Lieber Trottelblog,

Das Auswertungsgespräch meines 1 Eurojobs war eine einzige Farce – zuerst waren sie sch…freundlich zu mir (höfliche,freundliche und hilfsbereite Person; die Küche war noch nie so sauber“) … aber dann wurde es zunehmend destruktiv: Irritation darüber, dass ich empfindliche Ohren habe und es einen Unterschied für mich macht, in einer Stunde 1000 Flyer zu falzen, oder mir die Lärmbelastung auf mehrere Tage zu verteilen. Irritation darüber,dass ich die Geschirrspülmaschine nicht sofort ausräume, während sie noch dampft, sondern erst danach. Irritation darüber, dass ich die Treppen und nicht denn Fahrstuhl benutze… Freude darüber, dass ich Buffets und Teewagen immer so nett herrichte bei gleichzeitiger IRRITATION darüber, dass ich so lange dazu brauche… An der Stelle wollte ich einwerfen, dass ich noch niemals zu spät den Kaffee serviert habe, kam aber nicht zu Wort. Ich hatte Arbeitsproben dabei,die keiner sehen wollte (immerhin habe ich zwei Textbeiträge für zwei Materialhefte mitverantwortet und eine umfangreiche Exeltabelle über geistliche Kinderlieder in der Bibliothek angelegt, ich habe alte Notenbücher restauriert, hunderte Bewirtungen gemacht, tausende Flyer verschickt, immer den Einkauf erledigt.etc…p..p.)

Und dann warf noch die Chefin ein,ich hätte ja auch liebenswerte Schwächen und manchmal hätten sie schmunzeln müssen und sich gesagt“ Ach,das ist halt die Frau Hartz 4″…Da konnte ich mir leider nicht verkneifen einzuwerfen, dass ich auch bisweilen geschmunzelt hätte und das ich nur gelernt habe, bisweilen den Mund zu halten.


Als Reaktion: allgemeine IRRITATION…

Außerdem hatte ich mich ja bei einem anderen Disponenten der PSA beworben – als Museumsmitarbeiterin, und der hat sich am Telefon verplappert. Ich hatte ihn nämlich gefragt, warum ich nicht zu dem Infogespräch eingeladen worden sei, das 3 Monate vor Ende der Arbeitsgelegenheit stattfindet, um mich über Möglichkeiten der Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu unterrichten??? Dass so etwas usus ist, habe ich durch eine Empfangsmitarbeiterin der PSA erfahren, als ich auf eigenen Antrieb hin nachmittags zur PSA gegondelt war, um mich über Arbeitsangebote auf dem sog. 1. Arbeitsmarkt(für den ich ja laut der letzten Beurteilung durch meinen direkten Vorgesetzten infolge meines unterdurchschnittlichen Arbeitsrhytmus nicht geeignet sei 🙂 zu informieren.

Bei der Gelegenheit entdeckte ich das Jobangebot im Museum und erfuhr, dass besagter Disponent im Urlaub befindlich sei und erst Anfang nächster Woche wieder im Hause und somit ansprechbar. Die freundliche Dame hinter der Empfangstheke war etwas IRRITIERT darüber, dass ich keine Einladung zu eben dem erwähnten Informationsgespräch erhalten habe… Daraufhin fragte ich sie bestürzt, ob dies die indirekte Folge meiner letzten Beurteilung sein könne und sie verneinte… Worauffhin der ganze Unmut der letzten Monate sintflutartig aus mir hervorbrach und ich meinen Verdacht darüber äußerte, dass man mich vermutlich Anfang August – nach den ersten drei Monaten erfolgt ja die erste Beurteilung – durch selbige aus dem Betrieb habe werfen wollen, da zu meiner intensiven Ãœberraschung genau zwei Minijobberinnen mit einer Arbeitszeit, die addiert exakt der meinigen entspreche in eben demselben Bereich eingestellt worden seien, für den man mir im Vorstellungsgespräch die Arbeitsgelegenheit angeboten habe…

Dazu konnte sie natürlich nichts sagen,gab mir nur den Tip,nächsten Montag sofort anzurufen und mich zu bewerben.

