Es ist zwar noch nicht amtlich, aber offensichtlich. In diesem Land werden die Berufsbauern abgezockt. Und dies, obwohl sie eine starke Lobby – zumindest in einigen Bundesländern – haben. Doch das moderne Bauernsein ist von Blut, Schweiß und eben jenen Tränen getrübt, von denen es seit Onkel Addi hieß, daß kein Bauer sie mehr weinen müßte.

Nein, dieser Artikel ist keine Verarsche, keine Satire! Es ist alles vollkommen Ernst gemeint. Während die Großbauernhöfe von der €U pro Monat in etwas mehr als € 1 Mio. abziehen, bleibt für den Kleinbauern mit gerade einmal 12 Hektar bewirtschaftbare Fläche – gar nichts. Wenn ein Kleinbauer €U-Gelder haben möchte, ist er gezwungen, Felder stillzulegen. Denn nur stillgelegte Flächen werden nach einem uralten €U-Gesetz aus den ’70er Jahren (übrigens damals von den GRÃœNEN des deutschen Bundestages eingebracht) bezahlt.

Die Landwirtschaft eines Landes sollte eigentlich dazu dienen, die im Land lebende Bevölkerung zu ernähren. Heutzutage läuft das jedoch mit den €U-Gesetzen deutlich anders. Heute werden jene Landwirte belohnt, die entweder Felder stilllegen, oder aber nur noch bestimmte Güter für den Export anpflanzen. Bestes Beispiel ist dafür der deutsche Raps.

Viele der Kleinbauern, die früher vom Rapsverkauf leben konnten, kratzen heute den Putz von den Wänden ihres Bauernhofes, weil der Rapspreis in den Keller gefallen ist. Doch der Rapspreis fiel nicht umsonst und von ungefähr so in den Keller, sondern folgte damit nur einer €U-Verordnung von 1982! Denn seitdem wird europaweit für Raps nichts mehr bezahlt. Weder von der Industrie, noch von Genossenschaften, die den Raps zur Futterbeimengung verwenden.

Früher waren die Felder Südhessens, um ein Beispiel zu nennen, reine Rapsfelder. Raps im Überfluß, weil man mit einer Tonne Raps locker eine kleine Milchwirtschaft gegenfinanzieren konnte. Doch dann kam das €U-Gesetz und der Spaß mit dem Rapsanbau war vorbei. Ziemlich schnell sogar vorbei. Der Rapspreis fiel ins bodenlose, während der Milchpreis gleichfalls in den Keller ging, weil damals ja billige Milch aus Israel aufkam.

Deutsche Milchbauern wurden damit zu Verlierern, genauso wie die Rapsbauern. Beide verdienten mit einem Mal nichts mehr. Und wer zu jener Zeit auf Biobauer umschulte oder noch so wahnsinnig war, sich eine Schafszucht zuzulegen, konnte den ererbten Hof sehr schnell an einen benachbarten Großbauern verkaufen. Der dann natürlich Gewinn  mit dem neuen Land machte, weil er einfach die aufgekauften Hektar die nächsten fünf Jahre erst einmal brach liegen ließ, oder sie nur zum Heumachen nutzte.

Kein Scherz, alles in den statistischen Datenbanken unseres Landes erhalten. Und natürlich in den Abrechnungen der €U-Landwirtschaftskommission. Ja, der Kleinbauer hat es schwer, wenn er mit einem Hänger von 25t Ladegewicht voller Kartoffeln bei der Industrie vorfährt und dann für die komplette Ladung nur € 250 kriegt. Und €U-Subventionen kann er auch nicht kassieren, denn dafür hätten seine Kartoffeln mindestens die Grenzen zweier benachbarter €U-Länder beim Transport überschreiten müssen. Kein Scherz, brutaler Fakt.

