Es gibt schöne Bundesländer und es gibt schöne Bundesländer. Worin der Unterschied besteht? Das ist schenll erklärt. Ein schönes Bundesland ist ein Bundesland, daß sich einen Teufel um die Menschenrechte schert. Ein schönes Bundesland ist ein Bundesland, in dem Arbeitslose grundsätzlich vom ersten Tag an, an dem eine neue Regelung gilt, nicht darüber in Kenntnis gesetzt werden, um damit Geld zu sparen.

Wie? Sie glauben mir nicht?! Dann schauen sie doch einmal hinüber in das schöne NRW. Bald eines der schönsten Bundesländer überhaupt, weil dort ja schon der Herr Rüttgers Obdachlose erfrieren lassen wollte – und wahrscheinlich, durch den Wintereinbruch dieser Tage – auch hat.

Aber schütten wir nicht das Kind mit dem Bade aus, wenn es doch einfacher geht. Folgendes habe ich in der Presse gefunden:

Knapp 160 000 Arbeitslose büßten 2008 für mindestens eine Woche ihr Geld ein. Das sind 14 Prozent mehr als 2007, als 140 000 Arbeitslose auf ihr Geld verzichten mussten.

Schöne Zahlen, oder nicht?! Immerhin erklärt dies, warum NRW nicht so offenkundig unter der wirtschaftlichen Rezession gelitten hat, wie die anderen Bundesländer. Aber es kommt noch besser. Wie bereits oben angesprochen, sieht sich die Behörde nicht gezwungen, die neuen Sperr- und Meldezeiten ihren Kunden mitzuteilen. Kunde heißt auf Neudeutsch der Arbeitslose nun bei der Arbeitsagentur. Obwohl jenes im normalen Sprachgebrauch immer noch als ArbeitsAmt betitelt wird.

„Die Zahl der Sperrzeiten ist rasant angestiegen, weil viele nicht wissen, dass sie sich seit Mai 2006 schon drei Monate vor ihrem Entlassungstermin bei den Arbeitsagenturen arbeitssuchend melden müssen”, sagte Landesarbeitsagentur-Sprecher Werner Marquis. Bei einer Kündigung weniger als drei Monate vor der Entlassung müsse die persönliche Arbeitslosmeldung nach drei Tagen erfolgen.

Draus folgt: Eine Behörde kann nur so gut wie ihr oberster Dienstherr sein. Aber die weitere Diskriminierung von Arbeitslosen wird mit dem letzten Absatz dieser Meldung noch voran getrieben:

59.000 Sperrzeiten gingen auf das Konto dieses Versäumnisses; zudem wurden 51.000 Arbeitslose bestraft, weil sie zu spät zu einer Einladung der Arbeitsagentur oder zu einer Qualifizierungsmaßnahme erschienen sind. Nur 6000 Arbeitslosen wurde ihr Geld gestrichen, weil sie eine zumutbare Arbeit abgelehnt hatten.

Die Erklärung, die danach abgegeben wird, erspare ich meinen Lesern, da ich diese Ausrede nicht nur lachhaft, sondern wirklich eine schreiende Ungerechtigkeit nenne. Nicht nur, daß man den betroffenen Bürgern aktiv ihre Rechte vorenthält, man bemüht sich sogar in der Presse, sie weiterhin als faule Subjekte darzustellen. Und dies noch nicht einmal geschlechtsspezifisch, sondern einzig und allein durch ihre Existenz, die Dank Hartz IV keine mehr ist!

Und hier muß ich wieder zur Überschrift zurück kommen. Manch elernen es wirklich nicht. Neben Düsseldorf fällt in der letzten Zeit auch immer öfter die ArGe/JobCenter Duisburg negativ auf. Anscheinend planen die Unbelehrbaren hier eine erneute Maßnahme gegen das Volk. Man sollte sich also vorsehen und entsprechende Begleitpersonalen mitbringen, wenn man sich auf der ArGe sehen läßt. Man kann nämlich nicht wissen, ob es nur der Sachbearbeiter ist, der vergaß einen Besuch im Computer einzutragen. Dies ist nämlich in sehr vielen Fällen der Hauptgrund für eine Sperre, da diese Personen (die auch in NRW ausgeliehenes Personal der Telekom ist), selten genau weiß, wie die Kalenderfunktion richtig zu bedienen ist.

Tags: , , , ,