Pst! Leichenruhe gewähren, bitte!

Die Presse macht aber auch einen unaufhörlichen Krach. Erst muß ich im Westen lesen, daß entgegen aller voraussichtlichen Wahrscheinlichkeiten nun Frau Ypsilanti am neuen Wahlprogramm der SPD mitarbeitet, dann lese ich im Echo, daß Frau Everts immer noch unter den Scheintoten weilt und sich etwas darauf einbildet, damals das Rechte getan zu haben.

Die Betonung liegt hierbei auf DAS RECHTE. Nicht auf dem Begriff Recht. Sondern auf DAS RECHTE. Das Rechte ist eine Sicht der Dinge, die eindeutig mit Faschismus gleichzusetzen ist. Denn die Attacke gegen Ypsilanti gleicht so wieder einmal mehr der berühmten Dolchstoß-Legende, den unsere Altvorderen immer am heimischen Lagerfeuer erzählten, wenn sie davon zu berichten wußten, wie das Dritte Reich eigentlich gescheitert ist.

Und wenn man dann die Trauer in der Stimme des Altvorderen hört, stellt man verwundert fest, daß man seine Sicht der Dinge durchaus nachvollziehen kann. So ergeht es mir auch mit Frau Everts. Was hat sie nicht alles getan. Gelogen, betrogen, die Unwahrheit gesagt.

Und dies nur, um ihr Gewissen im richtig falschen Moment wieder zu finden und damit preiszugeben, daß sie sich kaum von der Meute unterscheidet, die Christean Wagner (CDU/Darmstadt) anführt.  Ja, Frau Everts ist dabei, Parteigeschichte zu machen. Auf ihre Art.

Lauter, voll im Wettbewerb stehend. Sie verkündet ja auch ständig, sie hat nur in der Absicht gehandelt, um die Partei DIE LINKE nicht an der Regierung zu beteiligen. Obwohl sie wußte, daß die Steimmen der SPD und der Grünen/B90 im hessischen Landtag nicht ausreichten, um Frau Ypsilanti zur Ministerpräsidentin zu wählen. Nein, dazu fehlten die 6 Stimmen der Partei DIE LINKE, die sich aus ehemaligen SPD-Mitgliedern rekrutiert.

Und nun dies. Ich habe nichts gegen einen Parteiausschluß von Frau Everts, gehört sie doch dem rechten Rand der Gesellschaft an. In den Zeiten, von denen die Altvorderen immer wieder schwärmen, hätte man ihr die Chance auf eine Rechtfertigung in der Presse verwehrt und sie erst einmal in ein Sklavenarbeitslager geschafft, damit sie umerzogen werde.

Das sie selbst hier ihren eigenen Faschismus zeigt, der von den damaligen Faschisten auch nicht gerne gesehen ist, weil er nicht dem Volke nutzt, ist das erschreckende. Frau Everts zeigt sich absolut lernresistent. Anstatt zuzugeben, mitgeholfen zu haben, eine linke Mehrheit im hessischen Landtag (aus welchen Gründen auch immer) absichtlich sabotiert und terrorisiert zu haben, redet sie sich darauf heraus, daß sie nur ihrem Gewissen (das sie jener Tage just wieder gefunden hatte) gefolgt sei.

Vorher hatte sie es nicht so sehr mit Gewissensentscheidungen, als man sie in Groß-Gerau zur Spitzenkandidatin machte. Da versprach sie offenkundig davon, daß sie Herrn Koch um jeden Preis ablösen wollte (auch dafür gibt es Zeugen). Sie versprach auch, den Ministerpräsidentenkandidaten der Partei mit all ihrer Kraft auch noch nach der Landtagswahl 2008 zu unterstützen.

Worin ihr eigentliches Scheitern besteht, hat die Frau auch noch nicht begriffen. Dies ist Schade. Als Politikerin, die von einem liberalfaschistisch eingestellten Universitätsprofessor so viel gelernt hat, daß er sogar hinterher ihren Doktorvater machte,  und ihr damit den Doktortitel bescherte, hätte sie wissen müssen, daß sie in dem Moment, in dem sie bereit ist, Jürgen Walter bis zum Ende des Weges zu folgen, nicht nur ihre eigene politische Karriere ruiniert, sondern auch ihr gesellschaftliches Ansehen. Hätte sie an dieser Stelle ein Gewissen besessen, hätte sie ihre Beobachtungen an Frau Ypsilanti weiter gegeben, damit sie diesen parteiinternen Tunichgut eindeutig entfernt, wie es gut geführte Parteien mit Schmarotzern an System immer machen.

Aber nein. Frau Everts ließ sich von Herrn Walter und Herrn Bökel einwickeln. Und nun beschwert sie sich darüber, daß es immer noch Genossen gibt, die sie unbedingt los werden wollen.  Es ist ihre eigene Schuld. Aber da sie nicht auf ihr Gewissen hörte, kommt sie damit nicht klar, daß sie selbst schuldig ist. Und nicht Frau Ypsilanti. Denn wäre Frau Ypsilanti an all dem Schuld, würde sie die Bundespartei wohl kaum dazu abstellen, den kulturellen und bildungspolitischen Bereich des Wahlprogramms für die Bundestagswahl 2009 zusammenzustellen. Wäre es tatsächlich anders, würde nämlich Frau Everts diesen Job jetzt erledigen.

