10.000 B.C. vor unserer Zeit!

Mal wieder ein ungewöhnlicher Film von Roland Emmerich. Aber man erkennt eindeutig, daß er damit den ersten Teil seiner Stargate-Saga nun endlich doch abliefern wollte. Wie soll man einen Film beschreiben, der wirklich ungewöhnliches bietet?

Nun, am besten gar nicht. Der Film ist erst vor kurzem auf DVD gestartet und war sofort in unserer Videothek vergriffen. Deshalb kam ich nicht sofort dazu, ihn zu begutachten. Nun jedoch, nachdem ich ihn gesehen habe, bin ich positiv überrascht. Nach dem eher schwächelnden Film „The Day after tomorrow“ zeigt und Emmerich, daß wohl doch einiges von der Filmfachschule hängengeblieben ist.

Der Anfang des Films zeigt eine epische Vorgeschichte, die jedoch in wenigen Bildern abgehandelt wird. Man erkennt sehr schnell wie dramaturgischen Kniffe, die angewandt werden, um die einzelnen Hauptdarsteller entsprechend dem Zuschauer bekannt zu machen.

Ein scheinbares Wiedersehen mit „Sharee“ aus „Stargate“ bleibt ebenso ein Teil des Filmes. Schon an dieser Stelle kann der Zuschauer erkennen, daß er es hier mit dem ersten Teil der Stargate-Saga zu tun hat. Nur wird die Geschichte diesmal so geschildert, wie sie wohl auch eher glaubwürdig ist. Präastronautik in Ehren, aber als kleiner Unterton in der Geschichte wird noch ganz frech (welches man auch gut in einer Szene sieht), die Atlantissaga mitverwurstet. Obwohl man die Geschichte am Unterlauf des Nils spielen läßt. Im heutigen Gizeh!

Die Tricktechnik ist mir schon einmal ein B Wert. Im Zeitalter von digitaler Kunst ist es nichts besonderes mehr, einen Riesenvogel oder einen Säbelzahntiger entsprechend darzustellen. Solches stellt für die momentan vorhandene Tricktechnik keine besondere Herausforderung mehr dar. Anders jedoch bei den Pyramiden am Ende des Filmes. Sie sind wirklich sehr gut geworden.

Für die eigentliche Handlung der Storie nur soviel: Es lohnt sich wirklich, diesen Film anzuschauen. Die Geschichte ist dicht und vor allem leicht verständlich gewoben. Selbst Jemand, der Null Ahnung von Präastronautik oder auch nur Anthropologie hat, wird der Geschichte leicht folgen können. Für diese wirklich amüsant aufgezogene Liebesgeschichte vergehe ich freimütig ein A.

Die Produktionskosten hielten sich im Rahmen, es kam kein Stuntman bei den Dreharbeiten ums Leben. Also eigentlich eher ein normales Filmchen. Das Umfeld hätte genauso gut in unserer Zeit spielen können, es hätte wenig Unterschied gemacht. Zwar wird auch wieder der Untergang einer Dynastie beschrieben, jedoch diesmal aus einem völlig anderem Blickwinkel auf das Geschehen. Das letzte A, daß es für diesen Film gibt, liegt an der Detailtreue, mit der gearbeitet wurde. Auch achtete man sorgsam darauf, daß keinerlei Digitaluhr zu sehen ist (oder doch? Ich glaube, ich sah nur eine einzige kurz aufblitzen!). Der Film verdient zwar nicht das Prädikat besonders wertvoll. Wertvoll ist er aber dennoch.

Deshalb vergebe ich AAB für diesen Film, der mir wirklich Spaß gemacht hat. Er ist kurzweilig, gutes Popcornkino und für jeden zu empfehlen, der einmal einen Nachmittag ausspannen will.

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