Was ich auch getan habe, indem ich dem Disponenten eine Mail schrieb. Er wiederum reagierte am Telefon SEHR unfreundlich (gut er kam aus dem Urlaub und sein Emailaccount war vermutlich proppevol l;-) ) woraufhin auch ich im Tonfall etwas kühler wurde und insistierte, warum man mich nicht vor drei Monaten eingeladen hätte…

Seine Antwort war, dies sei nun nicht mehr üblich, da man zwischenzeitlich zu der Auffassung gekommen sei, dass man sich von sich aus bei ihnen bewerben würde, wenn man wirklich eine Arbeit wolle – worauf ich sofort erwiderte, dass ich dies genau tue in besagtem Moment… Er war wohl etwas perplex über meine Schlagfertigkeit und verplapperte sich daraufhin, indem er mir sagte, dass bei einer Vermittlung WÄHREND der AGH die PSA kostenlos agiere, während bei einer Vermittlung im Anschluss ein VERMITTLUNGSGUTSCHEIN des Jobcenters (geschätzte 1000 bis 2000 Euro) vonnöten sei…

An der Stelle zählte ich innerlich 1 und 1 zusammen und errechnete mir meine Chance, vor Anfang Mai vermittelt zu werden als gegen 0 tendierend 🙂

Meine Befürchtungen bewahrheiteten sich auch gleich, indem er von mir verlangte, dass ich ein polizeiliches Führungszeugnis und einen aktuellen BÃœRGERLICHEN (!) Lebenslauf vorweisen müsse, um überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Daraufhin meinte ich munter, ich könne selbiges noch heute beantragen und wir schon mal einen Termin vereinbaren. Daraufhin wurde er etwas energischer und meinte, wir bräuchten jetzt nicht miteinander zu diskutieren, so seien nun mal die Regeln. Daraufhin sagte ich, dass ich ihm gerne den Wisch der Anforderung des Führungszeugnisses mitbringen könnte und er keine Angst zu haben brauche ,da ich nicht gedenken würde, in nächster Zeit eine Bank zu überfallen bzw. ein Museum auszurauben… Ich glaube,e r lachte nicht einmal… Endlich resignierte ich und wünschte ihm frohe Ostern. Nach Ostern lag das Zeugnis dann im Briefkasten und ich rief wieder nach einer Woche bei ihm an – er war plötzlich sehr freundlich (was ich der österlichen Wirkung zuschrieb 🙂 ) und vereinbarte mit mir einen Termin für den nachfolgenden Tag.

Bei selbigen Gespräch teilte er mir mit, er hielte mich für den gastronomischen Bereich ungeeignet und könne dies als ehemaliger Koch ganz gut einschätzen, Danach riet er mir, den Lebenslauf zusammenzufassen und von hinten nach vorn zu schreiben und per PDF zu mailen, was ich auch getan habe – keine Reaktion bis dato-meine Unterlagen wollte er dem Arbeitgeber zumailen…

Am nächsten Tag saß dann meine jetzige Disponentin mit übersäuerter Miene im Sitzungsraum – ihre Tasche hatte sie so neben sich auf den Stuhl gelegt, dass ich nicht neben ihr Platz nehmen konnte. Und ich ahnte, dass ich sie indirekt um ihre Provision gebracht hatte, indem ich einen anderen Disponenten beauftragt hatte und noch dazu völlig unnötig – denn mir war spätestens zu dem Zeitpunkt klar, dass sich dieser bis Ende des Monats kein Bein für mich ausreißen würde.

