Star Trek

Genre: Action, Drama,  Science-Fiction,

Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Leonard Nimoy, Eric Bana, Bruce Greenwood, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Ben Cross, Winona Ryder, Rachel Nichols

Regie: J. J. Abrams

Der Weltraum, Unendliche Weiten, dies sind die Abenteuer des Raumschiffes Enterprise …“ Jeder kennt dieses Intro. Und dieses Intro wird in diesem Film zum Outro. Aber dazu an späterer Stelle mehr. Hier nun meine Meinung über den neuen Star Trek-Film, der unter anderem als Star Trek XI Filmgeschichte schreiben wird.

Für die Beckmesser unter meinen Lesern hier erst einmal zu Anfangs klar gestellt: Der Film enthält einen einzigen gewaltigen Fehler. Alle anderen Abweichungen sind eindeutig storierelevant. Das Durcheinander, das mit der Sternzeit im Verlauf des Filmes geschieht (und das leider auch in der Originalfassung vorhanden ist), ist nicht beabsichtigt und strengt ein wenig zum nachrechnen an. J.J. Abrahms hat das eigene Drehbuch nicht richtig im Kopf gehabt, sonst wäre ihm diese kleine Panne nicht unterlaufen.

Um jedoch ein wenig mitsprechen zu können, sollte man als Kommentator schon alle Star Trek-Serien kennen. Sonst bleiben dem Zuschauer auch einige Seitenhiebe auf diverse Serien unerkannt. Aber dazu an entsprechender Stelle mehr.

Der Film beginnt Sternzeit 2233,4. Die USS Kelvin wird an der Grenze zum Klingonischen Reich von einer Weltraumanomalie überrascht, die gewaltige Gravitationswerte liefert und ansonsten wie ein Gewittersturm im Weltraum aussieht. Gleichzeitig kommt das romulanische Raumschiff Narada aus dem Nichts und beginnt unprovoziert auf die Kelvin zu feuern. Nachdem der Captain der Narada den Captain der Kelvin dazu aufgefordert hat, zu ihm an Bord zu kommen, und er von diesem nicht die Antworten bekommt, die er erwartet hat, tötet er ihn. Woraufhin die Verantwortung für die Kelvin in den Händen von George Kirk liegt. Jenem gelingt es auch die Besatzung von 800 Mann zu retten, jedoch bezahlt er dafür einen sehr hohen Preis!

Der nächste Abschnitt behandelt eine Geschichte, die nur D.C. Fontana-Fans wirklich kennen dürften. Nämlich D.C. Fontanas Kurzgeschichte um den Hintergrund von Kirk und warum dieser Starfleet-Captain den Begriff ‚Aufgabe‘ nicht einmal vom Namen her kennt.  Jedenfalls wird ein wunderschöner Oldtimer bei dieser Aktion geschreddert, genauso wie in der Kurzgeschichte – nur wie die Sache herüber gebracht wird, ist einfach phantastisch.

Der nächste Abschnitt beginnt dann weitere, mindestens 12 Jahre später. Inzwischen schreibt man die Sternzeit 2265. Das Jahr wird abermals nicht genannt, man hat es hier aber mit einem erwachsenerem Kirk zu tun. Auch hier wird wieder Bezug zu einer der Kurzgeschichten um die Enterprise von D.C. Fontana genommen. Immerhin wurde die alte Constitution-Klasse auf der Riverside-Werft erbaut und nicht, wie die nachfolgenden Modelle auf den Utopia Planitia Orbital-Werftanlagen. [Insider!]

Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter spoilern, sondern mich eher auf die Storie und den ganzen Aufbau konzentrieren. Von dem kleinen Durcheinander mit den Stardates einmal abgesehen – welches nur von einem Fan richtig verstanden wird – ist der Film wirklich Klasse geworden. Sogar besser als die 10 Vorgänger, die für sich selbst schon neue Maßstäbe im Star Trek-Universum setzten.

J.J. Abrahms hat riskiert, von der Fangemeinde, von der Com bitterböse abgestraft zu werden, weil er das Universum umbaute. Jedoch hielt er sich dabei vornehmlich an bekannte Stories und Romane zur Enterprise, die aus der Feder von D.C. Fontana stammten. Hier kann man ihm keinen Vorwurf machen, sondern ihm eher Fachkenntnis bescheinigen. Ob er sich, wie das Fandom behauptet, tatsächlich alle Serienfolgen, die existieren, angeschaut hat, kann ich jedoch nicht bestätigen. Jedenfalls beweist er eindeutige Kenntnisse.

