Ich finde es mal wieder witzig, wie die halbe Welt auf Deutschland einprügelt – vor allem die Deutschen aufeinander selbst – weil jede Seite jeder Seite irgendeinen Rassismus unterstellt.Noch einmal für die dumpfen Orgelpfeifen und Profilstalker:Moslem oder Jude zu sein, definiert nicht automatisch die Zugehörigkeit zu irgendeiner Rasse, oder ethnischen Minderheit. Nicht einmal Christ in einem islamischen Land zu sein, macht einen automatisch zu einer bestimmten Rasse zugehörig.

Genauso narrisch ist es zu glauben, nur weil eure Frauen aus Thailand stammen, und hier ihre Religion verleugnen müssen, seid ihr nicht weniger rassistisch, weil ihr euch als Ausrede ein solches zahmes Weibchen angelacht habt, wo ihr doch ansonsten auf genetische und rassische Reinheit steht. Ihr merkt nicht einmal, welche Heuchler ihr seid.

Mir ist heute auch noch aufgefallen, daß Hollywood, Bollywood, und sogar das chinesische Kino absolut kein größeres Problem damit haben, in ihren Filmen offen Rassismus zur Schau zu stellen, und ihn sogar noch als Gut darzustellen. Hollywood ist in dieser Hinsicht führend, denn selbst Disney machte den Fehler, einen Marvel-Charakter nur der „political correctness“ geschuldet einzufärben. Stan Lee dachte sich durchaus etwas dabei, weshalb viele seiner Helden Weiße sind. Es wird dabei aber immer wieder vergessen, wie viele schwarzamerikanische oder lateinamerikanische Superhelden er erfand. Vor allem in seiner eigenen Superheldensatire über Spiderman erfand er einige ernsthafte Varianten, die alles andere als rassistisch gemeint waren. Die Disney aber in den letzten Filmen entsprechend interpretierte. Bollywood macht dies gerne in Filmen, in denen alles, was nicht Hindi oder muslimisch ist, automatisch als minderwertig dargestellt wird. Einzige Ausnahme: die Briten und ihr Einfluß auf Indien. Und das soll dann kein Rassismus sein? Das staatliche chinesische Kino toppt das alles dann noch mit eigenen, sehr freien Interpretationen der eigenen Historie. So gibt es Martial Arts aus den frühen ’70er Jahren, wo der Weiße, als Eindringling dargestellt, die Kampfkunst irgendeines untergegangenen Ordens lernt, und dann doch im Kampf gegen den aufrechten, ehrenvollen China Man auf die Bretter geht. Wenn der Film nicht von den Shaw Brothers stammte, kratzt der Weiße natürlich beim Endkampf ab, und der Held schnappt sich dessen chinesische Freundin, obwohl sie ja besudelt ist, weil sie sich auf die Langnase einließ.

Noch mehr Beispiele? Würde ich gerne, doch dann wird dieser Text wieder als pathetisch wahrgenommen. Dieser ständige Rassismusvorwurf, dann dieser Bildersturm auf alte Statuen vernünftiger Staatsmänner, die ihr Geld vielleicht mit Sklaverei gemacht haben, kotzt mich mittlerweile an. Denn hier werden die Bilder genau der falschen Potentaten zerstört. Diejenigen, die ständig überall Rassismus und Sklaverei schreien, sollten mal nach Afrika gehen. Zu eben genau jenen Völkerschaften, die sie doch jetzt, nachträglich, so offen und frei verteidigen und als Opfergesellschaften von Rassismus und Sklaverei darstellen. Damit sie endlich lernen, daß ihr Geschichtsrevisionismus ihnen gar nichts bringt, denn die wahren Schuldigen sind die alten Häuptlinge, die vor Jahrhunderten begannen Kriegsgefangene und ungeliebte Krieger an die Fremden zu verkaufen.

Übrigens hat Sklaverei in Japan und China eine uralte Tradition. Genauso wie es dafür eindeutige Regeln gab, wie mit dem Sklaven umzugehen ist. Regeln, die in der modernen westlichen Sklaverei nicht mehr seit dem Untergang des römischen Reiches beachtet wurden. Aber interessanterweise stellen sich die Verteidiger der menschlichen Freiheit weder Japan, noch China, in den Weg, denn dies sind keine durch Faschismus geschwächte Reiche, deren demokratische Regierungen man mit einem Aufstand gegen Sklaverei einfach so hinwegwischen könnte.

Das kotzt mich an. Dieses zweierlei Maß nehmen, und dabei die wahren Schuldigen wieder außen vor lassend. Denn es geht in diesem Kleinkrieg um Rassismus und Sklaverei nicht um die Freiheit des „kleinen“ Mannes, sondern nur darum, daß der entfesselte Neoliberalismus unsere Zivilisation endgültig zugrunde richtet. Denn wir haben eine Menge Feinde der Zivilisation in unseren Reihen. Nur unsere gute Erziehung hindert uns daran, diese Verräter an der Menschheit sofort auzulöschen.