Seit dem Polizistinnenmord in Heilbronn scheint in diesem Land einiges aus dem Ruder zu laufen. Um es offen heraus zu sagen: Nach dem aktuellen Stand der Dinge gibt es eine Braune Armee Fraktion, die noch gemeingefährlicher, noch terroristischer, und noch menschenfeindlicher agiert, als es die alte RAF getan hat. Und wenn wir schon gerade bei dem Thema zweckgebundenen Terrorismus sind, sollten wir dabei nicht vergessen, daß nichts ohne Grund geschieht.

Vor mehr als 60 Jahren wurde das Deutsche Reich nur aus einem einzigen Grund besiegt: Weil der degenerierte Adel zusammen mit dem degenerierten Volk zusammen ein Weltreich errichten wollten, daß jedoch für diese Klasse von Untermensch unregierbar gewesen wäre. So ging das Großdeutsche Reich, wie der Führer es immer betitelte, schon in den Anfangstagen unter, weil die deutsche Industrie es nicht einmal selbst finanzieren konnte. Der Krieg und der Personenkult um den Führer selbst gaben ihm dann nur noch den Rest.

Und der degenerativ veranlagte Adel schaffte es sogar, seinen Stand zu halten, obwohl die eigentlichen Adelsprivilegien schon mit dem Ende des Ersten Weltkriegs verlustig gegangen waren. Für manche Adelsfamilien bedeutete dies dann nur noch, den eigenen Status dadurch zu erhalten, weil man wieder ein neues Reich aufbauen wollte. Das in der nazistischen Lehre eine Kapitulation niemals in Betracht kam, wußte der Adel. Für ihn selbst gab es ja auch keine Kapitulation. Der Adel hatte sich ja nicht ergeben, nur in sein Schicksal, aber nicht, was die Zukunft des eigenen Landes anging.

Nun ist es aber so, daß beim modernen rechten Terror der deutsche Adel noch nicht einmal seine Hände zur Mitarbeit anbieten muß. In diesem Land gibt es genug alte Dritte-Reich-Nachweiner, daß man damit ohne weiteres den Bodensee füllen könnte. Heute zählt man nur als guter Mensch, wenn man gegen Ausländer eingestellt ist. Heute gilt man nur als von der Gesellschaft akzeptiert, wenn man sich Frauen gegenüber chauvenistisch aufführt. Und heute gilt man nur als in die Gesellschaft integriert, wenn man auf die Menschenrechte scheißt und seinen Mitarbeitern keinen solchen Stundenlohn bezahlt, daß sie nicht ohne zusätzlichen Hartz-Eckregelsatz leben können.

Doch dies ist voll im Sinne des Staates, der seinen Rechtsruck bereits 1998 durchführte. Und 2005 nahm dann sogar die Träne, die heute als sprechender Hosenanzug das Kanzleramt blockiert, endlich wahr, daß durch dieses Land ein deutlich vernehmbarer – und vor allem spürbarer – Rechtsruck gegangen war. Mit der Einführung der Hartz-Gesetzgebung hat sich diese Nation wieder auf die alten braunen Pfade begeben.

Man kann also sagen, daß unsere jetzige Regierung nur deshalb im Amt ist, weil es diesen braunen Terror gibt. Und nicht umgekehrt: Es gibt diesen braunen Terror nicht, weil die aSPD in den Jahren von 1998 bis 2005 kläglich versagte, und wir deshalb vielleicht ein Ausländerproblem in diesem Land hätten. Umgekehrt wird da eindeutig ein Schuh drauß, den sich alle Parteien anziehen dürfen.

Die braune Unnatur hat dieses Land wieder voll im Griff. Wie schon zu den Zeiten des Führers sind Italiener in diesem Land gerne gesehen. Aber Griechen, Türken, Ukrainer absolut nicht. Sie gelten als menschlicher Abfall, den es zu bekämpfen lohnt. Die BAF hat ja schon bewiesen, daß sie es kann. Und sie hat es so gut bewiesen, daß nicht einmal der Verfassungsschutz von 6 der 16 Bundesländer, geschweige denn der Bundesverfassungsschutz ihrem Morden in 10 Jahren hat Einhalt gebieten können. Was verrät uns dies über den Zustand dieses Landes?

Braun sein ist cool, braun sein ist In. Wenn ich braun denke, werde ich von der Gesellschaft akzeptiert. Wenn ich mit meinem Haufen dummer Freunde Ausländer verprügle und mich dabei nicht erwischen lasse, bin ich voll auf dem Zahn der Zeit. Dann bin ich wer im Ort. Wenn ich mit meinen Freunden aus einem Fähnlein der Pfadfinder eine Wehrsportgruppe mache, die mit Gotcha-Gewehren im Wald eine Militärübung abhalten, so bin ich wer. Dann bin ich Jemand, der das Sagen hat. [Selbst dann, wenn ich offiziell für die Grünen im Gemeinderat sitze.]

