Wenn ich mir einmal so anschaue, wie es mit rasanter Geschwindigkeit mit dem deutschen Volk bergab geht, stellt sich mir die Frage nach dem Auslöser. Die Ãœberfremdung kann es nicht sein, inzwischen verlassen mehr Türken monatlich das Land, als vormals reinkamen. Die mißliebige Politik der EZB kann es gleichfalls nicht sein, da die aktuelle Niedrigzinspolitik weder an der aktuellen Bildungsmisere, noch am europäischen Wirtschaftsdesaster schuldig ist, sondern bislang das Ãœbelste vermieden hat. [Kriegsgewinnler gibt es vornehmlich im finanziellen Bereich, doch noch herrscht kein ‚wirklicher‘ Krieg.]

Zwar bin ich mir schon darüber im Klarem, daß sich das deutsche Volk von einer stolzen, arroganten Stämmigkeit inzwischen in einen Haufen Duckmäuser verwandelt hat. Doch daran ist nicht das Kriegstrauma Schuld, wie uns Parteien wie NPD oder AfD einreden wollen, sondern allein die miese Politik, die es schon seit Jahrzehnten ertragen muß.

Schaut man sich einmal um, wird einem sofort klar, woran es krankt. Nur spricht man die Deutschen darauf an, folgt entweder stille Verachtung, oder gleich eine verbale Morddrohung. Und dies von Deutschen, die sich selbst für arisch und gebildet halten. Nicht der Normalbürger ist der Feind des Armen, sondern derjenige, der es zu einigem Wohlstand gebracht hat, und diesen auch unbedingt behalten möchte.

Und genau ab dieser Stelle wird alles zur Farce. Man sollte sich darüber im Klaren sein, daß ein Volk, welches sich schon seit Jahrzehnten wieder von einem immer beständig wachsenden Faschismus knechten läßt, auch sein Kriegstrauma nicht loswird. Selbst Südkorea geht mit seiner Kriegsschuld bedeutend humaner um, als es sich der Deutsche selbst zugesteht.

Klar, der Deutsche hat in der Vergangenheit unsagbare Verbrechen begangen und war sogar noch Stolz darauf. Doch schaue ich mir an, was sich da heute alles als arisch oder gar als germanisch dünkt, kann ich verstehen, wenn sich den Nazis inzwischen die Fußnägel hochkräuseln und sich diese Bagage gruselnd abwendet und sein Heil in der „Neuen germanischen Medizin“ oder in der Homöopathie sucht.

Doch bei allem angebrachten Zynismus sollte klar sein, daß eine Flucht in den Faschismus keine Lösung für die anstehenden Probleme ist. Dieses Land wird zusehends faschistischer. Wenn der einfache Mittelständler dem Armen nichts mehr gönnt, sondern öffentlich nach dessen Tötung grölt, ist mehr als nur einfaches im Argen. Die Armen können nichts für ihre Armut. Aber das der Mittelstand sich mit seinen Hungerlöhnen, die er derzeit bezieht, auch noch glücklich dünkt, beweist nicht nur die Existenz eines mangelnden Selbstbewußtseins, sondern auch die Abwesenheit jeglicher Intelligenz.

Unsere wirtschaftlichen Probleme werden nicht durch die immer weiter im Land um sich greifende Armut forciert, sondern von Politikern (auch Möchtegerns wie den Spacken vom AfD), sondern durch eine immer stärker werdende faschistische Einstellung allem gegenüber, was auch nur die nichtvorhandene Ehre zu bedrohen scheint. Wenn schon der deutsche Mittelstand bereit ist, dem Armen jegliche deutsche Ehre abzusprechen, wo ist dann bitte schön seine Eigene?

Das Problem geht also nicht von den Armen aus, sondern von den scheinbar Wohlhabenden, die dem Armen auch wirklich nichts gönnen. Nicht einmal ein Dach über dem Kopf. Der Immobilienmarkt explodiert derzeit. Die Preise allein für den Hauskauf gehen radikal nach oben, dabei ist irrelevant, in welchem Zustand eine Immobilie ist. Nur der Betongold-Mythos, der vor Jahrzehnten in diesem Land geboren wurde, entspricht absolut nicht mehr der Wirklichkeit. Grundbesitz bedeutet nicht automatisch, daß man krisensicher lebt. Grundbesitz verpflichtet. Wer also noch nicht einmal unser Grundgesetz kennt, und dann über die immer weiter um sich greifende Armut lamentiert, hat nichts begriffen.

