Gerade, als sich die Bevölkerung „in diesem, unserem Lande“ etwas von dem Schock, den der sagenhafte Einfall der Regierung bei ihr ausgelöst hatte, erholt hatte, geschah etwas, das selbst das Gebiet der Nordsee als Erholungsgebiet fragwürdig erscheinen ließ. Nicht , dass dies auf eine Vergrößerung bestimmter Algensorten zurückzuführen gewesen wäre- daran hatten sich schließlich Ureinwohner wie Urlauber längst gewöhnt. Auch die Imbissbuden, Kioske, Kinder, Strandkörbe, Asthmakranken und Autoparkplätze störten längst keinen Menschen mehr…

Nein kein sichtbarer Schaden materieller Natur beeinträchtigte die Stimmung nicht nur im Norden, sondern auch im Süden, Osten und Westen nahezu aller Länder dieser unserer Erde-das Gebiet um Tschernobyl einmal ausgenommen, denn in dem Land, in dem die Arbeiter- und Bauernklasse die Revolution gemacht hatte, erfuhr bekanntlich selbige als letzte, woher der Wind wehte.Und so kam es, dass man plötzlich Geigen zu mathemathischen Zwecken umfunktionierte, und dass selbst die Leute von den Radiostationen auf einmal aktiv wurden und die Bevölkerung hüben wie drüben dazu aufforderten, „Türen und Fenster zu schließen“ und „erst einmal die Ruhe zu bewahren“. Wobei es jedoch fraglich ist, welche Art von Ruhe sie damit meinten- die ewige vielleicht ?

Und tatsächlich machte sich auch in Deutschland nach einer nur kurz andauernden Spanne der Empörung und Verängstigung eine Ruhe und Gelassenheit breit, die bis ins Jahr 2010 anhalten und schließlich mit einem Knall zu Ende sein sollte-da eine Rakete der UNATO wegen einer Verwechslung Deutschland mit Somalias -aufgrund der Agenda,der Euroeinführung und der Wirtschaftskrise-ihr eigentliches humanitäres Ziel verwechseln sollte…

Ein Gespräch, das eine Hausfrau mit einem Nachbarn über die heimische Gartenmauer hinweg führt, soll dazu beitragen, diese gespannte Stimmung die in Ost wie West herrschte, dem geneigten Leser nahezubringen.

Nachbarin( Eifrig mit dem Ausklopfen von Teppichen beschäftigt, beobachtet verstohlen aus dem

rechten Augenwinkel einen Nachbarn, der damit beschäftigt ist, den Rasen zu mähen. Hält auf einmal

inne und ruft dem Nachbarn zu) Na wenn das keine Zumutung ist! Sie mähen hier einfach den Rasen und wir kriegen die ganze Radioaktivität über!

Nachbar( stellt Rasenmäher ab und blickt auf. Ruft zurrück)

Radioaktivität-was´n das ? Noch nie gehört! Kann man das essen?

Nachbarin( fasst sich nachdenklich an die Stirn und meint dann)

Also im Radio meinten sie eigentlich, man solle achtgeben, dass in dem, was man isst, nicht soviel von dem Zeugs drin ist- Brezel oder Becarell oder so irgendwie französisch haben sie´ s genannt…Und wissen Sie, dass ist ja jetzt in allem drin, im Rasen, im Essen, im Boden, im Wasser und sogar in der Luft…man kann es bloß nicht sehen…

Nachbar( feuchtet Finger an und hält ihn in Windrichtung)

Und fühlen kann man´s auch nicht- nicht dass ich auf Gefühle sonderlich viel gebe…mmmhhh; sie glauben also, das Giftzeug ist  einfach von Russland zu uns rübergekommen? Da wundert es mich aber sehr, dass sie es so einfach über die Grenze gelassen haben!´

Nachbarin(erstaunt)

Ach, Sie wissen also doch was darüber. Ja, das wundert mich allerdings auch- na egal! Jedenfalls sollten Sie sofort damit aufhören Ihren verdammten Rasen zu mähen, sonst rufe ich nämlich die Polizei!!

Nachbar(greift sich in die Seiten und windet sich vor Lachen)

Dass ich nicht lache!! Sie haben doch eben selbst gesagt, dass das Dingsda unsichtbar ist. Wie soll es dann in aller Welt die Polizei einfangen?!?

Nachbarin(genervt)

Jetzt stellen Sie sich mal nicht dümmer, als die Polizei erlaubt!!! Die Polizei soll schließlich Sie davon abhalten, das Zeug in der Luft zu verteilen(zeigt ihm den Vogel)

Nachbar( triumphierend)

Ha,ha- dann müssten Sie mir ja das Atmen verbieten…

Hier wird unser Nachbar in seinem Wortschwall von einer wichtigen Durchsage unterbrochen:

Achtung! Achtung ! Hier spricht die Polizei: die Bevölkerung wird umgehend dazu aufgefordert, die Ruhe zu bewahren, denn es hat sich soeben im benachbarten Atomkraftwerk Cattenom ein zweiter Störfall ereignet! ( spricht leise aber hörbar zu Beifahrer)Wenn die nur wüssten, was sich in der Zwischenzeit alles für Störfälle ereignet haben!(wieder laut) Wir möchten Sie daran erinnern, dass Ruhe die erste Bürgerpflicht ist. Also machen Sie sich keine Sorgen,sondern stellen Sie gemäß § 765, Art.63  Abs. xylophon des Notzucht-äh Notdurftgesetzes- äh- sie wissen schon,was ich meine, das Rauchen, Atmen, Trinken,das Reden, Vögeln und das Denken ein, und halten Sie schön still die Stellung und warten dann an Ort und Stelle, bis das fragwürdige Gebiet von unserer Polizeigarde umzingelt und abgesichert ist(leise) Während wir uns schnellstens auf und davon machen(laut)und Sie langsam aber sicher krepieren werden. Sollten Sie etwaige Versuche zu einer Flucht unternehmen, so würden wir leider gezwungen sein, von unseren Dienstwaffen Gebrauch zu machen(leise)Darauf habe ich seit meiner Zeit bei der Bundeswehr gewartet! (laut) Und denken Sie immer daran: Es ist alles für das Vaterland. Und Sie können sicher sein,dass das Vaterland Ihnen Ihren großmütigen Verzicht auf Ihr Weiterleben danken wird…Damit verabschieden wir uns von Ihnen, sehr geehrte Damen und Narren-alleh hopp,ab in den Luftschutzkeller-die Polizei, Ihr Freund und Helfer! Na, na,na ,nun haben Sie sich mal nicht so-Gott hab Sie selig…(rauscht mit Sirenengeheul ab und hinterlässt unseren Nachbarn samt Nachbarin in chaotisch aufgewühlter Stimmung).

Nachbarin(zu Nachbar)

Nun denn, mein Grundguter, auf geht´s zum Luftschutzkeller. Wer von uns beiden ist wohl am schnellsten dort?

Nachbar

Oh weh, dann wette ich,bin ich am schnellsten tot(!)

THE END

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