Wie sagte doch unser Kapitalistenfreund Marx einst? „Man kann den Deutschen nichts lehren, man muß ihn zwingen, damit er das tue, was angebracht ist!“ Paradoxerweise hielten sich sogar die Nazis an Marx‘ idiotische Sprüche. – Das Ergebnis kennen wir, und bestimmte Kreise in diesem Land bezeichnen diese Zeit immer noch als die „12 deutschesten Jahre“!

Aber seien wir doch einmal ein wenig fairer. Vor allem zu jenen, denen Fairness nichts bedeutet, gar unbekannt zu sein scheint. Werfen wir doch einmal einen Blick auf die deutschen Immobilienverwaltungsgesellschaften. Ja, in diesem Land gibt es eine Menge davon. So um die zwei Dutzend, verteilt auf gerade einmal 560 Groß- und 6000 Mittelstädte. Und natürlich hin und wieder auch in Kleinstädten präsent, von denen es in Deutschland mehr gibt, als Sand am Meer.

Solche #IVGs dienen nur einem Zweck: Sie sollen dem Bürger zeigen, daß Jemand da ist, der sich um ihre Belange kümmert. Denn entweder ist man bei einer IVG als Anteilseigner oder als Mieter beteiligt. In jedem Fall, absolut, ist man immer der dumme Arsch, der am Ende draufzahlt. Und manche IVGs sind so clever organisiert, daß sie in ihrem Aufbau sich sogar gelegentlich um die Steuerzahlung drücken können. Ach, das glauben sie nicht? Fragen sie mal bei irgendeinem Finanzamt nach, wie viele IVGs dort als zahlende Kunden gemeldet sind. Fragen sie nach den Namen und den Adressen, und nach dem im Schnitt anfallenden Steuern. Sie werden ein blaues Wunder erleben. Sie werden sich vorkommen, als seien sie wieder in den güldenen 12 deutschesten Jahren …. – Es wird ihnen Hören und Sehen vergehen.

Sozialismus ist was Feines, vor allem, wenn er von Seitens einer IVG auf ihr Panier geschrieben steht, und dann auch noch darauf aufmerksam gemacht wird, daß die aktuelle Umbaumaßnahme nur der Werterhaltung, und nicht der Wertsteigerung dient. So gesehen an einigen Bauschildern von IVGs in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt/Main. Einige unserer Informanten haben uns über ähnliche Texte vereinzelter IVGs aus Aschaffenburg, Nürnberg und Augsburg berichtet.

IVGs sind nicht dazu da, Wohnraum zu fördern oder gar zu steigern. Sie sind dazu da, um Gewinne zu erwirtschaften. Die Rechte des Mieters sind hierbei ohne Belang. Es geht darum, aus möglichst geringem Wohnraum möglichst viel Gewinn zu ziehen. Jener Baulöwe der Frankfurter Platenstraße hat es ja vorgemacht. Zuerst wurde er von den Medien als die Wiedergeburt des Teufels niedergemacht, und jetzt gilt er als Retter der Häuserblocks, weil er auf den 6. Stock noch 3 aus Holz gefertigte Stockwerke mit Studentenzimmern draufhaut. Aber an der Insgesamtsanierung der Platenstraße festhält. Die durchschnittliche Mieterhöhung (ohne die neugeschaffenen winzigen Studentenbuden) wäre bei einer mittleren Verdreifachung der aktuellen Mieten gewesen. Dank der Studentenlöcher ist er nun in der Lage, die Miete nur zu verdoppeln, den Rest zahlen ja die dummen Studierenden. Kein Scherz, bei plan b war dieser fiese, abgekartete, asoziale, Plan deutlich in der Doku zu erkennen. Und das, obwohl über den besagten Baulöwen und seine IVG wahre Lobenshymnen abgebrannt wurden.

Aber so geht es nun einmal. Wohnraum ist nicht wichtig. Vermieteter Wohnraum ist von Belang, denn die Miete kann ich kontinuierlich anheben, ohne das mir Jemand ans Bein pinkeln kann. In den hessischen Universitätsstädten wurde schon seit Längerem verschlafen, nicht nur für die Studenten entsprechenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Aber Studierende sind ja auch nicht wichtig. Die kosten ja nur Geld und bringen keines. Aber mal ehrlich: Wird in diesem Land unbedingt mehr Wohnraum gebraucht, wo doch gerade so viele alte Weltkriegsüberlebende wegen der miesen ärztlichen Versorgung auf dem Land den Löffel wegschmeißen? Natürlich nicht. Wir benötigen nicht mehr Wohnungen. Was an Wohnraum frei ist, können wir mit Asylanten und Flüchtlingen füllen. Und da als IVG gewaltig abkassieren.

Wohnraum und Mieter werden in den kommenden Jahren Dinge werden, die knapp werden. Wirklich knapp. Vor allem das Erstere, denn dieses Land hat keinerlei Veranlassung, Obdachlosen in irgendeiner Form wieder in die Gesellschaft hinein zu helfen. Eher im Gegenteil. Die Gesellschaft ist gerade an dem Punkt angekommen, an dem sie aus rein ökonomischen und ökologischen Gründen die Aufstockung von Wohnraum unterläßt. Einmal lassen sich dadurch die Bestandsmieten gen Ultimo steigern, zum Anderen ist ja Jeder selbst Schuld, der in einem kalten Winter draussen auf der Straße erfriert. Deutschland hat endlich den Status erreicht, den alle braunen Parteien immer wollten. Endlich ist das Land so asozial, so antidemokratisch, so antizivilisatorisch, geworden, wie es Exkanzler Schröder immer haben wollte. Deutschland ist erwacht! Aber neuen Wohnraum wird es dennoch nicht mehr geben. Wir können sogar eher damit rechnen, daß Bestandswohnraum in den folgenden zwei Jahren sogar noch abgerissen wird. Wetten? (In Berlin haben sie da schon mal mit einer Gruppe Häuserblocks angefangen. Und das wird demnächst bundesweit anlaufen. Denn: Je weniger Wohnraum, umso höher die Bestandsmiete, umso unwirksamer Mietspiegel.) Es lebe das neue Deutschland, mit Wuchermieten für Minilöcher ohne fließend Wasser und ohne Küche. Genau so, wie es vor nun 150 Jahren gewesen ist. Die alten Zeiten, die alle wieder haben wollen, kommen wieder. Denn damals war die asoziale SPD groß, weil ihr damals noch jeder ihre Lügen abkaufte.

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