In einem Land, in dem mutwillig von Industrie und Handwerk Hungerlöhne gezahlt werden, muß die Armut um sich greifen. In einem Land, in dem die Sozialhilfe noch nicht einmal 60% des von der €U festgelegten Mindestlebensstandards entspricht, kann man nicht auf juristische oder gar sonstige Gerechtigkeit hoffen. Vor allem, wenn man bedenkt, mit welchen Ausreden die Politik diese schreiende Ungerechtigkeit auch noch als gerecht verkauft.

Und dann wundern sich so viele darüber, daß es mit diesem Land nicht mehr bergauf geht. Der heutige durchschnittliche Arbeitslohn liegt bei unter € 8,50/h, welcher eigentlich als Mindestlohn vereinbart wurde. Würden TAXI-Unternehmen den Mindestlohn zahlen müssen, würde dies nicht die Anzahl Taxen in der Innenstadt einschränken, sondern eher wieder zu einer wirtschaftlichen Belebung führen. Doch die meisten Taxi-Unternehmen denken gar nicht dran, ihren großen Fuhrpark weiterhin zu unterhalten, sondern rechnen eher bei Durchsetzung des Mindestlohns damit, einen Teil ihres Fuhrparkes stilllegen zu können, immerhin gewährt die €U ja jedem Taxi-Unternehmen eine Stilllegungsprämie für jedes Fahrzeug, welches keine Abgase mehr produziert. [Ist bereits gültiges Gesetz, und bei Einführung des Mindestlohns für Taxifahrer, werden die Betriebe jenes auch nutzen.]

Die Armut ließe sich von Seitens der Regierung effektiv dadurch bekämpfen, in dem man allein bei der Sozialhilfe oder beim regulären Eckregelsatz auf den Standard ginge, den die €U vorschreibt. An dieser Stelle ist natürlich klar, warum dann solche scheindemokratischen faschistischen Parteien wie NPD und AfD hier etwas dagegen haben. Hat der Arme genug Geld zum Leben, und kann auch wieder unabhängiger konsumieren, würden sie als Parteien mit ihrer dumpfen Gehirnwäsche die Kontrolle über ihre vornehmlich armen Wähler verlieren. Deshalb kommt für diese Parteien schon einmal eine Abschaffung der Armut mit finanziellen Mitteln gar nicht in Betracht. Auch wenn die Parteiführer sehr genau wissen, daß jede andere Reaktion automatisch ein Verstoß gegen die Menschenrechtscharta darstellt.

Das Hauptproblem in diesem Land scheint wohl der Umstand zu sein, daß es zu viele Menschen gibt, die lieber Blendern (wie einst in den goldenen Jahren) folgen, anstatt endlich wieder einmal für sich selbst zu denken. Wer dies noch tut, geht das Risiko ein, eben von solchen Menschen auf offener Straße ermordet zu werden. Dies kam schon oft genug vor, und die NSU-Morde sind ein deutliches Beispiel dafür, was passiert, wenn wir einen schlanken und keinen starken Staat vorweisen können. Der Faschismus greift immer weiter um sich, und am Ende wundert sich Niemand mehr darüber, daß es wieder KZs und Gaskammern gibt. Erneut werden die lobbyfreien Armen und irgendeine andere Minderheit ermordet werden.

Deshalb muß man diese galloppierende Dummheit bereits im Ansatz bekämpfen, denn der Deutsche ist kein xenophober Irrer, sondern eigentlich ein Angehöriger eines weltoffenen fremdenfreundlichen Volkes. Nur wird dieser Volksgedanke ständig von ebenjenen mißbraucht, die sich dadurch Macht versprechen. Und allein schon aus diesem Grund die Bildung in diesem Land in den Keller fahren. Nicht unserer Wirtschaft krankt es, sondern der Volksseele, die sich schon längst nicht mehr als solche wahrnimmt. Warum wird einem Überfallenem so gut wie nie in diesem Land geholfen? Wo ist das Mitgefühl, die Ehre, die Treue zueinander? Nichts mehr davon vorhanden. Stattdessen ist man heute auf die Abwesenheit irgendwelcher Talente auch noch stolz und verachtet all diejenigen, die wenigstens Talente haben und davon leben möchten.

Wir leben nicht in einer Neidkultur, sondern in einer präfaschistischen Idiotenkultur, in der nur noch die Dummheit, jedoch nicht die Bildung und das Wissen zählen. Fairness und Gerechtigkeit zählen nicht, denn wer dieses einfordert, ist in den Augen derjenigen, die unbedingt herrschen wollen, der Schmarotzer, derjenige, der dieses Land nur in den Untergang führen möchte. Dabei verhält es sich genau proportional umgekehrt.

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