Man kann ja über die gestrige Meldung denken, was man will. Aber man sollte wenigstens denken! Und dies scheint in diesem Land immer mehr zur Glückssache zu verkommen. Aber mal ehrlich: Ist es nicht wunderbar, daß sich die Diktatoren dieser Welt inzwischen gegenseitig umbringen? In Star Trek beginnt genau so der Dritte Weltkrieg, der durch die eugenisch verbesserten Menschen ausgelöst wird. Zuerst machen sie sich selbst zu Staatsführern, dann beginnen sie sich gegenseitig umzubringen. Nur der Intelligenteste und gefährlichste blieb übrig. Der Wolf. Khan Noonian Sungh. Doch wird jener von der Weltrevolution 2040 in die Flucht geschlagen, nachdem seine von ihm demokratisch eingerichteten Volksgerichtshöfe Mio umgebracht haben. So weit die Star Trek-Historie!

Die Ähnlichkeit mit unserer eigenen Zeitgeschichte mögen nur zufällig sein, aber sie sind da. Wieder einmal wurde ein Potentat, ein Diktator, ein altmodischer Gewaltherrscher umgebracht. Aber nicht von der NATO, die sich dennoch dafür Orden anheften wird, sondern von aufgebrachten Bürgern seines Landes, die dem faschistisch gesteuerten Märchen mit mehr Demokratie folgen.

Warum ich dies ein faschistisch gesteuertes Märchen nenne? Anscheinend gibt es unter meinen Lesern nur wenige, die ein wenig Ahnung von der arabischen Welt haben. Mubarak in Ägypten in die Flucht zu schlagen, war nicht eben das intelligenteste, welches das Volk dort hatte tun können. Besser wäre es beispielsweise gewesen, den SUEZ-Kanal für amerikanische Schiffe zu sperren. Doch dachte jemand daran? Nö, die Revolutionäre wollten ja Demokratie und keine absolute Sicherheit.

Demokratie scheint auch wirklich nur in Diktaturen richtig zu funktionieren, sofern die richtige Seite am Ruder sitzt. Sind es linke Potentaten, könnte es aus dem Demokratieversprechen sehr schnell nur eine Farce werden, wie wir an Kuba sehen. Ja, die LINKE hat Castro zum Geburtstag gratuliert. Nur warum? Weil er für einen Dritte Welt-Staat das beste medizinische System geschaffen hat? Mit der höchsten Heilungsrate, obwohl keine westlichen Medikamente zum Einsatz kommen? (Nicht mal chinesische.)

Aber kehren wir zum Demokratieversprechen zurück. Als Stroesser damals Paraguay übernahm, versprach er dem Volk Sicherheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Angeblich soll er alles außer Demokratie eingehalten haben. Aber die liberalen Strömungen im Land putschten ihn zu Beginn der ’90er Jahre weg und schickten ihn nach Brasilien ins Exil. Danach haben die Neoliberalen gezeigt, was sie unter Demokratie verstehen. Täterverschonunung ist nun an der Tagesordnung in Paraguay, Taschendiebstahl hat in 20 Jahren um 200% zugenommen, die Armut übrigens auch. Und der exkommunizierte Bischof Caacupe’s ist inzwischen selbst Präsident und hetzt offen gegen die deutschen Siedler im Land, sofern sie nicht braune Mennoniten sind. Jene liebt er, alle anderen haßt er. Auch hier haben wir wieder ein Demokratieversprechen, was nicht eingehalten wurde. In den letzten 20 Jahren sieht man am Beispiel Paraguays, wohin so eine demokratische Revolution führen kann. Demokratie gibt es dort nicht mehr, Gerechtigkeit für Jeden auch nicht! Vorher gab es sie, seit dem Putsch ist damit Sense. Wenn man in Paraguay einen Prozeß gewinnen möchte, muß man den Richter vorher sehr gut schmieren.

