Mit der hessischen CDU geht es dem Ende zu, wie es scheint. Anscheinend hat die Partei, trotz oder vielleicht gerade wegen, der erfolgreich verlaufenen Landtagswahl diverse interne Probleme. Und Glaubwürdigkeit stellt da, glaube ich, daß geringste von sehr vielen dar.

So bekennt Roland Koch offen im Gespräch, daß ihm die ganze Parteiarbeit auf die Nerven geht, solange er sich um ein Bundesland kümmern muß, in dem ihn niemand (außer seinen Parteimitgliedern) zum Ministerpräsidenten gewählt hat. Gleichzeitig vergißt er dabei Krokodilstränen, die sich mit denen einer Frau Schaeffler ohne weiteres messen lassen können.

Deutschlands brutalst möglicher Aufklärer in einer Sinnkrise? Oder ist es einfach nur der Altersschwachsinn, der sich hier allmählich beginnt, durchzusetzen?

Diese Fragen sind berechtigt, weiß man doch im Allgemeinen, daß Herr Koch kein Kind von Traurigkeit (zumindest nicht von übermäßiger) ist. Droht uns nun von ihm, dem politischen Amokläufer, ein Amoklauf?

Ich sehe es nicht ganz so verbissen. Wenn Herr Koch auf Selbstrechtfertigungsphrasen ausweicht, anstatt offen zu einer Sache Stellung zu beziehen, kann man davon ausgehen, daß er das Regieren über Hessen bereits überdrüssig geworden ist. Vor allem, wenn man bedenkt, daß er diese Landtagswahl zwar gewonnen, aber stimmenmäßig noch mehr geflopt hat als bei jener im vorangegangem Jahr.

Immer wieder kommt Koch auf Probleme seiner Partei zu sprechen. Der Ministerpräsident ist nicht nur unzufrieden. Er ist äußerst unzufrieden. Mit den Medien zum Beispiel, deren aus seiner Sicht unpassende Kommentare er gleich mehrfach kritisiert. Aber Koch scheint vor allem auch unzufrieden mit seiner Rolle: ständig rechtfertigt er sich. Als habe er Angst vor seiner Partei, in der plötzlich Kandidaten auftauchen, die sich nicht mehr an seine Regie halten.

Ist es schon so weit, daß der mit Abstand schlechteste Politiker Deutschlands mit einem Mal sein Gewissen entdeckt hat? Das es ihm so ergeht, wie einem Herrn Jürgen Walter, der so schlagartig von seinem Gewissen überrascht wurde, daß er deshalb Partei- und Wählerverrat beging?  Fast scheint es so.

Dies ist jedoch nicht das ganze Übel, mit dem Roland Koch zu kämpfen hat. Mit einer erstarkten FDP an seiner Seite kann er nicht mehr die volksverhetzende Politik machen, die wir aus der letzten Legislaturperiode von ihm gewohnt sind. Ungewohnterweise muß Herr Koch zurückstecken,  kann sich nicht mehr als absolutistischer Potentat geben, der nur das Beste für Parteifreunde im Sinn hat.

Allein der Umstand, daß er so leutselig und offenherzig mit der Presse spricht (das sonst bei ihm nicht der Fall ist, da man sonst nur ein Bellen und Knurren von ihm gewohnt ist), deutet darauf hin, daß Herr Koch bereits amtsmüde ist. Ständiger Wählerbetrug kostet nämlich sehr viel Kraft, die man dann nicht mehr in andere Dinge investieren kann.

Der hessische, großmäulige, Leu ist demnach also des Kämpfens müde. Ins EU-Parlament kann und darf er sich noch nicht zurückziehen, solange einige Details um seine Beteiligung an der letztjährigen Mobbing- und Rufmordkampagne gegen Frau Ypsilanti von der SPD noch nicht vollständig geklärt sind. Zudem steht immer noch die Herkunft der im Jahr 2000 gefundenen ‚jüdischen‘ Vermächtnisse im Raum, von deren genauen Verbleib nicht nur der interessierte CDU-Wähler mehr wissen will.

Herr Roland Koch ist also rein faktisch politisch bereits körperlich am Ende. Er ist angezählt, angeschlagen, weil es ihm wieder nicht gelungen ist, die Linkspartei aus dem Landtags heraus zu halten. Einen ständigen Kampf nach allen Seiten hält selbst das kräftigste Löwenmännchen nicht aus. Früher oder später ist es so geschwächt, daß es einfach in der Savanne krepiert. Bei Herrn Koch würde das so aussehen, daß man ihn eines Tages ausgemerkelt, ausgezerrt, auf seinem Ledersessel in seinem Amtsbüro in Wiesbaden vorfinden würde.

Da ich dies jedoch nicht will, bitte ich Herrn Koch dringend, auch um der eigenen Gesundheit willen: Bitte treten sie zurück. Bitte setzen sie umgehend Neuwahlen an. Bitte sorgen sie dafür, daß ihre neoliberale, wirtschaftsfaschistische Politik nicht noch weiteren Kollateralschaden erzeugt, sondern stellen sie sich offen gegen das entwürdigende Hartz IV und zeigen sie den Menschen, daß sie einer von Ihnen sind. Und nicht das Monster, als das sie parteipolitisch und auch pressegemacht, auftreten. Nehmen sie sich ein Herz und lassen sie die Politik hinter sich. Siedeln sie privat von Frankfurt/Main ins friedliche Lautertal um. Nehmen sie sich die Ruhe für eine politische Auszeit von zwei- bis dreihundert Jahren. Aber treten sie umgehend zurück. Ihrer eigenen Gesundheit willen! Sie ruinieren sich nur mit ihrer Lügerei, ihren Betrügereien im Amt und ihrer allgemeinen Weltsicht – mag sie auch noch so, in ihren Augen, richtig sein. Aber Bitte, tun sie endlich etwas. Nicht das sie gezwungen sind, von einer der Rheinbrücken Wiesbadens zu springen, nur weil ein aufgebrachter Mob sie verfolgt, weil sie das hessische Volk während ihrer Amtszeit kontinuierlich verraten haben. Ändern sie sich – gehen sie Herrn Hahn von der FDP mit gutem Beispiel voran und treten sie zurück.

Quelle: hier

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