3. Dossier: Eh(r)e und Familie – warum die Ansichten migranter Familien nicht schlecht sein können

Der Bruch in unserer Gesellschaft geht nicht nur zwischen arm und reich, sondern auch zwischen Mann und Frau. Gesunde Gesellschaften tun solches nicht. Daß dies jedoch nicht unbedingt ein Fehler ist, beweist uns die Religion quasi Tag für Tag. Nun ist es jedoch so, daß man auch in einem säkularen, aufgeklärten Staat immer noch gewissen religiös motivierten Regeln folgt. Unter anderem auch Regeln, die die Frau grundsätzlich diskriminieren. Andererseits haben gewisse andere Religionen nach dem gleichen Strickmuster bereits eine Lösung gefunden, wie es doch funktionieren kann.

Das die Frau als Untermensch oder Mensch 2. oder 3. Klasse angesehen wird, ist in den meisten Gesellschaften und Kulturen religiös bedingt. Die eine Hälfte dieser Extremisten beruft sich auf ihr Heiliges Buch (also Thora, Bibel & Koran), die andere Hälfte beruft sich darauf, daß die Frau eben kein echter Mensch sei. [An dieser Stelle möchte ich noch einbringen, daß es bereits Kreise in den USA gibt, die in der Frau nur den symbiotischen Lebenspartner der eigentlich dominanten Spezies dieses Planeten sehen. Man spricht der Frau also generell das Mensch-sein ab.]

Dieser Abschnitt des Dossiers trägt jedoch einen anderen Titel, weil eben nicht alle Religionen so strikt von Natur menschenfeindlich gestrickt sind. Es gibt auch einige wenige Religionen auf dieser Welt, wo die Frau nicht nur mit dem Manne gleichgestellt ist, sondern ihm auch vorangestellt. Dies beginnt im japanischen Shintoismus alter Ausprägung (also vor 1940), wie er heute bereits wieder von japanischen Shinto-Priestern gelehrt wird, und endet irgendwo bei den Naturreligionen, die heute immer noch von den drei, bzw. fünf großen Religionen als Heidentum diffamiert werden.

Nur geht es in diesem Abschnitt nicht um den Shintoismus. Sondern darum, warum ich die Meinung vertrete, daß einige traditionelle Ansichten migranter Familien gar nicht so verkehrt sein können. Als migrante Herkunft wird in diesem Land alles bezeichnet, was hier schon mindestens drei Generationen lebt, deren Eltern jedoch aus anderen Teilen der Welt stammen. Auch dies ist wieder eine systemische Diskriminierung gewisser Volksgruppen, die stellenweise besser integriert sind, als hugenottische Flüchtlinge, die schon seit mindestens sieben Generationen in diesem Land leben. Man muß kein Faschist sein, um als guter Deutscher zu gelten. Die alten Germanen waren niemals faschistisch, geschweige denn fremdenfeindlich. Nicht einmal dann, als die Römer über dieses schöne Land herfielen, und es vermeintlich in ihr römisches Weltreich aufnahmen.

Doch kehren wir zum eigentlichen Thema zurück, bevor der Text zu umfangreich durch meine ständigen Abschweifungen wird. Das Bild der Frau wird durch Gesellschaft und Kultur definiert. Laut einfacher Definition hat die Frau grundsätzlich mindestens zwei Schritte hinter dem Mann zu gehen. Immerhin ist sie ja die niedere Kreatur. Schon diese gesellschaftliche Zurücksetzung hat ihren Grund in Kultur und Religion. Und die Gesellschaft wird vornehmlich durch Religion definiert. [Auch wenn an dieser Stelle viele LINKE dies nicht lesen wollen, entspricht es den Tatsachen. Selbst das Christentum ist von Natur aus frauenfeindlich.]

Doch bleiben wir bei den Migranten. Migrantenfamilien haben es in diesem Land schwer, weil die Politik Deutschland niemals als Einwandererland gesehen hat. Normalerweise flüchten Deutsche ins Ausland, wenn sie hier wirtschaftliche, finanzielle oder kriminelle Probleme haben. Man sucht dann als Deutscher grundsätzlich Nationen zur Siedlung aus, die kein Auslieferungsabkommen mit der €U besitzen. Auch dies ist eine Art der Migration. Die aktuelle Auswanderungswelle von jungen Deutschen liegt in der Legende begründet, daß ein Deutscher im eigenen Land nicht mehr genug bezahlt bekäme. Nun, bei mangelnder Qualifikation ist dies ja auch kein Wunder. Die Zeiten, daß der Deutsche chronisch überqualifiziert ist, sind eindeutig vorbei.