Der Stand der Dinge ist: Dieses Land wird wieder von der Wurzel an braun. Und wie wir wissen, ist braunes Gemüse schlechtes Gemüse. Dieses Land macht den gleichen Fehler, den es vor mehr als 60 Jahren schon einmal gemacht hat. Es reicht nicht, einfach chauvenistisch zu sein. Es reicht nicht, auf andere herab zu blicken und so zu tun, als sei ich etwas besseres, nur weil ich die Gnade der späten Geburt habe. Nein, heute muß ich, um in dieser Gesellschaft zu überleben, mich wieder eindeutig zur braunen Gesinnung bekennen. Tue ich es nicht, überlebe ich wahrscheinlich die braune Weltrevolution nicht.

Es ist nun einmal so, daß man nur dann in einem braunen Land überlebt, wenn man beginnt, wie der Rest nationalistisch und völkisch zu denken. Also eine interne Abwehrpolitik gegen alles positive in diesem Land betreibt. Wenn ich meinen türkischen oder griechischen Nachbar allein wegen seiner Herkunft schlecht mache, aber mich am Wochenende mit ihm immer noch in der Dorfkneipe treffe und ihm von Gerüchten berichte, die über ihn kursieren. Nur dann bin ich wirklich braun, wenn es mir gelingt, meinen Nachbarn zu überzeugen, endlich aus meiner Nachbarschaft zu verschwinden. Unabhängig davon, ob er Grieche, Türke, Jugoslawe, oder armer Hartzer ist.

Solche Leute haben nach narzistischer Denkweise nichts in meinem schönen Land verloren. Hartzer sollte man sowieso alle in die Gaskammer stecken. Und es gibt mehr als einen Stammtisch, an dem ich solche Sprüche habe vernehmen dürfen. Lustigerweise auch von aSPD- und LINKEn-Stammtischen. Das ganze Land ist braun, und die Zahl derer, die noch Widerstand leisten, wird immer geringer. Immerhin möchte man ja überleben.

Braunen Terror bedarf es da wirklich nicht mehr viel. Nur noch soviel, um das Faß zum Überlaufen zu bringen. Die Polizei Heilbronn recherchiert hier auch mit Absicht nicht genauer. Denn würde sie das tun, müßte sie die eigene Disco-Szene unter intensivere Beobachtung nehmen. Doch so etwas ist zeitaufwändig, kostet Geld, und bringt unter Umständen die Festnahme einer weiteren Terrorzelle ein. Aber das möchte man ja nicht. An Nürnberg und dem dortigen Umspringen mit dem angegriffenen Polizisten hat man ja schon gesehen, daß es im Prinzip niemanden interessiert, ob ein Glatzkopf nun jemanden auf offener Straße ersticht oder nicht.

Wozu wird dann noch eine BAF gebraucht? Wirklich nur, um den Menschen die Angst einzujagen, damit sie, wie es sich gehört, in einem braunen System ihre Bürgerrechte freiwillig aufgeben? Sollte dies der Fall sein, hoffe ich wirklich, daß amerikanische Atomraketen bald auf Deutschland regnen, um dem Spuk ein Ende zu machen. Dieses Land hat dieses Schicksal mehr als verdient. Vom deutschen Volk jedoch bin ich enttäuscht, weil es nicht bereit ist, gegen die braune Brut wirklichen Widerstand zu leisten. Nicht einmal im Internet.

Immer mehr Blogs der angeblich linken Szene schließen sich Querfrontlervereinigungen und richtig braunen Gemeinschaften an. Selbst Blogs, zu denen wir vor einigen Jahren noch freundschaftliche Verbindungen pflegten. Von Widerstand gegen die braune Pest keine Spur. Jetzt wäre die Zeit Widerstand zu leisten, falls man denn den Mut dazu hat. Aber wenn sich schon deutsche Juden zu diesem braunen Gedankengut bekennen, sollte man sich echt Sorgen machen. Was bin ich froh, daß Michel Friedman sich eindeutig als Jemand erwiesen hat, der eindeutig gegen dieses Gedankengut steht. Ich gebe zu, ich kann ihn nicht leiden. Aber in meinen Augen ist er nach wie vor der aufrechte Jude, der gegen diese Brut noch angeht. Während seine Kollegen und Kameraden bereits voll integriert in die braune Szene sind. Aber im Internet oder außerhalb davon ernsthaften Widerstand gegen die braune Gefahr ist nicht wahrzunehmen. Nirgendwo.

Der Stand der Dinge ist: Dieses Land ist wieder so braun, wie 1931. Nur noch wenige Jahre, dann werden die Braunhemden hier wieder offiziell das Kommando führen. Und dann werden wir ja sehen, wer hier noch das Recht zum Leben zugestanden wird. Und wer dann die Rechnung für all diejenigen bezahlt, die sich jetzt und hier und heute nicht gewehrt haben.

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