Die hessische Parteipolitik hat schon so manche Stilblüte getrieben. Hin und wieder kommt es jedoch vor, das sich ein Ministerpräsident in der Auswahl seiner Ministerkollegen ein wenig verhebt. So auch geschehen im Fall Roland Koch. Sein Vorzeigeminister Volker Hoff scheint nun echt nähere Bekanntschaft mit der hessischen Justiz zu machen.

Es geistern da einige merkwürdige Vorwürfe durch den Raum, die indirekt mit den jüdischen Vermächtnissen zu tun zu haben scheinen, die Roland Koch so überraschend 2001 aus dem Hut zauberte. Angeblich soll die Summe, die die CDU auf ihren schwarzen Kassen geparkt hatte, 20mal größer gewesen sein, als die Summe, die letztlich vom Bundesfinanzamt aufgespürt wurde.

Damals opferte die CDU ihren Herrn Kauder und eine weitere Unperson, die nicht weiter für die hessichen Parteibelange waren. Immerhin bewies der brutalstmögliche Aufklärer dieses Landes, das es ihm wirklich um Aufklärung ging – im umgekehrten Sinne, da er wohl keinerlei Scheu hat, die Personen von der hessischen Justiz aburteilen zu lassen, die die Geschichte in den Sand gesetzt haben.

Minister Hoff war auf seinem Posten so unscheinbar, das sich wohl kaum noch Jemand an ihn erinnern wird. Aber Minister Hoff war wichtig, um den kontinuierlichen Geldfluß in die Parteikasse zu gewährleisten. Vor allem, wenn es darum geht, das Fraktionsmitglieder offen eine Hetzseite im Internet parken, um dort gegen einen Wortbruch wettern, der nur in ihrer ausgeprägten Phantasie vorgefallen ist. Während ihr Landesparteivorsitzender fröhlich weiterhin sein Wort bricht.

Der Werbekonzern Aegis Media fordert 7,5 Millionen Euro Schadenersatz von Hoffs früherer Firma ZHP (Zoffel Hoff Partner) und hat Zivilklage beim Wiesbadener Landgericht eingereicht. Der Grund: Hoffs Ex-Firma wird von der Agentur Aegis als wesentliches Vehikel zur Veruntreuung von Millionensummen angesehen. Die aus Sicht der Staatsanwaltschaft kriminellen Vorgänge bei ZHP stammen aus der Zeit, in der Volker Hoff dort Miteigentümer und Geschäftsführer für Finanzen war.

Die Frage ist nun, während ich so etwas lese, was bezweckte die CDU wirklich mit dieser Geldwäsche? Oder war Herr Hoff nur ein Zwischenbahnhof für das Geld auf seinem Weg auf schwarze UBS-Konten? Immerhin steht ja mittlerweile fest, das noch nicht alle Konten gefunden wurden. Zufall?

Fest steht, die hessische CDU hat ein eindeutiges Problem. Schon seit längerem. Herr Hoff war nur, nachgewiesenermaßen, ein Handlanger dieses Problems. Genauso wie auch Herr Kauder, der ja folgerichtig damals aus dem Verkehr gezogen wurde – leider nicht endgültig.

Es ist nun also fraglich, was mit Herrn Hoff passieren wird, sollte er wirklich wegen Unterschlagung oder Hinterziehung (irgendeine Begründung läßt sich schon finden) in den Weiterstädter Knast wandern. Wird er dann wegen parteischädigendem Verhalten aus der CDU ausgeschlossen? Oder wird er nach Verbüßung seiner Haftstrafe auf irgendeinen Bürgermeisterposten in Südhessen abgeladen? Die Antwort könnte entscheidend für die konservative Zukunft Deutschlands sein.

Quelle: hier

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