An irgendeiner Stelle im Gespräch, an der ich eigentlich auf ihre Hilfe gehofft hatte, fiel sie mir dann aufs übelste in den Rücken und ins Wort, indem sie sagte, sie hätte sich mit besagtem Disponenten kurzgeschlossen und der sei der Auffassung, dass ich immer noch nicht von dem Gedanken abgekommen sei, ich sei in erster Linie Schauspielerin – ich war nämlich ehrlich gewesen und hatte ihm mitgeteilt, ich suche nach einem Job, indem ich beides vereinbaren könne – und bei mir müsse mal ein Hebel im Hirn umgelegt werden und ich brauche DRINGEND eine Berufsberatung. Daraufhin entgegnete ich, dass ich dieses Thema schon mit meinem Vermittler/persönlichen Ansprechpartner der ARGE abgeklärt habe – eine Umschulung käme für mich nicht in Betracht, allenfalls ein PC Führerschein… Daraufhin klärte sie mich mit verkniffenem Gesichtsausdruck darüber auf, dass ich besagten PC Führerschein schon während der AGH gemacht haben könne… Und ich verkniff mir daraufhin die Frage, warum ich nicht zum Infogespräch zur Vermittlung auf dem 1. Arbeitsmarkt eingeladen worden sei… Ich wollte vermeiden, dass sich alle gegenseitig an die Kehle gingen 😉 –

Denn ich hätte mich bestimmt auch nicht enthalten können zu fragen ,ob sie gewußt habe, dass anscheinend geplant gewesen sei, mich nur für drei Monate als Lückenbüßer zu beschäftigen, der für seine Nachfolgerinnen, die Küche und die Bibliothek aufräumt und nach deren Einarbeitung gehen darf – herausgeekelt durch eine schlechte Beurteilung unter Vortäuschung falscher Tatsachen in arglistiger Weise.
Ich hätte es ja noch verstehen und verzeihen könne, wenn man ehrlich gewesen sei, aber es sei infam und unchristlich, mich durch eine absichtlich schlechte Beurteilung, die meinem Arbeitsvermittler zugegangen sei, mich kaltblütig der Gefahr der Kürzung oder Streichung meines Lebensunterhaltes und somit der Vernichtung meiner Existenzgrundlage auszusetzen… Alles dies verkniff ich mir- heute wünschte ich, ich hätte den Mund an der richtigen Stelle aufgemacht, ich Schaf…

Ich werde am Montag zu meinem Vermittler gehen, der bis dahin wohl meine letzte Beurteilung und die Empfehlung der PSA haben wird und Tacheles mit ihm reden… Denn man hat mir gesagt, ich müsse mit dergleichen Beurteilung rechnen und diese ist Grundlage meines Arbeitszeugnisses.

Dass ich so spät beurteilt werde,ist die Schuld der PSA, da diese den Beurteiliungsbogen fast einen kompletten einen Monat zu spät geschickt hat—

Das ist anscheinend ein Sumpf von Lügen und Korruption,in den ich da geraten bin und ich hoffe,ich gehe nicht darin unter…

Wenn man da die Tradition meines Arbeitsgelegenheitsgebers betrachtet und die der PSA..dann wundert mich hierzulande gar nichts mehr….

P.S.: Auf meine Bitte hin, mich anständig zu beurteilen,so dass ich mich mit dem Zeugnis auch bewerben könne, entgegnete mein direkter Vorgesetzter nur,er würde ja nicht direkt in den Bogen schreiben „Frau Hartz4 ist die letzte Schampe und arbeitet nicht richtig“ und er wisse ja nicht,was die PSA aus der Beurteilung mache… Ich fand das nicht wirklich witzig… Ach so, er bemängelte auch noch meinen Realitätssinn und wies mich auf die Wirtschaftslage hin und meinte ich, solle in meiner Freizeit ruhig Theater spielen aber sonst sehen,wie ich zurecht käme, man könne ja nicht wissen, wie das mit Hartz 4 weitergehe(die aktuelle inoffizielle Position der LINKEN dazu ist ja, ALG 2 ersatzlos zu streichen, das habe ich durch einen guten Freund erfahren – ich bin froh, dass ich die linken Brüder und Schwestern nicht gewählt habe 🙂 … Daraufhin entgegnete ich eiskalt, dass es vermutlich so weitergehen würde wie nach der letzten Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren, mit dem Bau von Zwangsarbeitslagern, dass ich aber darauf bauen würde, dass sie der guten Tradition ihres Hauses eingedenk mir sicherlich keine Steine in den Weg legen würden…