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9 Kommentare on Es Evert mal wieder …

  1. Irreversibel sagt:

    Tja, nach Deinen vor Selbstsicherheit strotzenden Posts in den Kommentaren vom Spiegelfechter musste ich mir Dein Blog doch mal anschauen. […] [Modding wegen Verstoß gegen die Kommentarregeln. Anm. d. Administration.]

  2. Irreversibel sagt:

    Tja, nach Deinen vor Selbstsicherheit strotzenden Posts in den Kommentaren vom Spiegelfechter musste ich mir Dein Blog doch mal anschauen. […] [Modding wegen Verstoß gegen die Kommentarregeln. Anm. d. Administration.]

  3. Irreversibel sagt:

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  4. Andreas E. sagt:

    Freut mich, einen weiteren, interessierten Leser gefunden zu haben.

    MfG

  5. Andreas E. sagt:

    Freut mich, einen weiteren, interessierten Leser gefunden zu haben.

    MfG

  6. Andreas E. sagt:

    Freut mich, einen weiteren, interessierten Leser gefunden zu haben.

    MfG

  7. Helga Müller sagt:

    Ein guter Beitrag!
    Manchmal glaube ich, daß sich elitäre Zirkel innerhalb der Ministerien gebildet haben, die durchaus darauf bauen, daß ein andere Politik kommt (Diktatur). Wie kann ich das sonst interpretieren wenn ich an die Sätze von Kathrin Göring Eckardt vor einem Jahr in der Brunnenkirche in Erfurt (http://www.die-linke-thl.de/th.....ladung.pdf) denke, in denen sie von ihrem Elternhaus erzählte, dem Buch MEIN KAMPF, das fein im ND ( Neues Deutschland) – Papier eingebunden im Schrank stand und der Meinung ihres Vaters, daß bei ihm ( Hitler ) nicht alles schlecht war.
    Der Satz hing im Kirchenraum, es gab keine Relativierung der Abgeordneten noch von Seiten der linken Prominenz.Sogar Michael Friedmann war dabei und hat das nicht hinterfragt. Mir hat es die Sprache verschlagen und da ich nur aus Neugierde des Themas KULTUR NEU DENKEN dabei war und nicht zu den Anwesenden gehörte lief das wie eine dumpfer Film ab, aber ich bekomme die Eindrücke nicht mehr aus meinem Kopf

  8. Helga Müller sagt:

    Ein guter Beitrag!
    Manchmal glaube ich, daß sich elitäre Zirkel innerhalb der Ministerien gebildet haben, die durchaus darauf bauen, daß ein andere Politik kommt (Diktatur). Wie kann ich das sonst interpretieren wenn ich an die Sätze von Kathrin Göring Eckardt vor einem Jahr in der Brunnenkirche in Erfurt (http://www.die-linke-thl.de/th.....ladung.pdf) denke, in denen sie von ihrem Elternhaus erzählte, dem Buch MEIN KAMPF, das fein im ND ( Neues Deutschland) – Papier eingebunden im Schrank stand und der Meinung ihres Vaters, daß bei ihm ( Hitler ) nicht alles schlecht war.
    Der Satz hing im Kirchenraum, es gab keine Relativierung der Abgeordneten noch von Seiten der linken Prominenz.Sogar Michael Friedmann war dabei und hat das nicht hinterfragt. Mir hat es die Sprache verschlagen und da ich nur aus Neugierde des Themas KULTUR NEU DENKEN dabei war und nicht zu den Anwesenden gehörte lief das wie eine dumpfer Film ab, aber ich bekomme die Eindrücke nicht mehr aus meinem Kopf

  9. Helga Müller sagt:

    Ein guter Beitrag!
    Manchmal glaube ich, daß sich elitäre Zirkel innerhalb der Ministerien gebildet haben, die durchaus darauf bauen, daß ein andere Politik kommt (Diktatur). Wie kann ich das sonst interpretieren wenn ich an die Sätze von Kathrin Göring Eckardt vor einem Jahr in der Brunnenkirche in Erfurt (http://www.die-linke-thl.de/th.....ladung.pdf) denke, in denen sie von ihrem Elternhaus erzählte, dem Buch MEIN KAMPF, das fein im ND ( Neues Deutschland) – Papier eingebunden im Schrank stand und der Meinung ihres Vaters, daß bei ihm ( Hitler ) nicht alles schlecht war.
    Der Satz hing im Kirchenraum, es gab keine Relativierung der Abgeordneten noch von Seiten der linken Prominenz.Sogar Michael Friedmann war dabei und hat das nicht hinterfragt. Mir hat es die Sprache verschlagen und da ich nur aus Neugierde des Themas KULTUR NEU DENKEN dabei war und nicht zu den Anwesenden gehörte lief das wie eine dumpfer Film ab, aber ich bekomme die Eindrücke nicht mehr aus meinem Kopf