Und solche Verhältnisse werden nun wohl in der arabischen Welt angestrebt, in der es vorher schon üblich war – wegen dieser doofen Scharia – dem Richter dementsprechend viel Bakschisch in den Arsch zu schieben, damit er einen Ausländer auch nicht schuldig spricht und selbst wenn er 200 einheimische junge Frauen vergewaltigt hat. [So einen Fall gab es übrigens in Lybien. Gaddafi selbst mischte sich in den Prozeß ein, entließ den Richter, und setzte einen neuen unbestechlichen ein. Der Ausländer wurde nicht hingerichtet, wie im Islam üblich, sondern bekam 30 Jahre Haft verpaßt. Kurz danach meldete sich die italieniche Regierung bei Gaddafi und machte nicht nur Zugeständnisse, sondern schenkte ihm seine erste Yacht. Die Geschichte ist historisch verbürgt. Übrigens erhielten die geschändeten Frauen von Gaddafis Regierung eine entsprechende Entschädigung, damit sie ihr Leben nicht in Schande verbringen mußten.] Aber dies nur um Rande.

Man sollte nicht mit den guten Taten eines Toten prahlen. Es gibt noch mehr so Geschichten. Fragen sie mal den Lybier an der Ecke, was er Gutes über den Diktator seines Landes sagen kann. Aber nun wird ja demokratisiert, also ist dies nicht mehr so wichtig.- Für Deutschland wird dies aber entspannend werden. Endlich kann unsere Ausländerbehörde die knapp 400.000 hierher exilierten und hier schon teilweise seit 20 Jahre lebenden Lybier geschlossen ausweisen. Es werden also wieder Wohnungen in Mainz und Wiesbaden und Kassel frei. Wegen der aktuellen Studentenschwemme durch G8 ganz praktisch. Die Mieten können wieder rauf gehen, und schlechte Wohnungen können in den genannten Städten wieder zu Höchstpreisen vermietet werden, wenn das Viertel erst einmal von den Lybiern bereinigt ist.

Dies wird auch die Moscheebetreiber hart treffen, wenn nun durch Gaddafis Tod drei Viertel ihrer Gemeindemitglieder fern bleiben, weil sie sich schlicht nicht mehr im Land befinden. So hat die anstehende Demokratisierung Lybiens jetzt bereits schon Auswirkungen auf Deutschland. Vor allem Mainz wird es hart treffen, unterhalten doch viele Lybier dort viele der asiatischen Lebensmittelmärkte.

Aber das Problem ist nicht marginal. Muhammar-al Gaddafi ist tot. Die Welt ist um einen Diktator ärmer. Und die orange Revolution in den Moslemstaaten geht weiter. Ein Diktator, der nur das Beste für sein Volk wollte, jahrzehntelang mit den USA deshalb paktierte, aber schon ziemlich früh erkannte, wie verräterisch jene sein können, und sich dann offen gegen sie bekannte, wurde nun endlich von revolutionären Truppen ausgelöscht. Zum Glück waren es keine NATO-Gruppen. Sonst würden jetzt wieder linke Querfrontler danach schreien, daß die NATO aufzulösen sei.

Die Welt kann sich also nun glücklich schätzen, wie in Star Trek während der eugenischen Kriege. Bis es dort zum Atomwaffeneinsatz kam, hat auch ein Weilchen gedauert. Und diverse Störfälle an Atomkraftwerken vorher taten ein übriges, daß jene Technologie schon damals nicht sehr hoch geschätzt wurde. Doch als der dritte Weltkrieg als eugenischer Krieg ausbrach, in dem die genetisch verbesserten Menschen die normalen Menschen weitgehend ausrotten wollten, wenn sie sich nicht unterwarfen, kam es zur offenen Weltrevolution, zum Einsatz von Atomwaffen durch die eugenisch verbesserten Menschen (Augments) und schließlich zu deren Vernichtung und Absetzung. Wie gesagt, nur einer entkam mit dem ersten gebauten Schläferschiff, der BOTANY BAY. Wer den besonderen Humor von Roddenberry nicht mag, kann sich gerne outen. Doch schon bei Star Trek wird an dieser Stelle aufgezeigt, daß selbst der schlimmste Despot demokratischer als ein gewählter Demokrat sein kann.