Bei den Menschen, die in diesem Land schon mit dem Stempel Migrant leben müssen, wird im allgemeinen vorausgesetzt, daß sie nur arbeitsscheues Gesindel sind. Dabei wird immer wieder gerne vergessen, daß vor 40 Jahren diese Leute von unserer Bundesregierung als Gastarbeiter hierher geholt wurden, weil der Deutsche sich schon damals zu fein war, den eigenen Müll wegzukarren. [Heute bin ich froh, unter den Müllwerkern mehr Deutsche als Migranten zu sehen.] Es gibt aber eine Sache, die sich in den letzten Jahren wirklich geändert hat. Und daran sind nicht nur die in der Tradition verwurzelten Ehrenmorde an jungen Türkinnen zu sehen, die in den letzten 20 Jahren dieses Land ebenfalls belastet haben.

Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Migranten ihren eigenen Ehrenkodex mit in das Land bringen, in dem sie beabsichtigen leben zu wollen. Kritisch wird es nur, wenn Kulturen aufeinander treffen, die einfach nicht miteinander kompatibel werden können. Obwohl Christentum und Islam auf den gleichen jüdischen Wurzeln aufbauen, heißt dies nicht, daß diese Kulturen auch miteinander könnten, wenn sie wollten. Die Religion verbindet hier mehr als das sie trennt. In beiden Religionen zählt die Frau als minderwertig, als dem Manne untertan.

Anders sieht es hier bei den Traditionen aus. [Und nun sind wir beim Kernthema.] Traditionen haben einen völkischen und keinen religiösen Ursprung. So ist bei den alten Steppenvölkern im Allgemeinen der Umstand der, daß Frauen hochgeschätzt werden. Ohne Frauen würden die Stammesgemeinschaften zerbrechen. Man achtet also als Patriarch über eine Sippe penibel darauf, daß die Frauen der Gemeinschaft sich nichts zuschulden kommen lassen. Und dies unabhängig von der zugrunde liegenden Religion. Viele Migranten hier in Deutschland – und heutzutage muß man Sinti & Roma mit hinzurechnen – versuchen immer noch ihre alten Traditionen aufrecht zu erhalten. Dies heißt nicht, daß sie generell die Frau geringschätzen. Sie versuchen einfach nur in einer modernen Welt jenen Teil ihrer Traditionen zu erhalten, die bislang dabei halfen, das eigene Volk am Leben zu erhalten.

Mir ist nun klar, daß man nun kontern wird, daß bei den Sinti & Roma die gesellschaftliche Position der Frau auch nicht eben eine angemessene ist. Und hierbei muß ich sogar so weit zustimmen. Schauen wir jedoch zu den türkischstämmigen Mitbürgern hinüber, sehen wir einen ähnlich restriktiven Ehrenkodex, der jedoch nur daraus resultiert, daß diese alten Steppenvölker noch nicht vollständig in der modernen Welt angekommen sind. Die Ansichten, die Frau hochzuhalten und sie deshalb vor Schaden bewahren zu wollen (religionsunabhängig) ist demnach also nichts böses. Böse und verwerflich wird es, wenn eine falsche Religion sich dies zunutze macht, um ganze Volksstämme unterdrücken zu können.

Für die Gesellschaft ausgedrückt, bedeutet dies eigentlich nichts weiter, daß in einigen Migrantenfamilien es nur deshalb zur Unterdrückung der Frau kommt, weil man noch archaischen Ehrenkodizes folgt, jedoch noch nicht in der modernen Welt angekommen ist. Und diese Unterdrückung kommt nur deshalb zustande, weil hier zwei verschiedene Kulturbilder ungefiltert aufeinander krachen. Es stellt also so gesehen keine Unterdrückung dar, sondern nur einen Schutz vor der Außenwelt, die die Frau verderben könnte. Dies ist nichts verwerfliches, sondern in sich sogar eine logische Verhaltensweise. Immerhin geht es hier im Denken immer noch um den Erhalt des eigenen Stammesvolkes.