Daraufhin war er zuerst sprachlos und danach bin ich gegangen und habe mit der Chefin geredet und sie gebeten, dafür zu sorgen, dass er nicht wieder in eine Leerzeile eine Bemerkung schreibt, die das ganze Zeugnis verdirbt, auch wenn ihn sein christliches Gewissen dazu treibt. Sie reagierte mit leichter IRRITATION, nahm mir die Sache aber nicht allzu krumm, denn sie ging am selben Tag noch in URLAUB.

Ob sie sich mit ihm kurzgeschlossen hat und wenn ja und in welcher Weise werde ich dann an den Auswirkungn meiner letzten Tage in dieser moralischen Anstalt erleben dürfen.ha ha ha,kreuzigen ist ja Gottseidank aus der Mode-heut gibt es subtilere Foltermittel… z.B. Falzmaschinen…

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4 Kommentare on Hartz 4 und der Tag gehört Dir-arbeitsfrei und Spaß dabei

  1. Diotima sagt:

    Liebe Hartz 4 Frau,

    ich fand Ihren Leserbrief so gelungen, dass ich ihn sofort veröffentlicht habe und nun möchte ich Ihnen auch endlich antworten.
    Das was Sie da von Ihrem ein Euro Job zu berichten haben, hat mich wirklich sehr gerührt und gleichzeitig meine schlimmsten Vermutungen bestätigt: das Prekariat ist hierzulande in etwa so beliebt wie Fußpilz und man versucht es ebenso zu behandeln-antimykotisch…Nun ja,manche Dinge ändern sich halt nie.
    Was mich verwundert, ist, dass es gerade Jesus war, der laut Bibel mit dem Lumpenproletariat sympathisiert hat und sich ständig mit der Gesellschaftsschicht abgegeben hat, die auch heute noch als der aussätzige Abschaum der Menschheit gilt, der absolute Bodensatz, der Humus der Gesellschaft, der selbst von der Arbeiterklasse proletenhaft mit Füßen getreten wird…
    Seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst: wie viel Achtung bringen wir denn den Hilflosesten der Gesellschaft entgegen- den Obdachlosen und den Behinderten und den Alten und den Langzeitarbeitslosen- kurzum all den „unproduktiven“ Bevölkerungsanteilen in unserer Gesellschaft, die die Arbeit als ihren Abgott verherrlicht?!? Wieviel Rechte gestehen wir dieser Schicht zu?
    Die meisten Altenheiminsassen sind entmündigt, bei den Behinderten wird da in der Regel auch nicht lange gefackelt und Ein Euro Jobber haben nicht das Recht auf Streik, außer sie wollen zu Obdachlosen werden- zu Obdachlosen ohne Hartz 4- wobei der Weg in die Prostitution im Verweigerungsfall unausweichlich erscheint…
    Das Prekariat, das sind Menschen, die ausgedient haben, die keinem nützlich sind, außer um an ihnen Aggressionen auszulassen…
    Denn schließlich braucht diese Gesellschaft Sündenböcke- und dafür eignet sich das Lumpenproletariat bestens…
    Wer ist daran schuld, dass die Steuer- und Sozialkassen leer sind ? Die Arbeitslosen natürlich- daher werden Stellen in der Kirche nicht wiederbesetzt und gestrichen. So wird die Arbeitslast auf wenige Schultern verteilt und die Arbeitslosen gezwungen, das Betriebsklima zu verbessern, indem sie als Lückenbüßer herhalten…
