Ich habe ja im Prinzip nichts gegen Versager. Mir selbst sagt man seit Jahrzehnten nach, ich sei einer. Inzwischen habe ich mich an die dummen Sprüche diverser Gestalten gewöhnt, die nicht damit zurande kommen, daß ich mein Leben auf die Reihe kriege und nicht klein bei gebe, wenn man mir wieder einmal ganze Wälder in den Weg wirft.

 

Aber mal ehrlich: Warum jammern die ganzen Gestalten von der AfD so rum? Klar, sie haben den Einzug weder in diverse Landtage, noch in den Bundestag gepackt. Und dies, obwohl sie eine streng genommen sture nationale und faschistische Politikform wieder hoffähig machen wollten. Warum sprang der Normalbürger auf diesen kruden Käse gar nicht so an?

Und dann noch die Forderung der AfD, daß man allen Menschen, die staatliche alimentiert werden, das Wahlrecht entziehen sollte! Als ich dies das erste Mal vor einigen Jahren las, damals kam auch diese unselige Debatte darüber auf, ob Hartz-Empfänger ihre Organe spenden sollten, um ihren Unterhalt entsprechend aufzubessern, war ich natürlich empört. Doch immer mehr setzte sich in mir der Gedanke fest: Wenn ich solche Forderungen stelle, muß ich sie auch logisch begründen können. Und wirtschaftlicher Reichtum für die Verwerter beider Richtlinien stellt in meinen Augen kein Argument dar, sondern einen Verfassungsbruch.

 

Damals schon erntete ich für meine Ansichten und meine Denkweise entsprechende Haßtiraden und mein damaliger Account fiel kurze Zeit darauf auch dem Sperrantrag eines braunen aSPD-Mitglieds zum Opfer. Heute bin ich dafür ernsthaft dankbar. Jener aSPD-Mann hat mir damals gezeigt, daß meine Ansichten über die Verbreitung des Faschismus in unserem Lande, vollkommen korrekt waren.

 

In meinem Blog habe ich einen Artikel über die Verrohung der Gesellschaft abgeliefert, der Geschichte schrieb. Jener Artikel erschien gut 4 Jahre vor einem gleichlautenden Artikel eines deutlich links stehenden anderen Bloggers, der meinte, in dem er bei mir die Argumentation stahl, würde er ein wenig meines Ruhms und Rufes abbekommen. Leider hat sich jener Blogger als neoliberales Arschloch inzwischen selbst geoutet und so verschwand seine Kopie meines Artikels sehr rasch wieder in der Versenkung, während man von meinem immer noch spricht.

 

Was dies alles mit dem AfD zu tun hat? Nun, im AfD herrschen Geistesströmungen vor, die man nicht als solche betiteln sollte. Niemand hat etwas gegen Faschismus, sofern er gegenüber den richtigen Leuten zur Anwendung kommt. Wenn Jemand also ein guter Faschist sein möchte, sollte er erst einmal die Regeln dieser Denkweise an seiner eigenen Person und Familie zur Anwendung bringen und schauen, wie weit er damit kommt. Früher oder später wird er feststellen, daß er mit der Umsetzung faschistischer Denkweise mehr zerstört als er aufbauen kann. Da hilft dann auch nicht die Rettung in die Eugeniklehre, von der inzwischen allgemein bekannt ist, daß sie grundfalsch ist. Man kann Menschen nicht züchten. Der Versuch der Nazis im vergangenen Jahrhundert ging nach hinten los.

 

Wäre die NSDAP eindeutig ihren eigenen Richtlinien gefolgt, wäre Klumpfuß Goebbels genauso in der Gaskammer gelandet, wie Himmler oder der Führer selbst. Himmler wegen seiner Vorliebe für kleine Mädchen (Pädophilie), und Hitler wegen seines Größenwahns (Wahnsinn). Und einige andere aus der Führungsriege gleichfalls, weil sie ebenfalls den einen oder anderen genetischen Defekt aufwiesen, der sie nach den Regeln des eugenischen Faschismus als lebensunwert eingestuft hätte.

