Manche Geschichten haben Halbwertzeiten. Manche Halbwertzeit jedoch hat Geschichte. Ungefähr so könnte man die bisherige Amtszeit und Amtsgeschichte von Roland Koch harmlos umschreiben. Dieser Politiker des konservativen Flügels der CDU, der Anstifter zum Wortbruch, der mehrfach bereits wortbrüchig gewordene, ist ein ganz besonderes Kaliber. Vor allem dann, wenn es darum geht, die eigenen Interessen über die des Bundeslandes zu stellen, dem er ja immerhin als Ministerpräsident vorsteht.

Worum es geht? Um einen kleinen Skandal, der mittlerweile immer weitere Kreise zieht und bei dem nicht genau abzusehen ist, wen er noch erwischt. Obwohl der Skandal relativ harmlos ist. Immerhin geht es nur um das Verrückterklären von vier hessischen Steuerfahndern, die wohl den falschen Personen auf die Zehenspitzen stiegen und dabei die Herkunft der jüdischen Vermächtnisse der CDU vermutlich aufdeckten.

An dieser Stelle gebe ich auch zu, das diese Theorie nicht von mir stammt, sondern bereits an anderer Stelle im Internet geäußert wurde. An exponierter Stelle zusätzlich, was so viel bedeutet, das der Skandal um die vier Steuerfahnder aus Frankfurt/Main wohl doch ein wenig mehr betrifft, als nur die Machenschaften des ehemaligen Wirtschaftsministers des Bundeslandes, und wohl noch weitere Personen im Umkreis erfaßt, die wohl etwas mit den angeblichen jüdischen Vermächtnissen der CDU zu schaffen haben.

Interessanterweise drängt sich mir an dieser Stelle der Name Wolski auf – obwohl ich nicht direkt sagen kann, wieso! Lassen wir jedoch den Humor ein wenig beiseite. Die Möglichkeit, das Michael Wolski durchaus auch in der Steuergeldaffäre seiner Partei und somit seines Landesparteivorsitzenden mit drin hängen könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Andererseits haben wir dann noch die Aussagen der vier Steuerfahnder, die einige merkwürdige Sachverhalte an ihre Vorgesetzte weiter meldeten und danach von einem Gefälligkeitsgutachter kalt gestellt wurden.

Jedenfalls steht fest, das die ganze Angelegenheit nicht von Oberfinanzpräsident Vittorio in Gang gesetzt wurde, sondern von der nächsthöheren Etage, die von Herrn Weimar bekleidet wird. Es war bereits in der Bloggosphäre etwas von weimarer Verhältnissen zu hören, welche ich hier nur unterstreichen kann. Weimarer Verhältnisse ist hierbei noch eine sanftmütige Umschreibung der wahren Vorfälle. Jedenfalls steht fest, das Ministerpräsident Roland Koch augenscheinlich direkt in die gesamte Angelegenheit involviert ist, da er nicht nur seine Parteiinteressen schützen mußte, sondern auch ihm privat nahe stehende Personen, die ebenfalls ins Visier der frankfurter Steuerprüfung gerieten. (An dieser Stelle muß ich noch hinzufügen, das sämtliche Verdachtsmomente, die in Richtung Jürgen Walter gehen, nicht belegbar sind.)

Fakt ist jedoch, daß das Bundesland Hessen dreist vier seiner besten Steuerfahnder via eines psychiatrischen Gutachtens kalt stellte, weil deren Recherchen in eine Richtung gingen, die der Landespolitik nicht gefielen. Dabei waren noch nicht einmal die großen Steuerhinterzieher wie Josef Ackermann (Deutsche Bank) im Visier, sondern eher der hessische Personenkreis, der in den vergangenen Jahren dadurch positiv auffiel, in dem er den Kulturbetrieb in Frankfurt/Main und der Landeshauptstadt Wiesbaden zerstörte, jedoch sechs- bis siebenstellige Parteispenden an die FDP und die CDU abgab – und jene entsprechend bei der Steuer absetzte.

Das dies dann die hessische Steuerfahndung, besonders den Amtsbereich Frankfurt/Main auf den Plan ruft, wäre vorhersehbar gewesen. Nur wäre es nicht aufgefallen, hätte Roland Koch nicht die Wortbruchlüge gegen Frau Ypsilanti durchgezogen, sondern sich einfach abwählen lassen. Da er jedoch in Amt und Würden blieb, konnten die Ermittlungen durchaus den Eindruck erwecken, das es eigentlich gegen Bestechlichkeit im Amt (im juristischen deutsch: Korruption) und Begünstigung geht. Das nun entsprechende Details der Ermittlungen, wie sie bis zur Ausbremsung der vier Steuerfahnder bereits vorgedrungen waren, nicht bekannt gegeben werden, liegt auch auf der Hand.

Würden nun die steuerrechtlichen Fakten bekannt, die bereits ermittelt waren, könnte es durchaus sein, das man dem Herrn Ministerpräsidenten das Eine oder Andere nahe legen müßte, um in Hessen wieder eine Demokratie zu installieren. Von der wir uns schon bei der vorletzten Landtagswahl (2008) in diesem schönen Land verabschieden durften, da auch da die CDU getrickst hat. Immerhin wurde bis heute noch nicht der Vorwurf des Wahlbetrugs durch Wahlautomaten der Bürgerin aus Alsbach-Hähnlein vor einem ordentlichen Gericht verhandelt.

Es gibt also Zusammenhänge zwischen Unregelmäßigkeiten in der Politik und in der Wirtschaft. Und diese Zusammenhänge beschränken sich nicht auf einige Millionen €uro, die nicht ordnungsgemäß an das Landessäckel abgeführt wurden. Die vier Steuerfahnder wurden aus einem anderem Grund kalt gestellt. Nicht wegen schnöden Mammons, sondern weil sie an einer Sache dran waren, die der CDU bundesweit empfindlich Schaden könnte. Nun sieht es jedoch so aus, als würde der Schaden, der eben durch die Ausbremsung dieser vier Aufrechten angerichtet wird, noch bedeutend größer sein als bisher angemahnt.

Roland Koch muß weg. Soviel steht fest. Verbrecher, Steuerhinterzieher, zu begünstigen, ist kein Kavaliersdelikt. Aber es zeugt von der Rechtsauffassung eines Ministerpräsidenten, der nur mit faulen und krummen Tricks an der Macht bleiben konnte. Wer weiß, vielleicht wurde die Internethetzseite, die sich mit der Wortbruchkampagne befaßte, ja ebenfalls durch diese unversteuerten Parteispenden gegenfinanziert. Verwundern würde es nicht. Jedoch stände dann eindeutig fest, das die gesamte CDU-Fraktion im hessischen Landtag als Verbrecher nach Weiterstadt weggesperrt gehört.

Quelle: hier & hier

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2 Kommentare on Der Skandal um den Skandal

  1. Tueffler123 sagt:

    Überall wo man hinhört und hinsieht nur ein Gemauschel!
    Besteht die BRD denn nur aus Korruption und in die eigene Tasche wirtschaften?
    Man sollte es bald annehmen, wenn man diesen Artikel und die Hintergründe liest.
    Solche Leute kommen auch noch davon und dürfen weiter machen wie bisher.

  2. Tueffler123 sagt:

    Überall wo man hinhört und hinsieht nur ein Gemauschel!
    Besteht die BRD denn nur aus Korruption und in die eigene Tasche wirtschaften?
    Man sollte es bald annehmen, wenn man diesen Artikel und die Hintergründe liest.
    Solche Leute kommen auch noch davon und dürfen weiter machen wie bisher.