Gut, Gaddafi ist tot. Ist das nun besonders schlimm? Oder ist dies ein Grund, abschätzig über ihn zu berichten? Ich finde nicht. Ich finde es sowieso kritisch, wenn ein Mensch als Despot hingestellt wird, nur weil er in seinem Land die Verbrecher zur Strecke und im Zweifelsfall auch hinrichtet. Das er jeden Widerstand gegen seine Schulaufbauten, gegen die Installation eines Abwassersystems, gegen die Installation eines Schulsystems (in islamischen Ländern ist Frauen sonst der Zugang zu einer normalen Schule, Hochschule oder Universität untersagt), gegen die Installation eines mediznischen Systems, daß Frauen sogar die Antibabypille gestattet, ausgelöscht hat, dürfte einem sogar einleuchten. Er brachte es fertig, die verschiedenen lybieschien Stämme an einen Tisch zu bringen und zu einen. Dies ist seine große Tat. Er hat die Macht des Klerus eingeschränkt und Christen konnten ungestört ihrer Religion nachgehen, ohne Nachstellungen von extremistischen Moslems fürchten zu müssen. Ja, selbst andere Religionen konnten in Lybien unter Gaddafi gefahrlos praktiziert werden.

Nun haben die lebenden Diktatoren erneut einen der Ihren getötet, um die Macht noch ein wenig mehr zu straffen. Unsere Welt ähnelt immer mehr jener kurz vor Ausbruch der eugenischen Kriege. Auch dort war der Anfang der, daß eine hochtechnisierte Zivilisation des Planeten sich erst einmal an den Plätzen mit Truppen niederließ, wo es besonders wichtige Rohstoffe gab. Den Rest habe ich so weit ja schon beschrieben. Ein Diktator ist tot, aber es sind noch gut 170 an der Macht. Und wir einfache Menschen sollten uns endlich einmal entscheiden, auf welcher Seite wir stehen. Nirgendwo steht nämlich geschrieben, daß ein Diktatur nicht demokratisch privilegiert herrschen darf. Genau dies war bei Gaddafi der Fall. Bei Mubarak genauso und bei so vielen anderen, die in den letzten Wochen und Monaten ins Exil oder in den Tod geschickt wurden.

Ich bitte also unsere Leser nur um eines: Bitte denkt nach, bevor ihr in Jubelchören ausbrecht, nur weil nun Gaddafi tot ist. Ein Mord ist niemals eine gute Tat. Aber eine gute Tat daraus zu machen, ist sogar nach dem christlichen Glauben ein Kapitalverbrechen. Der Islam sieht dies übrigens noch ein wenig kritischer. Mich würde es nicht wundern, wenn der Todesschütze demnächst aufgehängt vorgefunden wird. Mit 30 Silberlingen zu seinen Füßen. Diktatur bedeutet nicht unbedingt Staatsterror, wie unter den Nazis in Deutschland üblich. Diktatur ist ein Herrschaftsstil, der auf Absolutismus fußt. Genau deshalb haben wir in solch zivilisierten Ländern wie Deutschland oder Frankreich auch diese machtlosen Parlamente, weil jene im Prinzip nichts gegen den Souverän – der eigentlich das einfache Volk sein sollte – ausrichten können. Bei uns ist es jedoch so, daß wir von Politikerdynastien regiert werden, absolut absolutistisch, diktatorisch. Aber nicht nach den Regeln der Demokratie. Gaddafi war uns auch in dieser Hinsicht überlegen, da weiter. Nur bis dies in Deutschland erkannt wird, dürfte noch sehr viel Wasser den Rhein herunter fließen. Die Potentaten regieren immer noch. Und wir sollten uns erst freuen, wenn wir den Mut hatten, diese selbst in den deutschen Flüssen zu versenken oder sie in Zoos den Krokodilen zu opfern. Noch jubeln wir über Gaddafi. Aber bald wird es uns genauso gehen, wenn wir nichts unternehmen. Dann erleben wir die negativen Seiten einer Diktatur, die sich nur als Demokratie getarnt hat. Und nicht Demokratie, die sich als Diktatur tarnt – so wie damals unter Stroessner.

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1 Kommentar on Lebende und Tote Potentaten