Erinnern wir uns noch einmal an die Römer, als jene als brutale Invasoren in Germanien und Gallien einfielen. Die ersten Kontakte zwischen den ersten römischen Expeditionen und den Germane verliefen durchaus zivilisiert, wie einige römische Gelehrte schriftlich niedergelegt haben. Doch dann eskalierte es, als die Römer sahen, wie die Germanen mit ihren Frauen umgingen. Nicht, daß das römische Imperium irgendein Interesse daran gehabt hätte, den Frauen einen angemessenen Platz in ihrer Gesellschaft zuzugestehen. Nein, das römische Imperium – das nur höchst selten Frauen in seinen militärischen Reihen duldete –  sah sich mit einem Volk konfrontiert, in dem Männer und Frauen gleichermaßen zu den Waffen griffen, galt der Stamm als bedroht.

Germanische Frauen werden von einigen römischen Schriftstellern als wahre Kampfmaschinen geschildert, die wenig stehen ließen. Das es sogar ganze Armeeteile der Germanen gab, die nur aus Frauen bestanden und die brutaler mit den Römern verfuhren als es ihre männlichen Kollegen taten. Damals kam der Begriff „Valkyre“ das erste Mal auf. Geschaffen von einem römischen Legionär, dessen Einheit vollständig von einer Horde schwerbewaffneter Frauen ausgelöscht wurde. Die germanischen Kriegerinnen waren furchteinflößend. Nicht nur schön zu nennen, sondern auch kampfesmutig und extremer als es Männer je sein könnten.

Daß das römische Reich nicht zulassen durfte, daß seine glorreichen Legionen von Frauen niedergemetzelt wurden, mußte das Imperium also Maßnahmen ergreifen. Mit der ersten Kolonisierungswelle brachen dann offene Feindschaften aus. Das alte Germanien war ein fremdenfreundliches Reich. Dies änderte sich jedoch erst, als der Faschismus des römischen Imperiums bei uns Fuß faßte. Seitdem herrscht auch die Denkweise vor, das Frauen grundsätzlich mindestens zwei Schritte hinter dem Mann zu gehen haben. Als dann das Christentum das römische Imperium übernahm, wurde alles nur noch schlimmer.

Aber auch hier muß man sagen, daß hier zwei Kulturen miteinander verschmolzen und eine neue gemeinsame existenz fanden, die sich eigentlich gegenseitig ausschlossen. Dieser Kuhhandel funktionierte nur deshalb, weil Kelten und Germanen die schlechte Angewohnheit der Römer übernahmen, in den Frauen eher dienstbare Sklavinnen als ihre Gefährtinnen zu sehen.

Genau dem gleichen Problem und Phänomen – nur teilweise in der anderen Richtung – ist nun das moderne Deutschland, die moderne westliche Welt, ausgesetzt. Es gibt durchaus noch Völker, die ein gesundes Verhältnis zu ihren Frauen haben. Und dies auch als Ehrenkodex benutzen, um jene vor fremden Einflüßen zu schützen. Nicht immer perfekt, aber man bemüht sich darum. Dort, wo Religionen gewisse Tatsachen zerstört haben, greift nun ein Teil der Gesellschaft selbst ein, um die Änderung herbei zu führen.

Daß also die Frau in der modernen Gesellschaft nur als arbeitswillige Sklavin gesehen wird, hat also völlig andere Wurzeln, als es uns die Medien klar machen wollen. Hier wird christliche, faschistische, Denkweise kolportiert, die sogar in ihren Wurzeln falsch ist. Die Frau hat dem Manne gleichbereichtigt zu sein, so ein Lehrsatz des Shintoismus. Da alle Lebewesen doch angeblich gleich sein sollen, kann man Frauen nicht schlechter als sein eigenes Haustier behandeln. Dennoch wird es getan!

Und genau aus diesem Grund kann man davon ausgehen, daß nicht alle Ansichten migranter Familien in diesem Land vo Natur aus schlecht und böse sind. Sie sind es nicht. Solange unsere Gesellschaft nicht bereit ist, einen entsprechenden Ehrenkodex für die Frau zu akzeptieren, in dem sie dem Manne absolut gleichgestellt ist (und damit ist nicht nur das wirtschaftliche Auskommen gemeint, sondern auch die komplette gesellschaftliche Gleichstellung), kann es nicht zu einer Aussöhnung zwischen Mann und Frau kommen. Frauen leiden heute schon mehr unter den Folgen der gesellschaftichen Behandlung als unter ihrer Monatsdepression. Dies sollte man einmal überdenken.

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