    Doch weswegen gibt es soviele Arbeitslose, weswegen verbreitert sich das Lumpenproletariat, für das selbst Marx anscheinend eher ein Nasenrümpfen übrig hatte- er favorisierte eindeutig die Arbeiter, die sich vom Handwerker zum Teil der Maschine dequalifizieren ließen…ähnlich Freud, dem der einfache Neurotiker anscheinend lieber war als der Psychotiker…. Der Arbeiter und der Großstadtneurotiker sind angepasst- das ist der brave Bürger, der dafür demonstriert, auch morgen noch seinen Arbeitsplatz in der Rüstungsindustrie behalten zu dürfen…
    und der sich dann aber über den nächsten Weltkrieg maßlos wundert…
    Der Prekarier und Psychotiker, das ist der Prototyp, der nicht akzeptiert, dass Gott den Menschen nur zu einem Zweck erschuf: um sich nach getaner Arbeit auszuruhen.
    Früher war man eine Hexe, wenn man nicht an Jesus glaubte- heute gilt man als psychotisch, wenn man nicht die Arbeit als den Sinn des Daseins ansieht…
    Früher gab es als Vernichtungsmittel die Inquisition, seit der Aufklärung gibt es die Psychiatrie…Luther war kein Revolutionär, das lässt sich an seiner Einstellung zu den Bauernkriegen klar erkennen…er war auch kein Feminist, das lässt sich an seinem Traktat über die Ehe klar herauslesen- für ihn gehörte eine Frau ins Ehebett und sonst nirgendwohin, außer ins Kindbett und hinter den Herd… Es gibt auch eine Form des Sozialismus, die die Arbeitslosigkeit dadurch zu lösen versucht, indem sie die Frauen vom Arbeitsmarkt verdrängt- dies ist im Iran geschehen ,während die Linken im Westen zugesehen haben- die Frauen dort haben sich ihr eigenes Grab gegraben und warum ??? Nur weil sich die Arbeiterpartei ans Rezept des kommunistischen Manifests gehalten hat ,sich mit der bürgerlich- intellektuellen Kaste( den Geistlichen) verbündet hat gegen den Adel und hinterher die Geister die sie rief nicht wieder losgeworden ist…
    Dieses Rezept funktioniert leider nicht-o.k. im Iran wird es wohl eine geringere Arbeitslosenquote geben und alle sind einer Meinung und forschen im Namen Gottes an der Erfindung der heiligen Nukleartechnik, um diese zu volkswirtschaftlichen Zwecken zu benutzen…aber das ist doch eine ziemlich rechtsdrehende Variante des Sozialismus, vor der selbst Marx und Engels gewarnt haben, hm…
    Meiner Meinung nach, wäre der einzig gangbare Weg, eine umfassende Solidarisierung der arbeitenden Schicht(egal, ob Unter- Mittel- oder Ober-) mit dem Prekariat…doch dies ist nahezu unmöglich, da die Erwerbslosenschicht von den Arbeitgebern, also den Verursachern, als abschreckendes Beispiel missbraucht wird.
