Manchmal muß man sich fragen, ob in einigen Bundesländern nur noch der Kalauer residiert oder wie man sonst Kommunalpolitik dort betreibt. Anscheinend sind in den rheinischen Hochburgen die Stadtobersten bereits so mit dem Karneval beschäftigt, daß sie nicht mehr gereiht bekommen, was Gerechtigkeit ist und was ausgemachter Blödsinn.

Ein leuchtendes Beispiel dieser Politik ist beispielsweise der Bottroper Tetraeder. Ein, ganz ehrlich, potthäßliches Ding, daß als große Kunst verkauft wird, weil es ein studierter Kunstprofessor ‚erfunden‘ hat. Die gesamte Stadt, bis eben auf die Stadtoberen, ist sich darüber einig, daß mit diesem ‚angeblichen‘ Kunstwerk nur die Natur verschandelt wird.

Nun gab es aber einen freischaffenden Künstler, der nichts zu tun und einen wirklich phänomenalen Sinn für Kunst und Kultur hat, der sich diesen himmelschreiend häßlichen Tetraeder nicht mehr länger anschauen wollte. Also tat er etwas, damit dieses Kunstwerk auch dem Begriff Kunst würdig wurde. Er baute mit den Wassersteinen, die unterhalb des Tetraeders zu finden waren, drei kleine Kunstwerke auf. Zwei kuschelnde Aliens, ein Medizinrad und ein drittes Objekt, daß leider auch nicht einmal mehr von Google-Earth gefunden wird (zumindest nicht mit der Standardkartenfunktion).

Nun hat sich die RVR entschlossen, endlich zu handeln. Aber nicht so, wie es vielleicht die Bürger von Bottrop gerne gehabt hätten, sondern so, wie sie es dem professionellen Künstler wirklich versprochen haben. Ein Kunstobjekt muß ein Kunstobjekt bleiben und darf keine andere Kunst neben sich dulden. Im O-Ton liest sich das dann so:

„Wir haben als Eigentümer die Verpflichtung, das Tetraeder zu schützen“, sagte Ulrich Carow, Umweltfachbereichsleiter des Regionalverbandes. Er erinnerte daran, dass das Haldenereignis Emscherblick sich erfolgreich in einem Architekturwettbewerb durchgesetzt habe, bevor es auf der Bottroper Bergehalde installierten worden war. Wie dürfen es nicht zulassen, dass an diesem Kulturwerk Veränderungen vorgenommen werden, die nicht mit der Intention seines Verfasser in Einklang stehen“, erklärte Carow.

Der Herr Carow ist der Chef der RVR. Und er ist mit seinem Job echt zufrieden. Nur scheint er echt lernresistent zu sein, haben sich doch Bürger bei ihm nicht über die Aliens, sondern über die Idee jene zu entfernen, beschwert. Er sieht das natürlich total anders und hält sich an das, was er als seine Aufgabe ansieht: Kunstschutz!

Nun, wenn in seinem Interesse läge, wirklich Kunst zu schützen, würde er den Tetraeder auf eigene Kosten abreißen und Bottrop um eine Attraktion reicher machen. Er jedoch sieht es ganz profan.

Der RVR lässt die Figuren am Mittwoch entfernen.

Quelle: hier

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