Das Drehbuch finde ich schon einmal gut. Die Storie ist ungewöhnlich, paßt aber zum neuen Aufbruch der Sternenflotte. Die Storie als Ganzes mag vielleicht ein wenig dünn sein, aber sie ist um Spock herum aufgebaut, was sie wiederum ein wenig adelt.

Die Tricks sind für einen Star Trek-Film die üblichen. Jedoch wird ziemlich schnell klar, das ohne die CGI-Effekte ein Star Trek-Film kein solcher ist. Hier wurde wunderbare Arbeit geleistet und auch darauf geachtet, das keine zu großen Fehler sichtbar werden (einige gibt es schon, aber die erkennt man erst, wenn man den Film 12mal oder so gesehen hat).

Nun zu den Darstellern. Ben Cross liefert, nach sehr langer Zeit, wieder großes Kino ab. Er ist neben Mark Lenard der einzige Schauspieler, der Sarek so spielen kann. Und er bringt einen vulkanischen Botschafter, auf den Mark Lenard (der Sarek der TOS) Stolz gewesen wäre. Winona Ryder als seine menschliche Frau Amanda strahlt eine so erwachsene Güte aus, das man kaum mitbekommt, das sie schon Anfang vierzig ist. Vom Aussehen her könnte sie gut eine 15 Jahre jüngere Frau spielen. Leider fällt ihre Rolle ein wenig zu kurz aus. Eric Bana als Bösewicht Nero stellt einen völlig neuen Typen von Romulaner dar. Mit seinem Haß und der Wut in seinen Augen, die permanent zu sehen ist, erreicht er nur seinen Hector aus ‚Troja‘. Er gibt einen glaubwürdigen Romulaner ab. [Obwohl ein wirklicher Romulaner nicht das getan hätte, was er im Verlauf des Filmes tut. Insider!]

Bruce Greenwood, der ja schon in ‚The Core – der Innere Kern‘ positiv auffällt, liefert endlich einmal einen glaubwürdigen Cpt. Pike ab. Ich muß sagen, der mit Abstand originalgetreueste Pike, den ich jemals gesehen habe. Cpt. Pike riskiert eine ganze Menge und endlich mal wieder ein Film, in dem Greenwood auch den Abspann erreicht. In seinen Filmen vorher segnete er meistens wenig rühmlich das Zeitliche.

Zachary Quinto bekam zwar eine ekelhafte deutsche Synchronstimme, aber im Original angehört, macht er einen ziemlich guten Spock. Man merkt, er bekam Gelegenheit mit dem Schöpfer des Charakters ein wenig zu arbeiten – und diese Lehre färbte eindeutig ab. Eindeutig ein guter Leonard Nimoy-Nachfolger. Zoe Saldana, die Fähnrich Uhura verkörpert, wiederum zeigt zwar die ganze Zeit eine gute Figur (und dabei auch ihren BH-bedeckten Busen), bekam aber eindeutig mehr Text zugestanden als das Original Nichelle Nichols im originären ersten Teil. Jedoch ist auch ihr Charakter eindeutig mehr an den Romanen und Geschichten von D.C. Fontana angelehnt, als es bisher der Fall war. Etwas, das nicht nur der Schauspielerin gut tut, sondern auch generell der Storie. [Schwester Chapel himmelte Spock in der Serie zwar ständig an, liebte ihn sogar und rettete ihm damit das Leben, aber eigentlich waren Spock und Uhura schon seit ihren Akademietagen, wo er als ihr Ausbilder (unter Anderem) fungierte, ein Paar. Nur getraute sich Spock niemals seinem Vater von dieser Beziehung zu berichten, die bis  Sternzeit 3403 anhielt. Insider!]

Alles in allem bekommt dieser Film von mir ein AAA. Und ich hoffe, das Abrahms die Gelegenheit erhält, noch 2 weitere Teile mit dieser Crew zu machen. Auch wenn der neue Kirk gewöhnungsbedürftig ist, zeigt er dennoch, das er es drauf hat. Ich kann diesen Film nur weiter empfehlen.

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