2. Dossier: Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis?

Da wir nun für die nächsten Wochen ein interessanteres Thema als die Causa Wulff gefunden haben, werden wir uns auch vornehmlich hiermit beschäftigen. Der zweite Teil des Dossiers dürfte schon wieder ein wenig interessanter für den werten Leser sein. Deshalb ohne lange Vorrede!

Das Bild der Frau in der Gesellschaft ist generell von zwei absoluten Extremen geprägt, an der politische Ausrichtungen nicht eben unschuldig sind. Zum einen wird die Frau als Mutter, Familienglucke und Hüterin/Erzieherin der Kinder dargestellt, andererseits ist sie die billige Straßenhure, die sich auf dem Straßenstrich für € 20 günstigst an den reichen Kapitalisten verkauft. Beides ist eine Frau. Und beides sind auch Zustände, unter denen sie in der Gesellschaft auftreten kann. Aber keine dieser Sichtweisen gibt die Frau wirklich so wider, wie sie wirklich ist. Dies ist jedoch allein der Politik geschuldet, die in den vergangenen 15 Jahren immer mehr menschen- und frauenfeindlicher wurde.

Das Problem am gesellschaftlichen Aufstieg von Frauen ist, daß sie in der Mehrzahl der Fälle ernstzunehmende Preise dafür zu entrichten haben. Schöne, teilweise auch intelligente, junge Frauen haben es in unserer modernen Gesellschaft niemals leicht. Also verkaufen sie entweder ihren Verstand oder ihren Körper, um entweder Karriere zu machen oder gesellschaftliches Ansehen zu gewinnen. In manchen Fällen verkauft Frau sogar bereitwillig beides, da sie nicht darben möchte. An dieser Stelle wird dann die Grenze zwischen Hobby- und berufsmäßiger Hure mit schöner Regelmäßigkeit überschritten.

Wer jetzt denkt, daß Frauen niemals freiwillig in die Prostitution gehen würden, irrt an dieser Stelle gewaltig. Das Problem stellt noch nicht einmal die Prostitution an für sich dar, sondern eher der gesellschaftliche Umgang damit. Schon Evita Peron, die hochgeschätzte Grande Dame Argentiniens kannte sich in der Halbwelt besonders gut aus. Und war dort auch vor ihrer Hochzeit mit dem General aktiv tätig.

Ich möchte jetzt nicht, daß der Eindruck entsteht, daß Erfolgsfrauen grundsätzlich Huren sind, bevor sie wirklich die Leiter hochklettern. Doch eine gewisse gesellschaftliche Regelmäßigkeit ist hierbei durchaus zu bemerken. Und es spielt dabei keine Rolle, ob die Grande Dame einer Nation nun aus der ungebildeten Oberschicht stammt, oder aus der Unterschicht und gelernt hat, ihren Unterleib zu beherrschen. Frau ist in dieser Sache Frau. Karriere ist Karriere.

Gegen Ehrgeiz ist im Prinzip nichts einzuwenden. Nur ab einer gewissen Grenze kann solcher Ehrgeiz lebensgefährlich werden. Vor allem für die Frau, um die es in dieser kleinen Dossierserie immerhin geht. Wenn Frau von Ehrgeiz zerfressen wird, ist sie schon einmal bereit, einen faulen Kompromiß auf Kosten ihrer eigenen Weiblichkeit zu machen. Vor allem dann, wenn es hierbei um das eigene Berufsleben geht. Und wie schon im ersten Teil angesprochen, arbeiten gewisse linke und rechte Kräfte gezielt daran, Frauen aus dem Berufsleben herauszudrängen.

Wenn Frau sich also mehr auf ihren Ehrgeiz konzentriert, wird sie damit zur gesellschaftlichen Gefahr. Nein, dies ist nicht meine Ansicht, sondern leider schlicht eine Tatsache. Karrierebewußte Frauen, denen es am nötigen Selbstwertgefühl mangelt, sind dann schon bereit, so gut wie alles für ihre Karriere zu tun. Sich zu prostituieren, nur um einen guten Job abzubekommen, ist da noch das Harmloseste.