    In unserer Gesellschaft wird der Arbeit viel zu viel Bedeutung zugemessen…wenn wir da nicht bereit sind, von den Prekarieren zu lernen, dann werden wir bald vorbismarcksche Verhältnisse haben: mit Kinderarbeit…oder wir werden die Euthanasie wieder salonfähig machen…und wieder „unnötige Esser“ im Land diese „Sonderbehandlung“ zukommen lassen…Was steckt hinter diesem Denken, das nur ein arbeitender Mensch für die Gesellschaft wertvoll ist ??? Ist das gar ein christliches Denken??? Kommt dieses Gleichnis vom Weinstock oder den Talenten wirklich von Jesus ??? Oder hat Luther nur da die Bibelfälschung eines Augustinus vom Lateinischen ins Deutsche übertragen ??? An diesen Stellen erklärt Jesus für mich die Regeln des römischen Imperialismus- der ja die höchste Stufe des Kapitalismus zu sein scheint…Und jeder Kapitalismus erzeugt seine Zwangsarbeiter- und Sklavenschicht…Mit ihr sollten sich diejenigen solidarisieren, die noch Arbeit besitzen und den Mut zu Generalstreiks hernehmen…
    was helfen schon gewalttätige Aufstände…die größte Sünde besteht doch darin, seine Arbeitskraft vorzuenthalten…davor fürchten sich die Arbeitgeber, da sie nicht alle durch Roboter ersetzen können… Aber sie können etwas anderes tun- uns zu Robotern umerziehen lassen… was ist denn ein Fließbandjob anderes als das aus einem Menschen ein Anhängsel der Maschine wird ??? Und das soll menschenwürdige Arbeit sein ?? Eine Arbeit, die die Menschen zu Invaliden werden lässt, indem sie vom Maschinenlärm taub werden und an den giftigen Ausdünstungen langsam dahinsiechen??? Ich glaube, wir beten da den falschen Gott an- es ist mal wieder der Mammon, vor dem wir zu Kreuze kriechen…und woher kommt dieser Mammon ??? Er wird angebetet, seit die Menschen gelernt haben, Metalle zu verarbeiten, seit es Geld gibt, seit man mit Edelmetallen bzw. Papierscheinen, die mit Edelmetallen hinterlegt sind oder auch nicht( so wie jetzt) bezahlt, seitdem gibt es diese Kämpfe ums Geld… Sollen wir also wieder zum Tauschhandel zurrückkehren, hm, dieser Schritt wurde nicht einmal in der Volksrepublik China vollzogen- NEIN, wir beten weiterhin die Edelmetalle an und solange wir das goldene Kalb anbeten, solange werden wir Schwermetalle zu Waffen umformen um damit Kriege um Edelmetalle zu führen… Obwohl wir auch hier SOOO fortschrittlich waren, konventionelle Waffen durch ABC Waffen abzulösen und um meinen Kommentar auf den Punkt zu bringen:
    Liebe Leserin, trösten Sie sich damit, dass Sie wenigstens wissen, dass uns nur diese Solidarität vor dem drohenden Weltkrieg bewahren kann, diesen Krieg müssen Sie und ich und wir alle verhindern- weil er das ist, was die Arbeitgeber aller Länder(egal ob kapitalistisch oder sozialistisch) herbeisehnen- damit sie aus den Ãœberlebenden endlich Sklaven machen können -getreu der Devise: verstrahlte nicht ganz vergiftete Mutanten aller Länder vereinigt euch nicht…Eine Vereinigung hilft nur vor dem Krieg etwas, indem sie ihn boykottiert…In diesem Sinne, meine Liebe: peace and love.

