6.) Gesundheit

DAS PROBLEM

Rund 90 Prozemt der deutschen Bevölkerung sind gesetzlich krankenversichert. Unabhängig von Alter, Einkommen und Geschlecht haben alle Versicherten Anspruch auf die medizinisch notwendige Versorgung. Die Einnahmen der Krankenversicherung sind zurrückgegangen. Die Gründe dafür sind insbesondere die schwierige konjunkturelle Lage und die hohe Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig steigen die Kosten für die medizinische Versorgung kontinuierlich an.: Die durch den medizinischen Fortschritt ermöglichten neuen Therapien sind häufig kostenaufwendig. Ein weiteres Problem für die Krankenversicherung liegt darin, dass die Bevölkerung immer älter wird und es zu wenig Junge gibt. Unser Gesundheitssystem weist aber auch ineffiziente Strukturen auf. Es kommt oft zu Unter-,Über- oder Fehlversorgungen. Die vorhandenen Finazmittel werden nicht immer sparsam und zielgenau eingesetzt.DIE LÖSUNG

Die Modernisierung des Gesundheitssystems ist auf gutem Weg. Mit der verabschiedeten Reform bleibt das im internationalen Vergleich hohe Niveau der Gesundheitsversorgung in Deutschland erhalten. Die Reform orientiert sich an den Bedürfnissen der Patienten und trägt dazu bei, Kosten zu senken. Mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem und mehr Eigenverantwortung der Versicherten entlasten die Krankenkassen.

Auf die Beitragssätze der Versicherten wirkt sich das positiv aus. Im Jahr 2004 wird die gesetzliche Krankenversicherung durch die Gesundheitsreform um 10 Milliarden Euro entlastet. Die jährliche Entlastung erhöht sich bis zum Jahr 2006 auf 23 Milliarden Euro. Der durchschnittliche  Beitragssatz soll dadurch im Jahr 2004 auf deutlich unter 14 Prozent sinken und ab 2005 unter die 13 Prozent Marke fallen. Die Maßnahmen tragen dazu bei, das Gesundheitssystem auch vor den Herausforderungen der Zukunft nachhaltig finanzierbar zu gestalten. Hierzu leisten alle Beteiligten – Leistungserbringer, Krankenkassen, Versicherte und Patienten- einen angemessenen Beitrag. Notwendige Belastungen sind sozial gerecht verteilt worden.

WAS TUT DIE BUNDESREGIERUNG UM DIE QUALITÄT DER MEDIZINISCHEN HILFE FÜR ALLE KRANKEN  ZU ERHALTEN UND ZU VERBESSERN ?

Von ganz wesentlicher Bedeutung ist, dass alle in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherten weiterhin Anspruch auf  die notwendige medizinische Versorgung haben. Wartelisten und Altersgrenzen z.B. für Operationen wird es in Deutschland nicht geben. Bürgerinnen und Bürger haben daher auch in Zukunft die freie Arztwahl.Die Patientenrechte werden gestärkt. Die Versicherten können von ihren Ärzten künftig eine Patientenquittung verlangen, die erbrachte Leistungen bestätigt. Ab 2006 wird jeder Versicherte über eine elektronische Gesundheitskarte verfügen, die teure Mehrfachuntersuchungen vermeiden hilft und die Informationsmöglichkeiten unter Beachtung des Datenschutzes erheblich erheblich ausbaut. Ärzte werden künftig verpflichtet, sich fortzubilden. Sie dürfen künftig im ambulanten Bereich medizinische Versorgungszentren gründen, in denen angestellte Ärzte unter einem Dach ihre Leistungen abgestimmt anbieten können. Ein unabhängiges Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wird Leitlinien zur Behandlung der wichtigsten Krankheiten erarbeiten und die Wirksamkeit von Arzneimitteln bewerten.

WIE ERREICHT DIE BUNDESREGIERUNG , DASS DIE BEITRÄGE ZUR GESETZLICHEN KRANKENVERSICHERUNG SINKEN ?

Die Bundesregierung beteiligt sich an den Aufwendungen der Krankenkassen für versicherungsfremde Leistungen, z.B. beim Mutterschaftsgeld. Diese Zuschüsse des Bundes werden künftig in gesundheitspolitisch sinnvoller Weise über eine höhere Tabaksteuer finanziert.

Andere versicherungsfremde Leistungen, z.B. Sterbe- oder Entbindungsgeld, werden gestrichen. Vom Jahr 2005 an müssen die Versicherten einen Sonderbeitrag für den Zahnersatz an die Krankenkasse zahlen oder sich insoweit privat versichern. Ab 2006 werden die Versicherten auch einen Sonderbeitrag für die Aufwendungen zu Krankengeld leisten.

WAS VERÄNDERT SICH BEREITS ZUM 1.JANUAR 2004 ?

Versicherte müssen sich dann auf veränderte Zuzahlungen einstellen, z.B. bei Medikamenten. Für Arztbesuche wird eine Praxisgebühr von 10 Euro erhoben, die in der Regel nur einmal im Quartal zu leisten ist. Die Gebühr entfällt bei Vorsorgeuntersuchungen und bei Überweisungen. Kinder und Jugendliche bis zum 18.Lebensjahr sind von diesen Zahlungen ausgenommen.

1 Kommentar on Agenda 2010

  1. Diotima sagt:

    zusammengefasst lässt sich also folgendes sagen: Die elektronische Gesundheitskarte wurde wegen datenschutzrechtlicher Probleme noch nicht eingeführt, der Beitragssatz ist bei 14 Prozent NICHT festgefroren und man kommt aus dem Zuzahlen gar nicht mehr raus…Ich persönlich habe noch NIE eine Patientenquittung zu Gesicht bekommen,wenn man von der für die Quartalsgebühr absieht.
    Und ich denke ernsthaft darüber nach, vom passiv Rauchen zu aktivem Rauchen um zu steigen, damit auch ich einen aktiven (Steuer)beitrag dazu leiste, dass dieses schöne Land nicht ausstirbt…Wenn ich dann anschließend selbst in Genuss des Mutterschaftsgeldes komme, werde ich auch konsequent während Schwangerschaft, Geburt und Kindbett weiterrauchen, damit das Kind ebenfalls zum Raucher wird…So sieht der neue Generationenvertrag aus…
    Alles Schall und Rauch…