Der Stand der Frau in der Gesellschaft ist demnach nicht nur von der vorherrschenden Kultur abhängig, sondern auch davon, wie die Frau sich als Frau selbst wahrnimmt. Deshalb ist der gesellschaftliche Preis, der für eine wirtschaftliche Karriere zu entrichten ist, für eine Frau bereits immens hoch. Der volkswirtschaftliche Schaden, der dadurch jedoch angerichtet wird, ist noch höher. Die Zahl der Arbeitslosen in den Industrieländern ließe sich locker halbieren, wenn man Frauen untersagen würde, einen Ausbildungsberuf zu ergreifen und Frau sich mehr auf Haus, Hof und Familie konzentrieren würde. Das dem nicht so ist, haben wir unter anderem der Aufklärung zu verdanken! Ob dies nun auch seelisch gut für die Frauen ist, steht auf einem völlig anderem Blatt.

Wenn Frau also aus Gründen einer wirtschaftlichen Karriere dazu gezwungen ist, sich zu prostituieren, so sind die angestrebten Synergieeffekte einer freien, offenen und vor allem demokratisch zu verstehenden Gesellschaft bereits ad absurdum geführt. Wenn Frauen in der Gesellschaft nur als Gebärmaschinen herhalten müssen, läuft nicht unbedingt etwas verkehrt, sondern das gesamte System läuft falsch. Wie wir aus dem ehemaligen Ostblockstaaten ja wissen, hatte die dortige kommunistische Sicht der Dinge zur Folge, daß junge Frauen sich eher auszogen, als einen Ausbildungsberuf zu lernen. Und sogenannte Körperarbeiterinnen (eine alte ungarische Umschreibung für Huren) gab es schon immer auf der Welt.

Nur – wenn Frau ernsthaft eine Karriere in der Wirtschaft anstrebt, dort versucht ihren Platz zu finden, hat dies Konsequenzen. Die mangelnde Geburtsrate in den Industrienationen ist vornehmlich auf dem eigenen Karrieresinn der Frau begründet und ist nicht gesellschaftlich zu verantworten. Frauen, die in einem gut bezahlten Beruf arbeiten wollen, verzichten auf ein gutes Leben als Ehefrau und Mutter. Nur wenigen gelingt es, den Streß in der Arbeit mit dem Streß in der Familie unter einen Hut zu bringen. Doch die westlichen demokratischen Systeme sind eben nicht auf Arbeiterinnen eingestellt, die gleichzeitig auch noch Familie haben. In einem solchen Fall spart das System dann am Lohn/Gehalt, um Frau zwangsmäßig dazu zu bringen, doch lieber Familien zu gründen.

Der Status der Frau in der Industriegesellschaft muß also rein folglich ein niedrigerer sein als in wirklich entwickelten Kulturen. [Obwohl ich zugebe, daß mir derzeit auf diesem Planeten außer den alten indogenen Kulturen kein Kulturkreis bekannt ist, in dem die Frau wirklich ernsthaft als gleichberechtigt an der Gesellschaft wahrgenommen wird.] Womit wir beim eigentlichen Knackpunkt des Problems angekommen sind!

Die Frau in der Gesellschaft bedeutet in diesem Fall, daß sie für ihren gesellschaftlichen Aufstieg einen immens hohen Preis bezahlen muß. In aller erster Weise entrichtet die Frau diesen Preis, die Gesellschaft und die in ihr lebenden Männer sind erst an zweiter und dritter Stelle gleichfalls Preisentrichter für dieses von den Frauen angestrebte Leben. Ich möchte damit die Aussagen von Eva Herman wirklich nicht über den Klee loben, doch ihre Sichtweise des Problems ist durchaus eine statthafte – hat man aus ihren Texten erst einmal das braune Geschwurbel entfernt.

Die Frau hat in der Gesellschaft keinen gleichberechtigten Platz neben dem Mann. Wäre dem so, existierte kein Lohngefälle zwischen Mann und Frau. Und der gesellschaftliche Preis, der schon damit beginnt, daß man Mütter aus dem Wirtschaftsleben so weit ausgrenzt, ist an dieser Stelle bereits hoch. Nur ohne Mütter würden die Industrienationen aussterben. Es stellt sich also die Frage: Kann man das System reformieren, oder wird man letztlich den Fehler machen, den jedes größere Reich in diesem Zusammenhang machte?

Bisherige Dossiers:

0. Frau in der Gesellschaft
1. Gesellschaftlicher Aufstieg – Wer bezahlt den Preis?
2. Ausbildungsberufe, einmal anders
3. Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können
4. Schulische Ausbildung kontra Herd
5. Der Beruf als Chance
6. Für verrückt erklärt (5 wunderbare juristisch greifbare Begründungen)!
7. Intersexuelle Frauen
8. Die Gesellschaft im Wandel der Zeit und der Status der Frau darin
9. Gefangene Hure oder Befreierin?

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2 Kommentare on Frau in der Gesellschaft (II)

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