  2. Diotima sagt:

    Liebe Hartz 4 Frau,

    ich fand Ihren Leserbrief so gelungen, dass ich ihn sofort veröffentlicht habe und nun möchte ich Ihnen auch endlich antworten.
    Das was Sie da von Ihrem ein Euro Job zu berichten haben, hat mich wirklich sehr gerührt und gleichzeitig meine schlimmsten Vermutungen bestätigt: das Prekariat ist hierzulande in etwa so beliebt wie Fußpilz und man versucht es ebenso zu behandeln-antimykotisch…Nun ja,manche Dinge ändern sich halt nie.
    Was mich verwundert, ist, dass es gerade Jesus war, der laut Bibel mit dem Lumpenproletariat sympathisiert hat und sich ständig mit der Gesellschaftsschicht abgegeben hat, die auch heute noch als der aussätzige Abschaum der Menschheit gilt, der absolute Bodensatz, der Humus der Gesellschaft, der selbst von der Arbeiterklasse proletenhaft mit Füßen getreten wird…
    Seien wir doch mal ehrlich zu uns selbst: wie viel Achtung bringen wir denn den Hilflosesten der Gesellschaft entgegen- den Obdachlosen und den Behinderten und den Alten und den Langzeitarbeitslosen- kurzum all den „unproduktiven“ Bevölkerungsanteilen in unserer Gesellschaft, die die Arbeit als ihren Abgott verherrlicht?!? Wieviel Rechte gestehen wir dieser Schicht zu?
    Die meisten Altenheiminsassen sind entmündigt, bei den Behinderten wird da in der Regel auch nicht lange gefackelt und Ein Euro Jobber haben nicht das Recht auf Streik, außer sie wollen zu Obdachlosen werden- zu Obdachlosen ohne Hartz 4- wobei der Weg in die Prostitution im Verweigerungsfall unausweichlich erscheint…
    Das Prekariat, das sind Menschen, die ausgedient haben, die keinem nützlich sind, außer um an ihnen Aggressionen auszulassen…
    Denn schließlich braucht diese Gesellschaft Sündenböcke- und dafür eignet sich das Lumpenproletariat bestens…
    Wer ist daran schuld, dass die Steuer- und Sozialkassen leer sind ? Die Arbeitslosen natürlich- daher werden Stellen in der Kirche nicht wiederbesetzt und gestrichen. So wird die Arbeitslast auf wenige Schultern verteilt und die Arbeitslosen gezwungen, das Betriebsklima zu verbessern, indem sie als Lückenbüßer herhalten…
    Doch weswegen gibt es soviele Arbeitslose, weswegen verbreitert sich das Lumpenproletariat, für das selbst Marx anscheinend eher ein Nasenrümpfen übrig hatte- er favorisierte eindeutig die Arbeiter, die sich vom Handwerker zum Teil der Maschine dequalifizieren ließen…ähnlich Freud, dem der einfache Neurotiker anscheinend lieber war als der Psychotiker…. Der Arbeiter und der Großstadtneurotiker sind angepasst- das ist der brave Bürger, der dafür demonstriert, auch morgen noch seinen Arbeitsplatz in der Rüstungsindustrie behalten zu dürfen…
    und der sich dann aber über den nächsten Weltkrieg maßlos wundert…
    Der Prekarier und Psychotiker, das ist der Prototyp, der nicht akzeptiert, dass Gott den Menschen nur zu einem Zweck erschuf: um sich nach getaner Arbeit auszuruhen.
    Früher war man eine Hexe, wenn man nicht an Jesus glaubte- heute gilt man als psychotisch, wenn man nicht die Arbeit als den Sinn des Daseins ansieht…
    Früher gab es als Vernichtungsmittel die Inquisition, seit der Aufklärung gibt es die Psychiatrie…Luther war kein Revolutionär, das lässt sich an seiner Einstellung zu den Bauernkriegen klar erkennen…er war auch kein Feminist, das lässt sich an seinem Traktat über die Ehe klar herauslesen- für ihn gehörte eine Frau ins Ehebett und sonst nirgendwohin, außer ins Kindbett und hinter den Herd… Es gibt auch eine Form des Sozialismus, die die Arbeitslosigkeit dadurch zu lösen versucht, indem sie die Frauen vom Arbeitsmarkt verdrängt- dies ist im Iran geschehen ,während die Linken im Westen zugesehen haben- die Frauen dort haben sich ihr eigenes Grab gegraben und warum ??? Nur weil sich die Arbeiterpartei ans Rezept des kommunistischen Manifests gehalten hat ,sich mit der bürgerlich- intellektuellen Kaste( den Geistlichen) verbündet hat gegen den Adel und hinterher die Geister die sie rief nicht wieder losgeworden ist…
