger im Spiel haben (und sichtbar dürfte dies erst nach der Bundestagswahl werden), so werde ich es mir nicht nehmen lassen, entsprechend Anzeige zu erstatten. Nur bisher reichen die gesammelten Beweise nicht für eine lückenlose Beweisführung aus, sonst gäbe es den entsprechenden Artikel bereits hier zu lesen.

    Frau Tesch hat ja auch die Arschkarte gezogen. Ob sie auf Hartz IV zurück fällt, ist noch nicht ganz heraus. Zu Gönnen wäre es ihr. Frau Metzger jedoch sitzt bei der HEAG nach wie vor fest im Sattel und macht dort ihren Job wirklich gut. Also bleiben nur Frau Ewerts und Herr Walter.

    Sobald die Redaktion etwas Neues hier hört, gibts umgehend neue Artikel. Der Fall ist noch nicht ausgestanden. Und sollte es wirklich Korruption gegeben haben – und diese lückenlos nachweisbar sein – wird hier darüber berichtet werden – dann auch mit Bildern!

    • Diotima sagt:

      Ob Fr.Metzger einen guten Job bei der HEAG macht,wage ich zu bezweifeln…Mittlerweile muss man mindestens promoviert sein,um die Fahrpläne der HEAG (insbesondere Richtung Odenwald) zu verstehen-ich habe mir persönlich zwischen den Jahren bei einem halbstündigen überraschenden Zwischenhalt fast die Beine abgefroren…Andererseits kann ich die Polemiken gegen sie seitens der Genossen nicht ganz verstehen-immerhin kann man ihr nicht den Vorwurf der Heimtücke machen-sie äußerte direkt ihre fehlende Kooperationsbereitschaft mit der Linken.Wohingegen Fr.Ypsilanti diesbezüglich ja eindeutig ihre Meinung entweder radikal geändert haben muss(wegen der Machtfrage)—oder,was schlimmer wäre,selber schon nach dem ersten Wahlgang vorhatte,ihre eigene Aussage später Lügen zu strafen…Es stellt sich also die Frage:wer war hier von Anfang an ehrlich??? Leider doch nur Fr.Metzger,das muss ich ihr neidlos zugestehen-trotz der Frostbeulen an meinen peripheren Extremitäten…

  4. Andreas E. sagt:

    Deutsche Bank ist angeblich so gut wie Pleite, wenn man den Spatzen in Frankfurt bei der Börse trauen kann. Was FraPort angeht, so muß ich gestehen, daß immer öfters gewisse Abteilungen von denen (auch von der Lufthansa) hier in den Blog schauen. Anscheinend warten sie darauf, daß ich die Quelle meiner parteiinternen Infos endlich offenbare, damit sie direkt handeln können!

    Sollte die FraPort im Falle eines Herrn Walter wirklich ihre Finger im Spiel haben (und sichtbar dürfte dies erst nach der Bundestagswahl werden), so werde ich es mir nicht nehmen lassen, entsprechend Anzeige zu erstatten. Nur bisher reichen die gesammelten Beweise nicht für eine lückenlose Beweisführung aus, sonst gäbe es den entsprechenden Artikel bereits hier zu lesen.

    Frau Tesch hat ja auch die Arschkarte gezogen. Ob sie auf Hartz IV zurück fällt, ist noch nicht ganz heraus. Zu Gönnen wäre es ihr. Frau Metzger jedoch sitzt bei der HEAG nach wie vor fest im Sattel und macht dort ihren Job wirklich gut. Also bleiben nur Frau Ewerts und Herr Walter.

    Sobald die Redaktion etwas Neues hier hört, gibts umgehend neue Artikel. Der Fall ist noch nicht ausgestanden. Und sollte es wirklich Korruption gegeben haben – und diese lückenlos nachweisbar sein – wird hier darüber berichtet werden – dann auch mit Bildern!

    • Diotima sagt:

      Ob Fr.Metzger einen guten Job bei der HEAG macht,wage ich zu bezweifeln…Mittlerweile muss man mindestens promoviert sein,um die Fahrpläne der HEAG (insbesondere Richtung Odenwald) zu verstehen-ich habe mir persönlich zwischen den Jahren bei einem halbstündigen überraschenden Zwischenhalt fast die Beine abgefroren…Andererseits kann ich die Polemiken gegen sie seitens der Genossen nicht ganz verstehen-immerhin kann man ihr nicht den Vorwurf der Heimtücke machen-sie äußerte direkt ihre fehlende Kooperationsbereitschaft mit der Linken.Wohingegen Fr.Ypsilanti diesbezüglich ja eindeutig ihre Meinung entweder radikal geändert haben muss(wegen der Machtfrage)—oder,was schlimmer wäre,selber schon nach dem ersten Wahlgang vorhatte,ihre eigene Aussage später Lügen zu strafen…Es stellt sich also die Frage:wer war hier von Anfang an ehrlich??? Leider doch nur Fr.Metzger,das muss ich ihr neidlos zugestehen-trotz der Frostbeulen an meinen peripheren Extremitäten…

  5. Kowalski sagt:

    Man muss endlich mal von der Wortbruch Polemik gegen Andrea Ypsilanti weg kommen. Andreas hat es ja in diesem Blog ausführlich hinterfragt und ich brauche dem nichts mehr hinzu fügen.
    Frau Metzger macht auch niemand einen Vorwurf, da sie die einzige war die von vornherein gesagt hat von wem sie gesteuert wird.
    Wie auch immer, wer lesen kann ist klar im Vorteil und sollte sich mal die Wortbrüche eines R. Koch oder Müntefering oder Merkel oder, oder oder …. zu Gemüte führen. Oder schauen wir nach Hamburg, wo die Wähler wie noch nie zuvor verarscht wurden.
    Wichtig ist doch einzig und allein die Frage die sich jeder stellen sollte/muss: Wer profitiert davon?

  6. Kowalski sagt:

    Man muss endlich mal von der Wortbruch Polemik gegen Andrea Ypsilanti weg kommen. Andreas hat es ja in diesem Blog ausführlich hinterfragt und ich brauche dem nichts mehr hinzu fügen.
    Frau Metzger macht auch niemand einen Vorwurf, da sie die einzige war die von vornherein gesagt hat von wem sie gesteuert wird.
    Wie auch immer, wer lesen kann ist klar im Vorteil und sollte sich mal die Wortbrüche eines R. Koch oder Müntefering oder Merkel oder, oder oder …. zu Gemüte führen. Oder schauen wir nach Hamburg, wo die Wähler wie noch nie zuvor verarscht wurden.
    Wichtig ist doch einzig und allein die Frage die sich jeder stellen sollte/muss: Wer profitiert davon?