Noch lustiger wird es mit der Abzocke der Groß- vor den Kleinbauern, wenn es um Geflügel geht. Gänse kommen traditionell aus Polen. Dort werden sie gestopft und quasi in mehreren Chargen und Etappen nach Deutschland verkauft. Zuerst kommt die Stopfleber, die hier in Deutschland, ganz genau in BaWü zu Pastete verarbeitet wird, dann kommt der Gänsekorpus selbst, der als Festtagsgans herhalten muß. Und der letzte Schwung machen die gewonnenen Daunen aus, die gleichfalls an deutsche Bettwarenhersteller verscherbelt werden. Alles wird von der €U bezahlt.

Doch kehren wir kurz zu den deutschen Geflügelgroßbauern zurück. Für jeden angeschlossenen Bauernhof des Geflügelschlachtkonzerns kann jener €U-Subventionen verlangen. Nicht eben wenig. Pro Betrieb erhält der Konzern oder der betreffende Großbauer ungefähr € 300K pro Monat, nicht pro Jahr, bezahlt. Der einzelne Betrieb erhält noch einmal die gleiche Summe von der €U, wenn er alle seine Ställe anmeldet, und nur für den Schlachtbetrieb züchtet oder großzieht.

 Und nun kommt der Clou! Für Geflügel wird nach Gewicht von Seitens der €U abgerechnet. Für Rind und Schwein jedoch wird nach Tier abgerechnet. Und dies macht pro Tier eine reine Subventionssumme von € 300. Und dies dann auch nur, wenn die Kuh oder Schwein vor der Schlachtung noch einmal eine Europatour durch mindestens 7 Mitgliedsstaaten macht. Hört sich total irre an, entspricht aber den aktuellen Gepflogenheiten. Großbauern also, die entsprechende Logistik besitzen, können ihre Rinder und Schweine nun leichter durch die  €U karren, als es andere tun. Und verdienen pro passiertes €U-Land erneut jene Subventionssumme pro Tier.

Hinzu kommt nun noch, wenn ein Bauer nun exotisches Getier wie Strauß oder Emu oder etwas anderes wohlschmeckendes anbietet – Wildschwein, Reh und Hirsch fallen unter diese besondere Klausel nicht drunter – wie beispielsweise Krokodil, wird er sogar noch per kg-Förderung bezahlt, und nicht mehr nur pro Tier subventioniert.

Treibt nun ein Großbauernhof in der gleichen Gegend wie ein Kleinbauer mit seinen exotischen Nutztieren die Vermarktung auch dieser Tiere voran, geschieht nun auf €U-Ebene etwas merkwürdiges. Der Kleinbauer verliert fast alle Subventionen, bis auf einen winzigen Anteil, der ihm nicht genommen werden kann, weil deutsche Gesetze dies verhindern. Der Großbauer nun, der in die Straußenzucht gleich mit mehr als 2000 Tieren einsteigt, wird nun derjenige, der die Subventionen kassiert, während für die kleine Straußenzucht gerade einmal nur der Futterzuschuß übrig bleibt.- Deshalb lohnt es sich heutzutage nicht mehr, Kleinbauer zu sein. Weil man von den großen Bauernhöfen immer wieder abgezockt wird, und in einem Kreis nur eine gewisse Subventionssumme offiziell verbraten werden darf. Rechnet man das hoch, wird einem schnell klar, warum unser Einleitungssatz so lautete, wie er lautete!

Der Kleinbauer ist selbst bei den €U-Subventionen immer der Verarschte. Deshalb geben immer mehr Bauern auf, weil sie von ihren Höfen nicht mehr leben können. Und warum können sie nicht mehr davon leben? Weil die Erzeugerpreise schon im Ansatz ohne jegliche Subvention zu hoch angesetzt sind, dennoch zu niedrig sind, um damit vernünftig einen kleinen Bauernhof unterhalten zu können. Und dies nennt die €U unter einem Victor Orbán auch noch gerecht. Denn ungarische Bauern bekommen fürs Nichtstun dreimal mehr Geld als deutsche Bauern. Auch leider eine Tatsache, die die €U-Kommission gerne für sich behält.

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