 

Nur warum haben die Altnazis ihre eigenen Regeln nicht auf sich selbst angewandt? Weil sich dann das ganze System in Luft aufgelöst hätte. Wenn ich also heute, in modernen Zeiten, Faschisten nach Eugenik schreien höre, oder danach, daß Arme gefälligst ihre Organe zum freien Handel hergeben sollen, oder daß man der Unterschicht das Wahlrecht entziehen möchte, stellt sich mir die bange Frage, woran diese Menschen diese Regeln denn genau festmachen wollen. Folgen sie normaler Logik, müßten sie zuerst selbst ihre eigenen Organe feil bieten – unabhängig vom erreichten oder geguttenbergten Doktortitel – oder aber auf ihr Wahlrecht verzichten, da sie ja als Professoren bereits staatlich alimentiert sind. Gleichzeitig müßten sie sich genauen genetischen Tests unterziehen, um sicherzustellen, daß bei Ihnen auch kein genetischer Fehler vorliegt. Worin würde dies also enden? Die Faschisten würden aussterben, ausgelöscht durch ihre eigenen kranken Regeln.

 

Daß sie dann natürlich auf uns andere, denkfähige losgehen, wenn wir Ihnen klarzumachen versuchen, daß ihre eigenen Regeln auf sie angewandt, zu ihrer eigenen Auslöschung führen würden, wird dann einfach nicht begriffen. Dies ist kein Intelligenzproblem. Zumindest nicht in der Prämisse, sondern eher ein Realitätsproblem. Faschisten haben eindeutig eine Störung in der Realitätswahrnehmung. Sie können einfach nicht begreifen, daß sie nicht in der Lage sind, zu verstehen, daß ihr eigenes System, wirklich 1:1 umgesetzt, zuerst zu ihrer eigenen Auslöschung führen würde. Dazu bedarf es dann auch keiner islamischen Invasion in unseren Breiten, sondern die einfache Logik, der alles zugrunde liegt, würde dann schon für deren Ausrottung sorgen. Ist dies jedoch in einer modernen Demokratie wie der unseren fair? Mitnichten.

 

Aber treiben wir dieses kurze Gedankenspielchen noch ein wenig auf die Spitze. Wenn wir von der Was, wäre wenn …-Logik augehen, hätten die Faschisten von Anfang einen schweren Stand, würde sich diesmal die Polizei, Politik und Justiz absolut an die Regeln halten. Schon die Altnazis erkannten, wenn sie ihr System wirklich absolutistisch machen wollen, sind sie selbst die Nächsten, die in der Gaskammer landen. Solches mußte verhindert werden. Geändert hat es letztlich nichts daran, daß das System unterging, weil man sich eben nicht absolut an die eigenen Regeln hielt. Und hätte man sich daran gehalten, wäre das System noch schneller untergegangen.

 

Dies bedeutet im Klartext, daß Faschismus grundsätzlich ein selbstzerstörerisches System ist. Es ist einfach nicht in der Lage zu funktionieren. Es ist ein unlogisches System, daß zwar auf logischen Rückschlüssen aufbaut, wenn jene jedoch absolut umgesetzt werden, frißt der Teufel seine eigene Brut. So sieht es aus. Warum dies kein AfDler begreifen will, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich jedoch habe begriffen, daß Faschismus wirklich keine Lösung für auch nur eines der anstehenden Probleme ist.

 

Und ein System, welches auf zweierlei Maß beruht, ist definitiv nicht überlebensfähig. Ok, die Demokratie ist nicht absolut und vor allem nicht perfekt. Aber sie gestattet es wenigstens Faschisten am Leben zu bleiben. Weil eben in der Demokratie verschiedene Regeln nicht so hart befolgt werden, wie sie in den Gesetzbüchern festgeschrieben stehen. Es gibt immer noch einen Unschärfebereich. Fällt jener weg, ist das System gleichfalls automatisch zum Untergang verurteilt. Alles absolute stirbt. Das Leben ist absolut, also stirbt es.

 

In der AfD gibt es bereits Strömungen, die auch innerhalb der Partei jenen Absolutismus anstreben. Sollten diejenigen, die jenen Absolutismus fordern wirklich den Sieg davontragen, ist der AfD noch vor den Europawahlen weg vom Fenster. Faschismus ist selbstzerstörerisch, egal mit welchen Argumenten man für seine Existenz kommt. Er kann nicht funktionieren. Selbst ein reformierter Faschismus kann nicht funktionieren. Er kann nur dann funktionieren, wenn er als erstes jene vernichtet, die ihn vertreten (was der reinen Logik nach der einzige machbare Schritt wäre), aber selbst dann ist der Keim des Untergang bereits hierin festgeschrieben.

 

Der Faschismus ist alternativlos – für jene, die eine solche Todessehnsucht haben, daß das normale Denken dabei auf der Strecke bleibt. Faschismus ist nicht die Lösung. Es gäbe eine Lösung für die anstehenden europäischen Probleme, doch kein Faschist würde diese Lösung akzeptieren, würde sie doch bedeuten, daß Faschismus als Denkweise vollständig abgeschafft wird.

Tags: , , , , , ,