Eigentlich dreht es sich nur um ein Kraftwerk. Genau um jenes Kraftwerk, daß die hessische FDP (entgegen des Bürgervotums) unbedingt ausgebaut sehen will. An dieser Stelle dreht es sich nicht um Leistungsfragen, sondern schlichtweg um sinnvolle Ökonomie.

Der Bundesumweltminister jedenfalls hält sich schon einmal von der Sache fern, nachdem sein Ministerium Steuergelder veruntreute, um einen Eisbären im Berliner Zoo durchzufüttern. Minister Gabriel gibt sich zwar als der große CO2-Senker, jedoch will er dies nur über die kostenlos den Energiekonzernen zur Verfügung gestellten CO2-Zertifikate erreichen. Ein Schelm, der nun Böses dabei denkt.

Der Energiekonzern Vattenfall investiert in Berlin in Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung statt in den Bau eines umstrittenen Steinkohlekraftwerks. In Hessen dagegen soll der Ausbau der Kohlekraft gegen alle Widerstände vorangetrieben werden. Eon jedenfalls sieht in dem am Donnerstag bekannt gewordenen Zurückweichen Vattenfalls vor dem massiven Protest in der Bundeshauptstadt keinen Anlass, beim geplanten Ausbau von Staudinger bei Hanau ebenfalls über einen Kurswechsel nachzudenken.

Vattenfall betreibt in der schwedischen Heimat praktischerweise nicht nur Wasserkraft-, sondern auch Atomkraftwerke. Die Atomkraftwerke zählen in Schweden als Ãœberkapazitäten, deshalb ist es möglich, deren Strom als sogenannten Ökostrom (zu überhöhten Preisen) in das deutsche Stromnetz einzuspeisen. Hierbei stellt sich also weniger die Frage, ob dies nun okölogisch sinnvoll ist, sondern einzig die Frage, ob es okönomisch für den Konzern genug ist, um dabei noch seinen Schnitt zu machen – und gleichzeitig CO2-abgabenfrei zu arbeiten ohne den Gewinn zu schmälern.

Natürlich haben sich schon sehr viele hanauer Bürger gegen das Bauprojekt vor ihrer Haustür – Staudinger II – ausgesprochen. Sowohl die hessische SPD, als auch die regierende CDU ignorieren die Beschwerden der Bevölkerung. Während jedoch die hessische FDP gezielt auf einen weiteren Ausbau der Anlage Staudinger dingt. Angeblich, weil die dortigen Stromkapazitäten ab dem Jahr 2020 in Hessen dringend gebraucht würden.

Um ganz ehrlich zu sein: Das, was hier als Volkstheater stattfindet, besitzt nicht den Segen des Volkes. Doch die Politik ignoriert beabsichtigt die Beschwerden der Anwohner. Nicht aus reiner Gehässigkeit, sondern eher aus unterwürfiger Gefälligkeit den Energiekonzernen gegenüber, die man unbedingt als Arbeitgeber im Bundesland halten will. Koste es, was es wolle!

Quelle: hier

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