    Dieses Rezept funktioniert leider nicht-o.k. im Iran wird es wohl eine geringere Arbeitslosenquote geben und alle sind einer Meinung und forschen im Namen Gottes an der Erfindung der heiligen Nukleartechnik, um diese zu volkswirtschaftlichen Zwecken zu benutzen…aber das ist doch eine ziemlich rechtsdrehende Variante des Sozialismus, vor der selbst Marx und Engels gewarnt haben, hm…
    Meiner Meinung nach, wäre der einzig gangbare Weg, eine umfassende Solidarisierung der arbeitenden Schicht(egal, ob Unter- Mittel- oder Ober-) mit dem Prekariat…doch dies ist nahezu unmöglich, da die Erwerbslosenschicht von den Arbeitgebern, also den Verursachern, als abschreckendes Beispiel missbraucht wird.
    In unserer Gesellschaft wird der Arbeit viel zu viel Bedeutung zugemessen…wenn wir da nicht bereit sind, von den Prekarieren zu lernen, dann werden wir bald vorbismarcksche Verhältnisse haben: mit Kinderarbeit…oder wir werden die Euthanasie wieder salonfähig machen…und wieder „unnötige Esser“ im Land diese „Sonderbehandlung“ zukommen lassen…Was steckt hinter diesem Denken, das nur ein arbeitender Mensch für die Gesellschaft wertvoll ist ??? Ist das gar ein christliches Denken??? Kommt dieses Gleichnis vom Weinstock oder den Talenten wirklich von Jesus ??? Oder hat Luther nur da die Bibelfälschung eines Augustinus vom Lateinischen ins Deutsche übertragen ??? An diesen Stellen erklärt Jesus für mich die Regeln des römischen Imperialismus- der ja die höchste Stufe des Kapitalismus zu sein scheint…Und jeder Kapitalismus erzeugt seine Zwangsarbeiter- und Sklavenschicht…Mit ihr sollten sich diejenigen solidarisieren, die noch Arbeit besitzen und den Mut zu Generalstreiks hernehmen…
    was helfen schon gewalttätige Aufstände…die größte Sünde besteht doch darin, seine Arbeitskraft vorzuenthalten…davor fürchten sich die Arbeitgeber, da sie nicht alle durch Roboter ersetzen können… Aber sie können etwas anderes tun- uns zu Robotern umerziehen lassen… was ist denn ein Fließbandjob anderes als das aus einem Menschen ein Anhängsel der Maschine wird ??? Und das soll menschenwürdige Arbeit sein ?? Eine Arbeit, die die Menschen zu Invaliden werden lässt, indem sie vom Maschinenlärm taub werden und an den giftigen Ausdünstungen langsam dahinsiechen??? Ich glaube, wir beten da den falschen Gott an- es ist mal wieder der Mammon, vor dem wir zu Kreuze kriechen…und woher kommt dieser Mammon ??? Er wird angebetet, seit die Menschen gelernt haben, Metalle zu verarbeiten, seit es Geld gibt, seit man mit Edelmetallen bzw. Papierscheinen, die mit Edelmetallen hinterlegt sind oder auch nicht( so wie jetzt) bezahlt, seitdem gibt es diese Kämpfe ums Geld… Sollen wir also wieder zum Tauschhandel zurrückkehren, hm, dieser Schritt wurde nicht einmal in der Volksrepublik China vollzogen- NEIN, wir beten weiterhin die Edelmetalle an und solange wir das goldene Kalb anbeten, solange werden wir Schwermetalle zu Waffen umformen um damit Kriege um Edelmetalle zu führen… Obwohl wir auch hier SOOO fortschrittlich waren, konventionelle Waffen durch ABC Waffen abzulösen und um meinen Kommentar auf den Punkt zu bringen:
    Liebe Leserin, trösten Sie sich damit, dass Sie wenigstens wissen, dass uns nur diese Solidarität vor dem drohenden Weltkrieg bewahren kann, diesen Krieg müssen Sie und ich und wir alle verhindern- weil er das ist, was die Arbeitgeber aller Länder(egal ob kapitalistisch oder sozialistisch) herbeisehnen- damit sie aus den Ãœberlebenden endlich Sklaven machen können -getreu der Devise: verstrahlte nicht ganz vergiftete Mutanten aller Länder vereinigt euch nicht…Eine Vereinigung hilft nur vor dem Krieg etwas, indem sie ihn boykottiert…In diesem Sinne, meine Liebe: peace and love.