  1. Diotima sagt:

    Weil der liebe Hr. Volksdiktator Strössner zumindest seitens der ISA demokratisch legitimiert herrschte, konnte er im Zuge der OPERATION CONDOR auch so wertvolle antikommunistische Hilfe im kalten Krieg leisten. Wenn man bedenkt, mit wem er es zu tun hatte: auf der einen Seite mit Che Guevara, dem sehr an medizinischen Verbesserungen in Kuba gelegen war, der aber den heißen Krieg nicht scheute und aud der anderen Seite mit der Ratte Mengele, diesem Nazivorzeigeeugeniker, der aus Argentinien über Paraguy nach Brasilien flüchten konnte… Da muss man sagen : Hut ab, GOD SAVE AMERIKA !!! Dieses Land hat in der Vergangenheit allzu oft bewiesen, dass es keine weltanschaulichen Probleme damit hat, Faschisten mehr oder minder verdeckt zu finanzieren. Es ist bitter zu sehen, wie selbst der Widerstand gegen dieses braun- religiöse evangelikale Sklavenhälterland inländisch von der tea party kontrolliert wird- Ja an Amerika kann man sehen, dass Demokratie nichts anderes bedeutet als soziafaschistisches Arschgekrieche bei verschiedenen Militärdiktatoren und dass mit Republik eigentlich nur die Subventiorung von Gottesstaaten gemeint sein kann. Zur Zeit kippt in der arabischen Welt die Stimmung um. Es werden einfach weltliche Militärdiktatoren durch Gottesstaatler ersetzt. Und die Welt leistet Schützenhilfe dabei. Bald werden die Islamisten wieder die Oberhand haben und das ist wohl auch so gewollt. Das ist dann die perfekte Ausrede für die EU QuerFRONTEXler noch mehr Asylbewerber im mare NOSTRUM absaufen zu lassen. Es könnte sich ja um Schläfer handeln. In Wahrheit flüchten alle die, die weder in einer Militärdiktatur noch in einem Gottesstaat leben möchten.
    Nur auf die Idee nach Amiland zu flüchten kommen wohl nur die Besserverdienenden und ausgedienten Diktatoren und Mullahs, denn dort haben sie das all in one Paket : Miliärdiktatur und Gottesstaat in einem, so wie früher im Mittelalter in Europa. Karthago esse delendam, das Todesurteil über Nordafrika wurde mal wieder verhängt. Nur scheint es wirklich wie zur Zeit des römischen Imperums nicht um Demokratie zu gehen, klar geht es um Aquädukte ,um Verhütung und Verhüttung. Darum ging es auch den Nazis…Aber vorallem geht es doch wohl um Rohstoffe. Wen interessieren denn schon die Menschenrechtsverletzungen in Syrien? Dort lässt ein Augenarzt Tränengas versprühen und tausende Einwohner verschwinden. Er unterstützt aber die schiitischen und christlichen Fanatiker, verspricht also stabile Instabilität im Nahostkonflikt. Also greift man da der Revolution nicht unter die Arme…Syrien darf weiter machen…
    Da sind die Amis herrlich inkonsequent. So wie damals im zweiten Weltkrieg in Frankfurt: die gesamte Altstadt wurde zerbombt, aber das IG Farbenhaus blieb am Stück, man wollte es wohl als CIA Hauptquartier behalten. Tut mir leid, so etwas bezeichne ich als Beihilfe zum Massenmord. Der Naziarzt Mengele hat ja auch in Frankfurt studiert und zwar am IFS , das mal kurz umbenannt worden war. Er hatte beste Verbindungen zum Kaiser Wilhelm Institut für Anthropologie, Erblehre und Eugenik und schickte seinem Mentor von Verschuer unzählige Präparate aus Auschwitz. Wenn ich recht informiert bin, beruht sogar die Erfindung der Pille indirekt auf der Auschwitzforschung u.a. an Sinti und Roma. Doch weil die auch heute keine Lobby haben, dürfte sich kaum jemand dafür interessieren. So wie für die 1000 und paar Ersoffenen im Mittelmeer, die sich anders als Bin Laden und Gaddafi die Gesichts OP in LA wohl nicht leisten konnten.
    Die schlimmsten Verbrecher der Weltgeschichte waren anscheinend immer Ärzte. Sie kamen oft mit einem blauen Auge davon, solange sie nur blaue Augen hatten, bzw. weil sie ja für den „guten Zweck“ ihre Menschnopfer brachten. Tja, seit den Maya hat sich nicht viel an gewissen Praktiken geändert. Früher nannte man sie Priester heute eher Götter in Weiß. Ihr Treiben ist in allen Diktaturen der Weltgeschichte belegt, egal welcher Ausprägung.
    Die Heilslehre braucht halt die Heillande und diverse Heilsuchende…Das dumme Volk wird immer noch wie Versuchsvieh missbraucht… Es ist wahrlich ein Planet der Ratten. Und wenn man die Wahl zwischen Cholera und Pest hat, was soll man dann schon wählen ???